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Freitag, Juli 20, 2007

Die Post-Australienphase: Eva in Thailand, Teil 4 (Railay, James Bond und mehr)

Foto: Der Strand Hat Phra Nang auf Railay

Railay ist eine Halbinsel, die nur via Long-Tail-Boat zu erreichen ist. Auf dem Weg dorthin faehrt man an gruen bewachsenen Felsen, die malerisch im Meer postiert sind, vorbei. Railay ist ein Kletterparadies fuer Freeclimber, doch auch die Sonnenanbeter kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Anliegeplatz fuer mich ist Hat Railay East. Dieser Strand ist gar kein "richtiger" Strand: Mangroven, ein bisschen Schlamm. Hier befinden sich die meisten Backpackerunterkuenfte und Bars. Doch nur ein kurzer Fussmarsch fuehrt einen nach Hat Railay West mit pudrigem Sandstrand. Hier befinden sich die teuren Bungalows. Doch mein absoluter Lieblingsstrand ist Hat Phra Nang: Ueberhaupt keine Bungalows, weisser Sand, tuerkisblaues Wasser, imposante Felsen inklusive Hoehle, tolle Aussicht und ein bizarr anmutender Felsvorsprung, unter dem man schwimmen kann. Herrlich! Ueberhaupt scheint es hier so viele kleine traumhafte Inselchen zu geben, dass fast jeder seine eigene haben koennte.

Diese Naturschoenheit blieb natuerlich auch Hollywood nicht verborgen. Im Phang Nga-Nationalpark werden als "James Bond-Tour" deklarierte Ausfluege durchgefuehrt. Da bin ich doch mit von der Partie! Und wieder setzte ich mich in eines der ohrenbetaeubend lauten Long-Tail-Boote, welche das ultimative Fortbewegungsmittel in dieser Gegend darstellen. Wir fuhren durch eine Hoehle hindurch und an einer Insel, die wie ein Kamel aussah, vorbei und legten schliesslich bei Kao Tapoo an. Oder, wie sie ueberall angepriesen wird, "James Bond Island"! 1974 wurde "Der Mann mit dem goldenen Colt" (Roger Moore als 007) hier gedreht. Ich habe zwar diesen Film nie gesehen, aber allein der Landschaft wegen kann er ja nicht ganz so schlecht sein. Ich habe zwar mal wieder voll und ganz durchblicken lassen, dass ich kein echter James Bond-Fan, indem ich froehlich die Titelmelodie von "Mission Impossible" vor mich her summte, aber dennoch wurde ich deshalb netterweise nicht mit Veraechtung und Verdammnis gestraft. Die Insel selbst ist recht klein, fast winzig. Doch merke: Kein Ort, der von zahlreichen Booten voller Touristen besucht wird, ist zu klein, um dort nicht mindestens ein gutes Dutzend Souvenir- und Ramschstaende unterzubringen!

Nachdem die obligatorischen Beweisfotos vor dem James Bond-Felsen geschossen wurden, ging es wieder hinein ins Boot und nach Ko Panyee, ein muslimisches Fischerdorf. Dieses hat man einfach mitten im Meer auf Pfaehle gestellt. Schule, Moschee und alles, was man so braucht, ist dort vorhanden. In diesem Dorf assen wir zu Mittag und danach konnten wir wieder einmal an unzaehligen Souvenirstaenden vorbeilaufen. *seufz* Ich frage mich ehrlich, wie sich das rentieren kann, wenn 20 Staende genau den gleichen Kram anbieten! Doch anscheinend findet sich fuer jede noch so abstossende Art von Kitsch immer irgendwo ein zahlungskraeftiger, von ausgepraegter Geschmacksverirrung leidender Touri. Wieder rein ins Boot und an angeblich 3000 Jahre alten Felsmalereien der Wikinger (??) vorbei.

Zurueck auf dem Festland fuhren mal wieder zu einem Tempel: Wat Suwankuha, der Affen-Hoehlen-Tempel. Der Name ist Programm: Buddha, von einem Moench bewacht, befindet sich in einer riesigen Hoehle und am Eingang befinden sich ein paar Dutzend Affen, die man mit Baby-Bananen und Co. ("Feed the monkey, 10 Baht!!!") fuettern kann. Diese Aeffchen scheinen ein recht geruhsames Leben zu fuehren, schliesslich werden sie von all den Besuchern rund und kugelig gefuettert. Es sind auch einige Affenmuetter mit Baby zu sehen und ein paar gesetzte Affenherren, die ab und zu den juengeren Burschen unmissverstaendlich klar machen, wer hier das Sagen hat. Letzte Station des Tages war der Sra Nang Manora Forest Park, wo wir uns beim Manora-Wasserfall abkuehlen konnten.

Freitag, Juli 13, 2007

Die Post-Australienphase: Eva in Thailand, Teil 1 (Bangkok usw.)

Foto: Rush Hour bei dem Floating Market in Damnoen Saduak

Sawasdee! Das ist "Hi" auf Thai. Nun duerft ihr mal raten, warum ich euch auf diese asiatische Art und Weise begruesse. Richtig! Ich bin wieder in Thailand. Und das kam so: Ich sass in meinem Flieger zurueck nach Deutschland, als das Flugzeug einen Stopp in Bangkok einlegte. Da dachte ich bei mir: Wenn ich schon mal in der Kante bin, kann ich ja auch ein Weilchen bleiben. Ich bin zwar nicht mehr in Australien, werde hier aber dennoch ein wenig ueber meinen Thailandaufenthalt berichten. Dieser Service ist naemlich in meinem Blog inbegriffen: Eva in AuStralIA = Eva in Asia. Schlau, nicht wahr? *mir selbstzufrieden auf die schulter klopf*

In Bangkok habe ich erst mal dort weitergemacht, wo ich vor fast einem Jahr aufgehoert habe: Tempel gucken. Mein zweiter Besuch beim unter uns Touristen als "Golden Mount" (siehe rechts) bekannten Tempel war uebrigens von Erfolg gekroent, denn er war geoeffnet. Und somit konnte ich einen 360 Grad-Blick auf die Riesenstadt Bangkok werfen.

Da ich die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten in der thailaendischen Hauptstadt bereits beim letzten Mal abgegrast hatte, war es nun Zeit fuer ein paar Ausfluege in die naehere Umgebung. (Wenn man denn so wie ich etwa 110 Kilometer als "naehere" Umgebung auffasst.) Mein erstes Ziel: Damnoen Saduak Floating Market, die schwimmenden Maerkte. Nicht gerade authentisch, hauptsaechlich Touristen als Besucher, aber dennoch toll. Frische Fruechte und allerlei andere Lebensmittel. Huete und alles, was man auch nur annaehernd als Souvenirs verscherbeln kann, ist auf Booten gestapelt, die auf den 'khlongs' (Kanaelen) entlangschippern. Lautstark und international ("Hello, hello!", "Hallo, hallo!" usw.) wird die Ware feilgeboten. Die meisten Souvenirs findet man uebrigens an den nicht-schwimmenden Staenden entlang der Khlongs. Der Weg zu den schwimmenden Maerkten bestand aus einer Busfahrt aus Bangkok heraus sowie einem Trip auf einem sog. "long-tail boat". Dies ist ein Motorboot, das ganz schoen schnell an Wohnhaeusern entlang der Kanaele dahinbrausen kann, dies auch tat und uns dabei ordentlich nass spritzte. Der Touristenselbsterhaltungstrieb setzte sofort bei mir ein und ich warf mich schuetzend ueber meine Kamera. (Kein Wasser soll sie ausser Gefecht setzen, solange ich in ihrer Naehe bin!) Fazit: Der Floating Market ist ein farbenfrohes Spektakel und man fuehlt sich dort weitaus mehr in Asien als in Bangkok. Allerdings immer noch in einem sehr touristischen Teil Asiens.

Mein naechstes Ausflugsziel stand rasch fest: Kanchanaburi. Das sagt jetzt wohl kaum jemanden etwas, daher der Touri-Name: Die Bruecke am River Kwai. Das klingt doch viel griffiger! Ja, genau die Bruecke, die man aus dem Film "Die Bruecke am River Kwai" kennt. Oder man kennt, wie in meinem Fall, lediglich den Filmtitel und konnte sich nie dazu aufraffen, sich diesen fast dreistuendigen Uraltschinken (aus dem Jahre 1957, Gewinner von 7 Oscars!) zu Gemuete zu fuehren. Tja, haette ich vielleicht mal besser machen sollen. Mittlerweile weiss ich, dass ich zumindest den River-Kwai-Marsch kenne. Der ist weltbekannt und wurde unter anderem als Melodie fuer die Underberg-Werbung missbraucht. (Uebrigens im Film deshalb gepfiffen, weil damals die meisten Strophen nicht an der Filmzensur vorbeigekommen waeren. Hach, da ist Eva mal wieder ganz schlau! Schlaeue ist meine Staerke! Moment, schreibt man Schlaeue wirklich so?? *gruebel*)

Auf jeden Fall habe ich mir ganz doll fest vorgenommen, dass ich mir diesen monumentalen Film innerhalb der naechsten Dekade ansehen werde. (He, ich bin Realistin!) Ist quasi Pflicht, da ich nun die Bruecke besucht habe. Die Generation vor mir, genauer gesagt: der maennliche Teil der Generation vor mir, die ebenfalls diese Bruecke besuchte, hat diesen Film mehr als einmal gesehen und war aufgrund unserer voelligen Unkenntnis und Ignoranz dieses filmischen Meisterwerkes schockiert. Dennoch speisten wir generationsuebergreifend versoehnlich zu Mittag in einem der vielen Restaurants, die auf dem Fluss schwimmen. Sehr nett. Dann ging es zur Bruecke und es war alles so, wie von mir erwartet: Die Bruecke war da, der River Kwai war da. Ach ja, und ganz viele Touristen waren da. Und ganz viele Souvenirstaende waren da.

Die Bruecke an sich ist recht unspektakulaer. Die Geschichte der Bruecke ist es, die sie so interessant und anziehend macht. (Mehr Infos hier.) Man kann uebrigens ueber die Bruecke laufen. Was ich natuerlich tat. Vorsicht ist angesagt: Da es sich dabei um eine Eisenbahnbruecke handelt, die eigentlich mal so gar nicht fuer Fussgaenger gedacht ist, sollte man in der Mitte laufen. Was angesichts der Touristenstroeme nicht immer einfach ist. Links und rechts an der Bruecke sind keinerlei Touristenauffangeinheiten vorhanden. Unvorsichtige Zeitgenossen koennen also recht schnell ungewollt in den Fluss fallen. Darauf habe ich ja heimlich die ganze Zeit gewartet. Ist aber nicht passiert. Ich selbst bin auch nicht in den Fluss gefallen, da ich schliesslich wieder mit neuen, aeusserst hilfreichen Ratschlaegen und Tipps aus dem Kreise von Familie und Freunden fuer meinen Thailandaufenthalt gewappnet war. Wie etwa: "Lass dich nicht vom Tiger beissen." Dazu muesste ich ja erst mal Tiger sehen, gell? Obwohl... Moment mal. Tiger? Gute Idee!

Keine 24 Stunden spaeter fand ich mich im Wat Pha Luangta Bua Yannasampanno wieder. Unter uns Doppel-"T"s (= Thailand-Touristen) besser bekannt als Doppel-T: Tiger Temple! Dieser Tempel ist eine Art Tierheim fuer Tiger und andere Tierchen, welches seit 1994 existiert. Der eifrige Tiger-Thailand-Tourist kann dort diesen niedlichen Kaetzchen ganz nahe kommen. Streicheln, an der Leine Gassi fuehren, kein Problem! Doch seid gewarnt: Tiger sind die thailaendische Fashion-Police. Wer rot, pink oder orange traegt, darf nicht zu den Tigern. Das moegen die so gar nicht. Was logischerweise die Frage aufwirft: Warum ist der rosarote Panther eigentlich rosarot? (Ich weiss natuerlich, dass Panther und Tiger nicht identisch sind und dass es nur in der Zeichentrickserie einen rosaroten Panther gibt. Dennoch ist es an der Zeit, dass jemand endlich mal diese Frage stellt!) Ach ja, wer wie ich die Tiger besucht und lila traegt, darf kurz Panik schieben, aber beruhigt sein: Lila macht die Tigerchen nicht aggressiv. Zum Glueck! Somit habe ich auch diesen Ratschlag beherzigt und mich nicht vom Tiger beissen lassen.

Nach der Tierwelt stand wieder etwas Kultur auf dem Plan. Ich stattete Ayutthaya einen Besuch ab. Bei dieser Stadt handelt es sich um die ehemalige Hauptstadt Siams, welches heute als Thailand bekannt ist, wo ich gerade bin. Macht doch Sinn, oder? In Ayutthaya gibt es ganz viele Tempelruinen zu sehen, die immer noch sehr imposant sind und einen in schieres Staunen versetzen, wie prachtvoll diese Koenigsstadt gewesen sein muss. Nicht umsonst handelt es sich hierbei um eine anerkannte Weltkulturerbestaette. So langsam habe ich das Gefuehl, dass ich alle Weltkulturerbestaetten toll finden wuerde. Vielleicht sollte ich dies zu meinem heimlichen Lebensplan machen? "Besuche alle Weltkulturerbestaetten dieser Welt! Gehe nicht ueber Los und ziehe keine 4000 Euro ein!"

Momentan bin ich immer noch in Bangkok und tueftele an meiner weiteren Urlaubsvorgehensweise. Wohin es mich als Naechstes verschlaegt, erfahrt ihr demnaechst. Mein Blog wird naemlich noch ein paar Wochen weiterleben.

Freitag, Februar 02, 2007

Regen, Regen, Zyklonwarnung, Regen und Regen


Foto: Rainbow Lorikeets, die bei mir auf dem Balkon Schutz vor heftigen Regenguessen suchen

Die letzten paar Tage hat es wirklich heftig geregnet. Seltsamerweise regnet es während der Regenzeit im tropischen Regenwald tatsächlich! Wer hätte das gedacht. Viele Insel-Urlauber anscheinend nicht, sie ziehen eine Fresse und fühlen sich persönlich beleidigt. Wie kann der Regen es auch nur wagen. Tss. Mein Fußweg zur Arbeit ist übrigens überflutet und auf einmal gibt es hier Bäche und Flüsse, wo sonst keine waren. Vor ein paar Stunden hat der heftige Regen Gott sei Dank aufgehört, es tröpfelt nur noch friedlich vor sich hin. Dennoch sind auf dem Festland viele Straßen überflutet. Und North Queensland befindet sich nun offiziell im "Cyclone Watch"-Status. Vorsicht, Zyklon!!

Allerdings soll der hübsche Zyklon sich angeblich, wenn denn überhaupt, weiter nördlich entwickeln und dann die Kurve Richtung Northern Territory kratzen. Wir werden also verschont, so wie es momentan aussieht. Oder kriegen halt nur die Ausläufer mit. Hoffe doch mal, dass das auch stimmt. Ansonsten steht ja im örtlichen Telefonbuch ausführlich beschrieben, wie ich mich im Falle des Falles zu verhalten habe. Zum Beispiel nicht rausgehen, während der Zyklon wütet. Ehrlich? Ich darf nicht raus und mit dem Zyklon spielen?! Manno, nix darf man hier. *schmoll*

Wen es interessiert, ein paar Infos auf Englisch in einem Online-Artikel. Und zur geografischen Lage: Proserpine ist der Flughafen direkt bei uns auf dem Festland. Ich befinde mich nördlich von Mackay und südlich von Townsville. Letzteres befindet sich ebenfalls südlich von Cairns. Hm, ist mir zu doof, guckt halt auf eine Karte.

Morgen darf ich wieder arbeiten, hatte gestern und heute frei. Und wenn ich ganz viel Glück habe, darf ich dann erneut im strömenden Regen stehen in meinem hübschen, gelben Boots-Regenmantel und Geschirr abspülen. Der positive Aspekt des Regens: Die Ernte der meisten örtlichen Farmer wurde im letzten Moment dadurch gerettet. Und die Kakadus verziehen sich. :)

Donnerstag, Januar 25, 2007

Manche mögens wild...

Foto: Der Beweis für die Koala-Fans unter euch

Frühstück mit Kakadus, Abendessen mit Possums. So sieht zur Zeit mein Alltag aus. Und da man ja so viel über die böse/gefährliche/mörderische/exotische Tierwelt hier in Australien hört, nun einmal meine Eindrücke für die Tierfreunde unter euch.

Ich wohne ja quasi in einem Ministück Regenwald. Unten am Boden unseres Hinterhof- bzw. Gartenverschnitts kriechen regelmäßig Riesenechsen (harmlos) herum. Sobald es dunkel wird, werden die Possums (harmlos) aktiv und springen zwischen den Bäumen hin und her. Tagsüber kommen ständig Kakadus (nervig, nervig, nervig!) angeflogen.

An dieser Stelle vielleicht etwas mehr zu den nervigen Kakadus. Fand ich es am Anfang noch toll, diese exotischen Vögel hier in freier Wildbahn erleben zu können, sehe ich sie mittlerweile mit Inselbewohneraugen als eine wahre Plage an. Leider werden sie von ignoranten Gästen trotz dutzender Hinweisschilder regelmäßig gefüttert. Weshalb sie sofort angeflogen kommen, wenn ich mich zum Essen raus auf den Balkon setze. Manche sind richtig dreist und setzen sich auf das Balkongeländer keinen halben Meter von mir entfernt. Sie zerfetzen Mülltüten auf der Suche nach Nahrung. Weshalb es hier auf der Insel Kakadu-sichere Mülleimer gibt, wo sie nicht hinein können. Was die dummen Vögel natürlich nicht davon abhält es trotzdem immer wieder zu versuchen. Was dazu führt, dass sämtliche Mülleimer mit Kakadu-Scheiße bedeckt sind. Sie rupfen auch geschlossene Cornflakes-Packungen auf. Gäste von uns hatten mal über Nacht ihre diversen Cornflakes-Boxen draußen stehen lassen und am nächsten Morgen sah es aus als hätte jemand heimlich Mini-Sprengsätze im Müsli versteckt und gezündet.

Zudem sind Kakadus wahre Elstern. (Die Biologen mögen mir diese Aussage verzeihen und es unter „künstlerischer Freiheit“ abbuchen.) Sie stehlen wie die Raben. (Ähm, ja. Künstlerische Freiheit, ihr erinnert euch!) Alles was glänzt, glitzert und blitzt. Deshalb ja keine Mobiltelefone, Uhren oder Digicams unbeaufsichtigt im Freien lassen. Es ist unglaublich, wie viele (ich kann nur sagen: dumme Touristen, sie werden extra mit Schildern auf diese Gefahr hingewiesen!) dieser Dinge schon von den Hotelbalkonen von Kakadus entwendet wurden. Außerdem knipsen diese Vögel aus mir unerfindlichen Gründen Blätter von Bäumen ab, die dann gerne und oft auf mich drauffallen. Von gezielten „Ich kack mal auf die/den da unten“-Manövern mal abgesehen. (Keine Bange, mich hat es bisher noch nicht erwischt. Noch nicht.) Und – was fast das Schlimmste ist – diese absolut nervtötenden Kakadu-Teile sind verdammt laut. Ich meine, so richtig laut! LAUT!!! LAAAAUUUUUT!!! Da würde mancher Düsenjet vor Neid erblassen. Wenn er denn könnte.

Fazit: Eva mag keine Kakadus mehr. Kakadus = böse. Damit ihrs wisst. *in gedanken schon einen comic entwerfe in dem der oberbösewicht ein kakadu ist*

Bleiben wir bei der Vogelwelt. Da gäbe es noch zahlreiche Kookaburras, die sich ständig einen ablachen. Und hin und wieder sieht man auch die hübschen und vor allen Dingen relativ leisen Rainbow Lorikeets. Denn das habe ich hier schnell gelernt: Diese Meditations-CDs mit Regenwaldgeräuschen, die man bei uns überall kaufen kann, sind Humbug. Von wegen mal ein hübsch zwitschender Vogel hier, Pause, sanftes Blätterrascheln, ein melodisch zwitschender Vogel da. Von wegen. Ein Gekreische, welches sich in den obersten Dezibel-Bereichen befindet, ist die Wahrheit. Von Entspannung oder Meditation keine Spur. Im Gegenteil, das macht eher aggressiv. (Gell, U.?) Und kennt ihr den Cassowary (zu deutsch: Helmkasuar, gefährlich)? Hatte vorher noch nie etwas von ihm gehört, aber dieser Riesenvogel ist wirklich Respekt einflößend. Und so ganz nebenbei der gefährlichste Vogel der Welt. Na dann.

Ansonsten gäbe es hier noch viele Geckos (harmlos, süß) und Echsen sowie unheimlich viele Kakerlaken (harmlos, nicht süß). Letztere unterscheidet man meist zwischen „German“ und „American Cockroaches“. Was soll das denn, bitteschön?? Habe schon mal einen halben Tag mit einer groß angelegten Kakerlaken-Vernichtungsaktion verbringen dürfen. Glaubt mir: So viele Kakerlaken habe ich noch nie auf einmal gesehen. (Und irgendwo trauert Sir Lahki, der Grieche, um seine australische Verwandtschaft.) Sind hier in den Tropen weit verbreitet und es gibt sie eigentlich überall. Lecker.

Was noch? Es gibt hier so schwarze Riesenkäfer, wahre Brummer, deren Namen ich nicht kenne. Ich weiß nur, dass sie nicht ganz helle sind. Die fliegen bei uns im Gang ständig rum. Bzw. fliegen sie gegen die Wände und versuchen wohl da durch zu fliegen anstatt einfach den Gang runter zur Tür. Was ihnen seltsamerweise nicht gelingt und lustige Geräusche erzeugt. Dennoch geben sie nicht auf und fliegen so lange gegen die Wand, bis sie erschöpft auf den Boden fallen. Und falls sie auf den Rücken fallen, kommen sie nicht mehr alleine hoch. Deshalb liegen hier abends oftmals ein halbes Dutzend schwarzer Käfer bei uns vor den Türen rum, die kräftig mit ihren Beinen in die Luft strampeln. Arme Viecher.

Sowieso ist hier alles ein wenig größer. Riesenfliegen, Hornissen, die so groß sind wie mein kleiner Finger. Schon nicht schlecht. Die Schlangen (harmlos und gefährlich) lassen sich auf der Insel nicht blicken, genauso wenig wie die Krokodile (na, was wohl) und die Giftspinnen (bedingt gefährlich). Mir auch recht. Soll aber nicht heißen, dass es keine gibt. Kängurus sieht man auch nur selten. He, was sagt euch die Sugar Cane Toad? Das ist eine giftige Riesenkröte. Hier auf der Insel gibt es sie angeblich nicht, aber dafür zuhauf auf dem Festland. Festland zu risikobehaftet? Gut, ab ins Wasser!

Bei uns im Hafen schwimmen viele bunte Fische, auch mal ein riesiger Grouper oder ein Mantarochen, herum. Hübsch anzusehen. Aber was wollt ihr im Hafen?

Stellt euch vor, ihr seid hier am Strand und geht schwimmen. Dann ist Vorsicht angesagt, denn zur Zeit ist „Stinger Season“, also Quallensaison. Wenn euch eine Irukandji-Qualle erwischt (kenne einen, der kurz vor Silvester gestochen wurde), ist es nicht ganz so schlimm. Kann nur für Kinder oder ältere Leute richtig gefährlich werden. Euch wird vermutlich nur schlecht, ihr müsst euch übergeben, ein paar Krämpfe, ein Tag im Krankenhaus und das wars. Aber wenn ihr richtig Glück habt, dann erwischt euch vielleicht einen anderen Box Jellyfisch, eine Würfelqualle. Vielleicht ja die Seewespe. Hochgefährlich. Giftigste Qualle der Welt. Giftigstes Meerestier der Welt. Kann zum Tod führen. Innerhalb von wenigen Minuten. Man kann allerdings modische Quallenschutzanzuge aus feinstem Lycra anziehen, dann ist das Risiko verschwindend gering. Oder Taucheranzüge. Tauchen mit Haien, am Great Barrier Reef kein Problem. :)

Nein? Schwimmen ist von eurer Liste gestrichen? Vielleicht zieht ihr dann ja einen Strandspaziergang vor. Mit den Füßen im seichten Wasser lauft ihr barfuß am Strand entlang. Herrlich. Herrlich gefährlich. Denn wenn ihr nicht aufpasst, tretet ihr auf einen Scorpio- oder einen Stone-Fish. Die – ratet mal! – giftig sind. (Anmerkung am Rande: Einen Scorpio Fish hatten wir damals bei unserem kleinen Ausflug an der Angel, siehe "Eva beim Angeln".) Und die man schlecht erkennen kann, weil sie sich so gut tarnen können und wie Steine aussehen. Oder – mein absoluter Favorit! – ihr begegnet einem Toadfish. Und ehe ihr es euch verseht, habt ihr einen Zeh weniger. Dieser nette Meeresbewohner ist nämlich dazu in der Lage, Zehen oder Finger abzubeißen. Was ihm den Spitznamen "Toe Fish" einbrachte.

Was nun? Das Festland ist euch zu gefährlich, das Wasser auch. Dann beschränkt ihr euch wohl oder übel auf einen Strandspaziergang mit sicherem Abstand zum Wasser. Muscheln sammeln, der Klassiker. Hier gibt es so hübsche Muscheln. Oh, da ist eine besonders hübsche, die ist so schön bunt! Schnell aufheben und – AU! Was war das?! Hat euch etwa die Muschel gestochen? Ja, hat sie. Giftige Muscheln, die stechen können. Cone shells, zu deutsch: Kegelschnecken. Willkommen im Paradies.

Keine Bange, klingt jetzt alles viel spektakulärer und gefährlicher als es eigentlich ist. (Außerdem leben Kegelschnecken in der Regel im Meeresboden, weil schön feucht und schlammig. Künstlerische Freiheit, ihr versteht.) Die größte Gefahr weit und breit sind und bleiben die besoffenen Australier. Und obwohl es hier all diese Tiere gibt, gibt es meiner Meinung nach überhaupt keine Probleme mit ihnen, wenn man ihren Lebensraum respektiert und mit ein bisschen gesundem Menschenverstand handelt. Kakadus ausgenommen.