Freitag, Dezember 29, 2006

Frohes neues Jahr!


Eva sondiert für euch schon mal die Lage in 2007...

Ich wünsche euch allen jetzt schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein tolles Silvester! Und während ihr am 31.12. noch in 2006 rumlungert und auf Mitternacht wartet, wahrscheinlich noch gar nicht mit den Feiern angefangen habt, bin ich eurer Zeit mal wieder weit voraus (Trendsetter Eva) und schau mich für euch mal um, was 2007 so verspricht.

Um 15.00 Uhr deutscher Zeit könnt ihr ja mal kurz an mich denken. Denn dann ist hier Mitternacht! Die Bühne für die Silvesterfeierlichkeiten hier auf der Insel wird schon seit Tagen aufgebaut. Praktischerweise direkt am Ende des Stegs, wo mein Boot liegt. Das heißt, dass ich das Feuerwerk von meinem Katamarannetz bewundern werde. :) Zusammen mit U., eine sehr nette Deutsche, die ich noch aus Sydney kenne und die hier auch auf der Insel arbeitet.

*Hinweis: Es folgt ein Loblied an U.*
U. und ihrem Laptop verdanke ich es, dass ich überhaupt hier auf der Insel ins Internet komme. Außerdem hätte ich ohne sie wahrscheinlich schon längst den Inselkoller bekommen. Aber so können wir uns immer gemeinsam über die australische Arbeitsmoral aufregen und besonders faule Kollegen oder kuriose Mitbewohner. Und das Wichtigste: Sie hat mir einen Schoko-Adventskalender geschenkt!!! Ich stehe auf ewig in ihrer Schuld... Danke, U.! :)
*Hinweis: Das Loblied ist nun zu Ende*

Ansonsten ist es zur Zeit recht stressig, da drei meiner Arbeitskolleginnen leider aufgehört haben und kein Nachschub in Sicht ist und ich oft länger arbeiten darf. Und schneller. Und härter. Und überhaupt. Schrubb, schrubb, schrubb. Schrubb, schrubb, schrubb. Schrubb. Ihr versteht. Aber das wird sich hoffentlich 2007 wieder ändern. Womit ich wieder das eigentliche Thema aufgegriffen habe und meinen Eintrag schön abrunden kann. Toll. Ich bin von meinen schriftstellerischen Qualitäten mal wieder restlos begeistert. Ihr wahrscheinlich auch. Da fällt mir ein: Gibt es noch meinen Fanclub?!

Ein frohes neues und lasst es krachen! Aber bitte keine Böller, lieber das Geld spenden. (Hu, und am Schluss noch die Moral- und Wohltätigkeitspredigt. Mann, ich bin mal wieder viel zu gut für diese Welt...)

Nachtrag: So habe ich Silvester gefeiert

Mein toller Plan mit auf dem Netz liegen und das Feuerwerk ansehen ist leider ins Wasser gefallen. Ja, es hat geregnet. Leider. Abends um 20.30 Uhr sahen wir uns das erste Feuerwerk (für die Kinder, damit sie dann schon ins Bett gehen können) an. Um Mitternacht standen wir dann im Regen auf dem Boot und sahen uns das echte Silvesterfeuerwerk an. Danach gingen wir noch mit Wunderkerzen in der Hand hoch zur Front Street, wo eine Bühne aufgebaut war und eine Liveband spielte. Es dauerte ein Weilchen, bis Leute nach und nach eintrudelten. Aber dann war die Stimmung doch ganz gut. Am nächsten Morgen hieß es wieder: Früh aufstehen und arbeiten.

Dienstag, Dezember 26, 2006

Merry Christmas



Hohoho, ich wünsche euch allen frohe Weihnachten! Denn es ist ja noch Weihnachten, gell? Vielen Dank auch für die Weihnachtsgrüße, die mich auf dem ein oder anderen Weg erreicht haben. Und der Rest der Grüße ist wohl noch unterwegs - naja, nach Australien dauert es halt ein bisschen länger. *einigen hoffentlich ein schlechtes gewissen verpass* Ein besonders dickes Dankeschön an meinen Alienzwilling für den tollen Weihnachtsbrief!

Und wenn ihr euch fragt, wie ich Weihnachten verbracht habe, hier die Kurzversion: Schmutzige Toiletten schrubben. Öfen schrubben. So ca. 35 Grad oder noch mehr bei hoher Luftfeuchtigkeit. Der Schweiß läuft. Überstunden. Das traditionelle Weihnachts-Mitarbeiter-Barbecue. Zwischendurch noch mal umgezogen. Inzwischen schon Katamaran Nummer 3. Ja, ich lebe immer noch auf einem Boot. Und im Moment komme ich leider zu gar nichts mehr. Hoffe aber dennoch, dass ich dieses Jahr noch einen richtigen Eintrag schaffe...

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Eine kleine Anekdote: Eva beim Angeln



Foto: Eva am Hill Inlet-Aussichtspunkt

Es gab mal wieder einen freien Tag für Eva. Wetter nicht gerade für den Strand geeignet. (Frau wird anspruchsvoll.) Was also tun? He, wie wäre es denn mit dem sinnlosen Töten von unschuldigen Meeresbewohnern? Klingt gut!

Zu fünft mieteten wir uns ein Dinghy (= ein kleines Boot mit Außenbordmotor) inklusive Angelausrüstung und Köder für einen halben Tag. Angelschein, Fischereilizenz – alles Firlefanz. Hauptsache, man zahlt. Welcome to Queensland. Gesetze, falls vorhanden, sind hier eher Richtlinien. Wir zahlten, qualifizierten uns damit als Angler und schon gings los.

Fröhlich tuckerten wir in unserem Bötchen aus dem Hafen raus. Doch halt! Halt? Ja: Halt. Unser Motor war nämlich abgesoffen. Wir mitten in der Hafeneinfahrt. Fing ja schon mal gut an. Der Kapitän versuchte vergebens, den Motor wieder zu starten. Auf einmal ein „Oh oh“. Entsetzt starrt L. in Richtung Hafeneinfahrt. Die Hamilton Island Fähre hielt vollen Kurs auf den Hafen. Und damit - auf uns. Und diese Fähre ist verdammt schnell. Und groß! Und unser Boot war klein. Die Hafeneinfahrt gerade groß genug für die Fähre. Ach ja: Hatte ich schon erwähnt, dass unser Motor nicht mehr lief?! Nur so ein kleines, unwichtiges Detail am Rande, dass ich für erwähnenswert halte.

Panisch fingen wir an zu paddeln. Die Fähre betätigte schon die Schiffshupe im Sekundentakt. Tatsächlich bewegten wir uns vom Fleck, sogar in die gewünschte Richtung. Dennoch furchtbar langsam. Die Fähre dagegen schien sogar noch schneller zu werden. He, was soll das, wollen die uns etwa absichtlich rammen? Endlich kamen wir an einem Pfahl an und mir wurde die ehrenhafte Aufgabe zuteil mich an selbigem festzuklammern. Und nur wenige Sekunden später fuhr die Fähre an uns vorbei. Die meisten Leute an Deck riefen mehr oder weniger lustige Kommentare zu uns herüber und die Touristen an Bord schossen begeistert Fotos von diesem Spektakel. Ich blieb weiterhin in inniger Umarmung mit dem Pfahl; die Fähre machte ganz schöne Wellen. Nie im Leben hätte ich daran gedacht, dass ich diesem Pfahl mal so nahe kommen würde. Oder überhaupt irgendeinem Pfahl...

Nach mehreren Telefonanrufen und weiteren Startversuchen ging der Motor irgendwann auf einmal doch und wir fuhren weiter. Der erste Fang des Tages ließ lange auf sich warten. Ich stellte lediglich den Rekord im „Fische beißen mir die Köder inklusive Haken von der Angel, aber sonst fang ich nix“-Sport auf. Doch tatsächlich fingen wir etwas. (Algen und sonstigen Kram, den wir vorher aus dem Wasser gefischt haben, zähle ich jetzt nicht dazu.) Ein echter, lebendiger Fisch!! Naturtalente, die wir sind, war es natürlich ein hochgradig giftiger. Wir mussten ihn von der Angel schneiden, denn schon beim Anfassen hätten wir uns etwas Böses einfangen können. Kurz und gut: Der Angelausflug war ein voller Reinfall. Angeltechnisch gesehen. Aber wir hatten unseren Spaß (vor allen die drei, die schon frühs um halb neun anfingen Wodka Cola zu trinken - wir deutschen Mädels blieben brav und anständig) und das ist ja die Hauptsache. Doch Fischen gehen werde ich hier bestimmt nicht mehr. Das war auch schon meine kleine Anekdote. :)

Ansonsten gibt es nicht allzu viel Neues. Ich war auf unserer Betriebsweihnachts-feier (vielleicht schaffe ich noch einen anderen Eintrag zur Adventszeit und Weihnachten in Australien), habe brav gearbeitet und war gestern mal wieder segeln und schnorcheln. Mein neuer und absoluter Lieblingsplatz hier in den Whitsundays: Hill Inlet. Absolut traumhaft. Unwirklich schön! Meiner Meinung nach kann man die Inseln hier als die Karibik Australien bezeichnen. Auch wenn ich doch so langsam einen Inselkoller entwickle. Ist eben doch recht klein. Muss mal wieder bald aufs Festland fahren – schon alleine deshalb, um endlich mal wieder einen normalen Supermarkt betreten zu können.

Ich kann gar nicht glauben, dass bald Weihnachten ist. Hier bekommt man relativ wenig davon mit. Meine Weihnachtsplätzchen vermisse ich schon. Will unbedingt welche haben, sobald meine Füße wieder deutschen Boden betreten. Und es ist mir dann scheißegal, ob gerade Hochsommer ist, Frühling, Herbst, Weltuntergang – ich will Weihnachtsplätzchen! *jammer* Genießt eure Weihnachtsplätzchen, ihr wisst wahrscheinlich gar nicht zu schätzen, was für eine tolle und leckere Tradition das doch ist. Das Schlusswort für heute lautet deshalb: Ehrt und verzehrt eure Weihnachtsplätzchen, solange es noch geht!

Dienstag, November 28, 2006

Eva auf Hamilton Island (Whitsundays)



Foto: Einer von unzähligen Insel-Buggys

Den folgenden Satz bitte in bester John F. Kennedy-Manier betont vorstellen: “Ich bin ein Resident!!” Gut, ich weiss, dass es mit der Silbenanzahl nicht so ganz hinhaut und es auch viel beeindruckender waere, wenn noch ein “P” vor dem “resident” stehen wuerde, aber daran kann ich ja noch arbeiten. Auf jeden Fall bin ich nun schon seit ueber zwei Wochen hier auf Hamilton Island und eine offizielle Inselbewohnerin. Ein “resident” eben. Daher wird es an der Zeit, dass ich euch etwas von meinem Inseldasein berichte.

Hamilton Island ist ein Inselresort und besteht quasi aus zwei Zentren: Dem Hafen mit diversen Shops und Restaurants (=Marina) und dem Resort Center, wo all die Urlauber naechtigen. Die Insel befindet sich in Privatbesitz und hier darf keiner ohne Erlaubnis auf der Insel uebernachten. Inselangestellte sind deshalb in Besitz eines Ausweises mit Foto, der sie als “resident” zu erkennen gibt und welcher immer bei sich zu tragen ist. (Ja, deshalb mein super-kreativer Satz zu Beginn!) Ich liebe diese kleine Plastikkarte und hoffe sehr, dass ich sie als Andenken behalten darf.

Das ultimative Fortbewegungmittel auf der Insel sind Buggys, also Golfwaegen. Die Urlauber koennen sie sich mieten. Es gibt so gut wie keine Autos auf der Insel, nur ein paar Lieferwaegen fuer diverse Geschaefte. Und wer keinen Buggy hat, kann den kostenlosen Island Shuttle Bus nutzen. Obwohl die Insel nun wirklich nicht so gross ist und man zu den wichtigsten Orten sowieso problemlos zu Fuss laufen kann. Dennoch praktisch. :)

Neben den diversen Restaurants und Cafes gibt es noch einen Supermarkt, einen Bottle Shop, eine Baeckerei, eine Kunstgallerie, eine Apotheke, zwei bis drei Klamottenlaeden, zwei Souvenirlaeden, einen Tauchershop, einen Nachtclub und eine Eisdiele. Die Lebenshaltungskosten auf der Insel sind unverschaemt teuer – fuer eine Tafel Schokolade zahlt man ueber 7 Dollar!! Vom Eis mal gar nicht zu reden. Dafuer ist meine Mitarbeiterunterkunft guenstig und ich wohne immer noch auf dem Boot. Allerdings nicht mehr lange, wie es den Anschein hat. Leider. Es ist einfach toll morgens aufzuwachen, aus dem Fenster zu schauen und das tuerkisblaue Wasser zu sehen. Oder sich abends auf das Katamaran-Netz in eine Decke gewickelt zu legen und nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Daher geniesse ich jede einzelne Minute, die mir hier noch vergoennt ist.

Ein unschlagbarer Vorteil, dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen, ist einfach die Atmosphaere. Alle sind gut gelaunt und relaxt. Und natuerlich sind die freien Tage immer wie ein kleiner Mini-Urlaub. Das Wetter hier ist unverschaemt gut und sonnig. Ich habe es natuerlich besonders schlau gemacht, dass ich fuer eine Gesellschaft arbeite, die Segelyachten vermietet. Gestern zum Beispiel sind ein paar von uns, die frei hatten, mit einem Katamaran zu einem absoluten Traumstrand gesegelt. Schneeweisser Sand, tuerkisblaues Wasser. Zwei andere Maedels und ich sind zum Strand geschnorchelt, waehrend die anderen auf dem Boot blieben und sich ein oder zwei Bier gegoennt haben. Sprich: Wir hatten den ganzen Strand fuer uns alleine. Besser als in jedem Prospekt! Und mit direktem Blick auf den beruehmten Whitehaven Beach direkt gegenueber, einem der Top Ten-Traumstraende dieser Welt. Dort lagen viel mehr Segelboote vor Anker, waehrend wir bei der kleinen Strand-Schwester die einzigen waren. Ja, das Leben ist schoen. :)

Da faellt mir auf, bei der Gelegenheit habe ich euch ja schon mein neuestes Hobby vorgestellt: Schnorcheln! Hat auf Anhieb prima bei mir geklappt und es ist einfach toll. (Werde natuerlich dafuer besonders viel Verwendung daheim in Deutschland finden.) Auch wenn ich bisher – laut Aussagen der anderen – noch keine wirklich schoenen Schnorchelstellen gesehen habe. Ich fand es dennoch beeindruckend, die bunten Korallen und Fische, sogar eine Schildkroete habe ich schon gesehen.

Viel mehr kann man hier an seinen freien Tagen auch fast nicht machen, es spielt sich alles am und im Wasser ab. Daher beschaeftigen sich viele Mitarbeiter abends und an ihren freien Tagen mit einer anderen Art von nassem Sport: Bier trinken. Wirklich unglaublich, was manche konsumieren koennen. Die meisten Staff Members (=Inselangestellte) sind naemlich jung (um die 18 bis Anfang 20, ich bin schon einer der Oldies mit Mitte 20) und sind nur wegen einem einzigen Grund hier: Party! Und glaubt mir, die machen anstaendig Party. Einer der Gruende, warum ich noch laenger auf dem Boot bleiben will, da es in den Mitarbeiterunterkuenften nicht annaehernd so ruhig ist wie hier.

Ansonsten gibt es noch ein paar abendliche Aktivitaeten fuer die Urlauber wie Karaoke oder eine Live-Band, die sonntags am Hafen spielt. Aber natuerlich geben sich die Urlauber ebenfalls richtig die Kante und der hiesige Bottle Shop (= der einzige Laden, der Alkohol verkaufen darf) muss einen Wahnsinnsumsatz machen. Die groesste Gefahr auf Hamilton Island ist daher nicht das hiesige Wildlife (Krokodile, Killerquallen und alles, was eben so dazu gehoert), sondern die angetrunkenen Buggy-Fahrer. Fast taeglich gibt es einen Crash.

Ich koennte euch noch erzaehlen, dass ein Film mit Nicole Kidman, “Dead Calm” ("Todesstille"), hier gedreht wurde und ein paar lustige Anekdoten von Dingen, die ins Wasser fallen, wie Grills, Staubsauger und vieles mehr. (Memo an selbst: In den Yachthaefen dieser Welt nach teuren Designer-Sonnenbrillen und Co. tauchen gehen, gebraucht verkaufen und ein Vermoegen machen.) Mir ist bisher uebrigens noch nichts ins Wasser gefallen, toi toi toi! *krampfhaft meine sachen festhalt*

Aber ich hoere besser mal langsam auf. Denn nach diversen liebevollen Mord- und Freundschaftskuendigungs-Drohungen, die ich via E-mail nach meinem letzten Blog-Eintrag von euch erhalten habe, will ich euch mal nicht ueberstrapazieren. Meine Guete, der Winter in Deutschland macht euch ja ganz schoen aggressiv!

Zum Schluss nur noch ein paar Worte zu meinem Job: Ist in Ordnung, natuerlich nichts Besonderes, aber als Backpacker-Job echt okay. Auch wenn man recht schnell Oefen schrubben satt hat. Und es stimmt: Je mehr Kohle die Leute haben, desto schmuddeliger sind sie. Beschaemend und eigentlich ein absolutes Armutszeugnis. Meine Arbeitskollegen sind alle sehr nett und wir sitzen oft abends noch in gemuetlicher Runde zusammen. Ich arbeite 40 Stunden die Woche, von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr mit einer einstuendigen Mittagspause. Frei habe ich montags und dienstags. Also heute. Und daher hoere ich jetzt wirklich auf und gehe eine Runde schwimmen. Bis zum naechsten Mal!

Dienstag, November 14, 2006

Mein neues Zuhause

Foto: Der hiesige Strand

In Byron Bay hatte es viel geregnet. Viel zu viel für meinen Geschmack. (Seht ihr das? Ich habe wieder Umlaute!! Ist däs nicht töll? Ich finde es primä!) Dabei wollte ich doch Sonne! Wofür bin ich schließlich in Australien? Also in den nächstbesten Bus gesetzt und nur eine 24-stündige Busfahrt später kam ich im sonnigen Airlie Beach in Queensland an. Airlie Beach ist ein recht kleiner, aber netter Ort. Auch bekannt als Tor zu den Whitsunday Islands. Wem das jetzt nichts sagen sollte: Einfach mal bei der Google Bildersuche "Whitsundays" oder "Whitsunday Islands" eingeben.

Dort lief dann alles recht schnell. Denn obwohl Blaubeeren pflücken ein toller Job war, wollte ich etwas machen, was man eigentlich nur hier in Australien machen kann. Also nicht einfach irgendwo kellnern. (Und wer jetzt "Känguruzüchter!" denkt, liegt leider völlig falsch. Also ehrlich.)

Ich kam also morgens in Airlie Beach an und nur ein Telefongespräch später fuhr ich am selben Tag noch mit einer Fähre zu einer der Whitsunday-Inseln: Hamilton Island. Am nächsten Tag fing ich schon meinen neuen Job an. Ich bin ein "Detailer", also im Prinzip ein Zimmermädchen. Nur auf Segelbooten. Also bin ich eigentlich ein "Kajütenmädchen".

Da momentan keine Mitarbeiterunterkunft auf der Insel für mich frei ist, muss ich vorübergehend auf einem Katamaran im Hafen wohnen. Recht luxuriös; wenn man ihn mieten würde, zahlt man nur 1100 Dollar die Nacht. Was soll ich sagen: Es ist toll hier! Das Wasser ist unverschämt blau, das Wetter immer sonnig und warm. (Nur abends friere ich und ziehe mir einen Pulli an. Bin aber auch die Einzige, die das macht. Dafür finde ich es tagsüber auch nicht so unerträglich heiß wie die anderen. Mein Frostbeulendasein hat endlich einen Vorteil!) Palmen ohne Ende. Ja, auf so einer tropischen Insel kann man es sich gut gehen lassen.

Und wenn Feierabend ist, fährt fast täglich jemand mit einem der Boote raus für einen kleinen Bootsausflug. Außerdem arbeitet in einem der vielen Inselrestaurants U., eine Deutsche, die ich noch aus Sydney kenne. Und deren deutsches Laptop ich gerade netterweise benutzen darf - mit äll den wünderschönen Ümläuten! Heute hatten wir beide frei und waren am Strand. (Siehe Foto.) Haben es uns außerdem bei mir auf dem Boot mit (gerade noch erträglichem) Eis gut gehen lassen, während wir Musik hörten und an Deck lagen.

Da fällt mir ein: Wie ist denn das Wetter in Deutschland eigentlich so? *unschuldig guck* Sorry, aber diese Frage konnte ich mir einfach nicht verkneifen! Ich weiß, ich bin ein Biest. Aber dafür ein Biest, das für die nächste Zeit auf einer Insel im tropischen Queensland wohnen wird. Damit kann ich leben. :)

Das ist also der aktuelle Stand. Das Great Barrier Reef direkt vor der Haustür, jeden Morgen sehe ich als erstes das türkisblaue Wasser, Kakadus ärgern mich in der Mittagspause...paradiesisch. Nur die Kakadus können einen nerven. Werde hoffentlich auch wieder öfters ins Internet kommen, freue mich über eure kleinen Lebenszeichen. Ich gehe gleich noch den wunderschönen Sternenhimmel anschauen, um wieder mal das Kreuz des Südens zu bewundern...

Mittwoch, November 08, 2006

Eva in Byron Bay (+ Ausflug nach Nimbin)

Foto: Der riesige Tintenfisch-Drachen

Nachdem ich in Sydney schon zu sesshaft geworden bin (bestes Warnsignal: Ich musste nicht mehr zwanghaft das Opernhaus fotografieren, sobald ich es sah) habe ich mich in den naechstbesten Bus gesetzt und bin nach nur 13 1/2 Stunden Fahrt hier in Byron Bay angekommen, um mein Leben als Backpacker zu beginnen. (Schon allein der Alliteration wegen.)

Byron Bay ist schon ziemlich weit im Norden von New South Wales gelegen. Ein kleiner, aber netter Ort, der hier in Australien ziemlich bekannt ist. Denn - laut Aussage in diversen Broschueren - war Byron Bay in den 60ern das australische Mekka fuer Surfer, in den 70ern das australische Mekka fuer Hippies, in den 80ern das australische Mekka fuer Backpacker und seitdem findet man hier von allem etwas. Letzterem kann ich nur zustimmen. Besonders haeufig ist die Kombination "Surfender Backpacker im Hippie-Look" anzutreffen. Standardfrisur: Dreadlocks. Und natuerlich findet man hier viele Oeko- und New Age-Laeden. Und hier ist staendig Party angesagt. Die Stadt lebt von Backpackern, es wimmelt nur so von ihnen! Abgesehen davon - und von den diversen Straenden - gibt es hier noch den Leuchtturm auf Cape Byron. Cape Byron ist uebrigens der oestlichste Zipfel vom australischen Festland.

Am Wochenende fand hier das "Kites and Bikes Festival" statt, welches schoen anzusehen war: Die verschiedensten Drachen - Teddybaer, Gitarre, Pinguin, Riesenoktopus und andere - wehten im brutal blauen Himmel ueber den Strand hinweg. Sehr huebsch anzusehen. Kurz zu meiner Unterkunft: Mein Hostel ist nett und gut gelegen. Ich brauche ganze zwei Minuten bis ich am Main Beach angelangt bin. Und sollte mir dieser Weg zu weit sein, muss ich von meiner Zimmertuer aus nur zweieinhalb Schritte ueber den Gang laufen und schon bin ich im beheizten Pool. Warm ist es hier auch. Schoen! :)

Zum Backpackerdasein gehoert neben dem Versehen von den eingekauften Lebensmitteln mit Namensschildchen natuerlich auch der typische Backpackerjob: Fruitpicking. Zu deutsch: Erntehelferin. Also ging ich Blaubeeren pfluecken. (Schon allein der Alliteration wegen!) Denn wozu ist mit man mit einem abgeschlossenen Studium, einem bereits einjaehrigen Aufenthalt im englischsprachigen Ausland usw. besser qualifiziert?! Eben. Der aufmerksame Leser hat sicherlich die Praeteritum-Form "ging" bemerkt. Brav! Blaubeeren pflueckte ich ganze zwei Tage lang, aber dabei verdient man nicht viel und es rentiert sich nicht wirklich. Weswegen ich es wieder aufgehoert habe. Obwohl es nicht schwer war, die Leute nett waren und es sogar Spass gemacht hat. Aber ich denke, dass mit dem Spass haette sich nach spaetestens zwei weiteren Tagen auch erledigt.

Nachdem ich schon einiges von Nimbin gehoert hatte, hauptsaechlich aber immer wieder den Satz: "Das muss man selbst erlebt haben, um es glauben zu koennen" bin ich fuer einen kleinen Tagesausflug nach Nimbin gefahren. Falls euch das nichts sagt, keine Bange. Ich erzaehle ja schon mehr davon!

Gleich.

Denn auf den Weg nach Nimbin fuhren wir - immer mit musikalischer Untermalung, ein Mix aus Reggae, Rock und Flower Power-Songs - durch subtropischen Regenwald und sahen den Minyon Falls-Wasserfall im Nightcap National Park. Zwar nicht besonders beeindruckend (vielleicht sollte ich nicht beim Stichwort "Wasserfall" sofort an die Niagarafaelle denken?), aber mit einem huebschen Regenbogeneffekt und einen Superausblick auf den Regenwald unter uns. Nun zurueck zu Nimbin.

Nimbin war in den 70ern die Hippie-Kommune Australiens schlechthin. (Ja, ich bin halt ein alter Hippie im Herzen. *gg* Oder doch nicht?) In diesem Ort fand das bekannte Aquarius-Festival (Anti-Kriegs, Pro-Frieden-Festival) statt. Aber warum habe ich nun von vielen anderen Backpackern faszinierende Stories gehoert? Ganz einfach: Nimbin ist auch heute noch von den Hippie-Nachfahren, teilweise den Originalen, bevoelkert und recht alternativ. Ausserdem ist es bekannt als - und dem verdankt es seinen Ruf - Marihuana-Hauptstadt Australiens. Das wurde einem spaetestens bewusst, als man das Shirt des Busfahrers ("Experience Nimbin on THC") und die eindringlichen Warnungen, dass Drogenkonsum illegal ist und man am besten keinen Kuchen, Kekse oder Orangensaft konsumieren sollte, wenn man nicht ins Gehege mit dem Gesetz kommen moechte, hoerte. (Orangensaft?! Das war mir neu!) In der Marihuana-Hauptstadt angekommen erst mal festgestellt, wie klein dieses Kaff doch ist. Und wenn ich sage klein und ihr jetzt denkt: "Oh, klein!", dann denkt noch kleiner. Kleiner! Das ist Nimbin. Die Hauptstrasse ist man in 90 Sekunden entlang gelaufen.

Die Gebaeude sind alle huebsch bunt bemalt, es gibt viele Hanfklamotten und Hanfblaetter zieren die meisten Produkte und Schaufenster. Es gibt sogar die "Hemp Embassy", die mit Bibelzitaten und plakativen Slogans wie "The Law is the Crime!" fuer die Legalisierung des Hanfs kaempft. Einmal im Jahr findet "Mardi Grass" (man achte auf das Doppel-s!) statt, waehrend dem sie unter anderem ueberdimensionale Joints durch die Strasse tragen. Aufkleber wie "Thank you for pot smoking" oder das "Australian Cooking with Cannabis Book" und aehnliche Produkte sind ueberall erhaeltlich.

Aber das eigentliche Ereignis sind die Einheimischen, die sich in aller Oeffentlichkeit und mitten auf der Strasse zudroehnen! Ueberall riecht es nach Marihuana. Und Zeitungsartikel ueber Bewohner mit skurrilen Geschichten, die jeder normale Mensch geheimhalten wuerde, werden stolz ueberall aufgehangen. Wie zum Beispiel die von einem Einwohner, der wegen Drogenbesitzes vor Gericht erscheinen musste, er einen Tag zu frueh kam und als Beweis dafuer, dass Hanf harmlos ist, gleich mal seine Hanfpflanze mitbrachte. Was ihm natuerlich eine weitere Strafe einbrachte. Doch der Hammer ist: Diese Aktion hat er schon zum zweiten Mal gebracht! Sein Kommentar: "Wenigstens habe ich dieses Mal meinen Blumentopf wieder bekommen. Irgendwann werden sie es auch verstehen." Sicher.

Mein Highlight war das Nimbin Museum, ein paar vollgestellte Raeume, sehr skurril, aber kuenstlerisch wertvoll und bunt. Ausserdem kostenlos. Nach einer Stunde intensiven Sightseeings ist man aber spaetestens mit allem durch. Und nein, keine Bange: Ich habe natuerlich kein Marihuana geraucht, gegessen, getrunken oder in irgendeiner anderen Art und Weise zu mir genommen.

Auf dem Wege zurueck aus Nimbin fuhren wir unter anderem an Macadamia- und Kaffee-Plantagen vorbei. Der Kaffee hier in der Gegend hat uebrigens letztes Jahr den "Weltbesten Kaffee-Preis" gewonnen. (Der offizielle Name ist wahrscheinlich... aehm...offizieller.) Ausserdem sind wir durch Lismore gefahren, welches die Aussies "Lesmore" tauften, weil es die Lesbenmetropole Australien ist. Ihr seht, eine interessante Gegend.

Ansonsten fand gestern der "Melbourne Cup" statt, DAS Pferderennereignis des Jahres! Frauen lieben es wegen der teuren Kleider, Huete und Pferde, Maenner lieben es wegen des Alkoholkonsums, der aufgehuebschten Frauen und der Wetten. Teilweise waren die Geschaefte deswegen geschlossen, nur damit ihr mal seht, was fuer ein Riesending das war.

Gut, soweit seid ihr mal wieder auf dem neuesten Stand. Demnaechst wieder mehr von mir.

Montag, Oktober 30, 2006

Australien-Nachrichten im Ueberblick

Damit ihr wisst, was hier die Leute beschaeftigt, mal ein kurzer Nachrichten-Ueberblick. Natuerlich voellig willkuerlich und subjektiv. Dennoch interessant, hoffe ich. :)

Das Thema schlechthin, welches jeden Tag immer wieder zur Sprache kommt, ist die Duerre. Australien leidet momentan naemlich unter der schlimmsten Duerreperiode seit 100 Jahren. Was unter anderem zu recht kuriosen Wasserspar-Vorschlaegen fuehrt, wie zum Beispiel das Unter-der-Dusche-Singverbot. (Woran ich mich strikt halte!) Oder zu einer erhoehten Selbstmordrate unter Bauern. Die Armen. Erst hauen die Frauen ab (siehe frueherer Blogeintrag "Arme australische Farmer", Juli 2006) und nun die Duerre. Kein Wunder, dass da manche zum Strick greifen.

Weiter geht es mit schlechten Nachrichten: Immer wieder hoert man etwas ueber die immer noch anhaltende Bananenkrise. Zyklon Larry hatte ja im Maerz 2006 den Grossteil australischer Bananenplantagen zerstoert, was zu wirklich hohen Bananenpreisen fuehrte. Momentaner Standardpreis hier in Sydney: stolze 12,99 Dollar fuer das Kilo. (Luxusgut!!) Habe sie aber auch schon fuer 17,99 Dollar gesehen. Bye, bye, Bananen, mein Speiseplan muss ohne euch auskommen.

Was noch? In New South Wales wurde vor kurzem ein Gesetz erlassen, welches es dem Staat erlaubt, Kindern ihren Eltern wegzunehmen, insofern diese Eltern schon mal gewaltauffaellig bzw. kindesmissbrauchauffaellig geworden sind. Weltweit einmalig. Sehr heisse Debatte ueber das Wie, das Wann, das Pro und Contra.

Buschfeuer-Saison hat ja schon vor einer Weile offiziell angefangen. Es brennt und brutzelt munter ueberall ein wenig vor sich hin, unter anderem auch in den Blue Mountains, Nationalpark nahe Sydney, den ich ja eigentlich noch mal besuchen wollte. Spontan habe ich mich entschieden, den Besuch nach hinten zu verlegen. Da sie zum Loeschen den Trinkwasservorrat von Sydney anzapfen muessen, koennen demnaechst also noch striktere Wassersparmassnahmen auf uns zukommen. Und vielleicht auch eine kleine Rauchwolke, die Sydney erreicht. Denn hier ist es die letzten Tage echt verdammt windig. Kein Wunder, dass sich die Feuer so rasant ausbreiten.

Dann gab es hier gestern Abend DAS australische Musikereignis: Die ARIA (Australian Recording Industry Association) Awards. Gewinner hier.

Am Schluss noch kurz einige interessante Energie-Fakten. Warum? Weil ich das fuer erwaehnenswert halte, darum. Australien ist der weltweit groesste Exporteur von Kohle und besitzt ueber 40 Prozent des bekannten weltweiten Uranvorkommens. (Hatte ja dieses Fruehjahr einen Megadeal mit China abgeschlossen, der Schlagzeilen machte.) Plant momentan ausserdem den Bau des weltweit groessten Solarkraftwerkes.

Genug der Infos. Na, war das nicht lehrreich und interessant? Und hat es nicht wunderbar davon abgelenkt, dass ich die letzten Tage nichts Besonderes mehr erlebt oder gemacht habe? Ich finde schon.

Sonntag, Oktober 22, 2006

Die Geschichte von Trolley


Es war einmal ein australischer Einkaufswagen namens Trolley. Trolley war ein gluecklicher Einkaufswagen, er funkelte und blitzte froehlich im Schein der Supermarkt-Neonroehren. Besonders stolz war Trolley auf seine tadellos rollenden Raeder. Er liebte es die Gaenge des Supermarktes hoch und runter zu rollen. Am liebsten mochte er Gang Nr. 3, Schokolade und Suessigkeiten, da der Boden dort besonders huebsch glaenzte und viele Kinder ihn mit Waren fuellten.

Ja, unser Trolley war ein gluecklicher Einkaufswagen! Er fuehlte sich wohl in seinem Supermarkt und konnte sich nichts Schoeneres vorstellen, als staendig die Gaenge rauf und runter zu rollen. Eines Tages aber geschah das Ungeheuerliche. Eine Frau hatte ihren Wocheneinkauf mit Hilfe von Trolley erledigt und er rollte vollbepackt zur Kasse. Trolley wusste, dass die Frau ihn zu ihrem Auto fahren wuerde, damit sie nicht all die schweren Tueten schleppen musste.

Trolley mochte das nicht. Er musste dafuer ja seinen geliebten Supermarkt verlassen und ueber den rauen Asphalt des Parkplatzes rollen. Viele seiner Freunde haben sich dort schwere Verletzungen an ihren Raedern zugezogen und davor hatte Trolley grosse Angst. Ausserdem musste er draussen warten bis ihn ein Angestellter wieder in den Supermarkt fuhr. Es hat zwar erst einmal geregnet als Trolley draussen auf dem Parkplatz war, aber seitdem hatte er kleine Rostflecken, die nicht im Licht der Neonroehren glaenzten. Nein, Trolley mochte den Parkplatz nicht.

Er rollte also ueber den Asphalt und fuerchtete um seine Raeder, da die Frau ihn nicht besonders gut behandelte. Dummerweise schien sie auch noch am Ende des Parkplatzes ganz weit hinten ihr Auto abgestellt zu haben. Doch was war das? Sie hielt nicht am letzten geparkten Auto an, sondern fuhr einfach weiter. Sie verliess den Parkplatz! Einfach so!

„Oh mein Gott, ich werde entfuehrt!!!“, wurde es Trolley schlagartig klar. Er versuchte seine Raeder zu blockieren, aber die Frau war staerker als er. Daher quietschte er mit ihnen um Hilfe, aber keiner eilte zu seiner Rettung. Man ignorierte ihn einfach. Er war verloren!

Trolley war voellig verweifelt. Die Frau rollte ihn den Buergersteig entlang. Bald wurde die Strasse schlechter, es gab viele Schlagloecher und kaltherzig liess sie ihn von Bordsteinkanten runterplumpsen und stiess ihn ueber Steine hinweg. Sein rechtes Hinterrad fing an zu eiern.

„Stupid Trolley!“ beschimpfte ihn die Frau. Trolley war furchtbar traurig und aengstlich. Er hatte dieser Frau doch nichts getan, warum war sie so gemein zu ihm? Nach einer unendlich langen Zeit hielt sie schliesslich vor einem grossen Wohnhaus an und schleppte eine Tuete nach der anderen zur Tuere. Dann betrat sie das Haus und liess Trolley leer und einsam und ohne ein kleinstes Zeichen der Dankbarkeit draussen stehen.

Trolley hatte furchtbare Angst, dass die Frau wiederkommen und ihn von Buergersteigen stossen wuerde. Aber sie kam nicht wieder. Da wurde Trolley klar, dass er keine Ahnung hatte, wo er sich befand. Wie sollte er nur zurueck zum Supermarkt gelangen? Vielleicht wuerde ihn ja jemand anders zurueck bringen!

Also wartete Trolley. Er verbrachte seine erste Nacht im Freien. Am naechsten Morgen stellte er fest, dass er als Muelltonne missbraucht worden war und man eine alte CD und Papier in ihn geschmissen hatte. Keiner kuemmerte sich um ihn. Er verbrachte seine zweite Nacht draussen. Dann seine dritte und seine vierte. Was fuer ein jaemmerliches Leben! Trolley vermisste den Supermarkt und dessen Boeden so sehr. Langsam gab er aber die Hoffnung auf, ihn jemals wiederzusehen. Haette er doch nur die Zeit im Supermarkt ausgiebig genossen und sich nicht ueber die staendigen Mehlspuren in Gang 5 geaergert!

Trolley hatte sich schon fast damit abgefunden den Rest seiner Tage neben einem kaputten Fahrradreifen zu verbringen, als am Nachmittag des fuenften Tages ein Laster mit Anhaenger langsam die Strasse entlang rumpelte. Trolley traute seinen Augen kaum: Auf dem Anhaenger befanden sich ganz, ganz viele andere Einkaufswaegen!

„Ich bin hier, bitte nehmt mich mit!!!“ versuchte Trolley zu schreien. Was ihm nicht gelang, da Einkaufswaegen keinen Mund und Sprechorgane haben. Dennoch hielt der Laster an und ein Mann hievte Trolley auf den Anhaenger zu den anderen Einkaufswaegen. Gemeinsam fuhren sie noch gut zwei Stunden lang durch die Gegend und sammelten weitere verlassene Leidensgenossen ein. Und schliesslich und endlich fuhren sie zum Supermarkt!

Trolley war uebergluecklich. Endlich konnte er wieder ueber die geliebten Gaenge seines Supermarktes rollen! Mit seiner Rad-Verletzung hat er sich abgefunden und er genoss sein Dasein in vollsten Zuegen. Schliesslich wusste er, dass er jederzeit wieder von einem grausamen Einkaeufer gekidnappt werden koennte...

Diese Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten. Tagtaeglich werden australische Einkaufswaegen grausam aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und nicht wieder zurueck gebracht. Daher wurde die „Trolley Tracker“-Hotline eingerichtet. Sollten Sie einen verlassenen Trolley sehen, rufen Sie dort kostenlos an und geben Sie den Standort des Einkaufswagens bekannt! Liebevolle Mitarbeiter werden sich um das Entfuehrungsopfer kuemmern, es abholen, zu einem Supermarkt bringen und behutsam wieder in das Alltagsleben einfuehren. Die Entfuehrung von Einkaufswaegen verstoesst gegen australisches Recht und Taeter muessen mit einer hohen Geldstrafe rechnen.

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Eva in Melbourne


Foto: Skyline von Melbourne

Melbourne ist die Hauptstadt von …? Richtig, Victoria. Noch eine Quizfrage: Wer hat Melbourne gegruendet? Na?! Es war – Batman! John Batman, um genau zu sein. Also nicht Robins Freund im schwarzen Leibchen. Klingt aber eindeutig besser, wenn man den Vornamen weglaesst und sagt “Batman hat Melbourne gegruendet”. (He, das ist eine wirklich nuetzliche Info fuer all die “Wer wird Millionaer”-Kandidaten unter euch, ihr werdet mir noch dankbar sein! Ach ja, im Falle des Falles will ich die Haelfte eures Gewinns. *gg*)

Zur Erinnerung: den Wochenendausflug nach Melbourne hatte ich ja bei einem australischen Backpackermagazin gewonnen. (Fuer M.: Und entgegen anders lautenden Anschuldigungen wird meine Gewinnspielmanie nicht im reihenweisen Konkurs von Reiseunternehmen und dem endgueltigen Untergang der Tourismusbranche resultieren! Obwohl das durchaus seinen Reiz haette…)

D. und ich flogen mit Jetstar, der Billigairline von Qantas, am Freitagabend nach Melbourne. Unser Ziel: Avalon Airport. Ein Flughafen ca. 55 km von Melbourne entfernt, der nur von Jetstar angeflogen wird. Oder wie ich ihn liebevoll getauft habe: Die Wellblechhuette. Denn genau das ist es: Eine Wellblechhuette. Wenigstens hat man keinerlei Orientierungsschwierigkeiten, denn es gibt genau ein Gepaeckband und ein Gate. Suess.

Unser Hostel war in North Melbourne und abends um 22.30 Uhr sahen wir auch schon unsere erste Show des so genannten Fringe Festivals. (Zur Info: Der Gewinn beinhaltete Hin- und Rueckflug fuer zwei Personen sowie Unterkunft, jeweils 2 Tickets fuer zwei Shows des Fringe Festivals sowie des International Arts Festivals und einen 150 Dollar-Lunch-Gutschein.)

Am Samstag ging es dann auf Sightseeing-Tour. Erstes Ziel: Die Touri-Info am Federation Square. Wir sahen uns anschliessend die “Earth from Above”-Ausstellung von Yann Arthus-Bertrand an, einige seiner Fotos kennt ihr bestimmt auch. Sehr beeindruckend. Ansonsten liefen wir so einige Gebaeude und Viertel wie Chinatown oder das Greek Precinct ab. Nachmittags um 13.00 Uhr sahen wir dann eine Performance im Rahmen des Arts Festivals im Arts Centre: Ein Klavier auf der linken Seite, ca. alle 20 Sekunden wird eine Note gespielt. Ein Mann an Laptops auf der rechten Seite, der Punkte auf eine Leinwand projeziert und elektronische Musik, eher Toene, mit dem Klavier kombiniert. Kurz und gut: Es war eine Tortur! Nach knapp der Haelfte verliessen wir dann fluchtartig den Saal – wie auch schon weit ueber ein Dutzend Leidensgenossen vor uns.

Unser naechstes Ziel war das Restaurant, fuer das wir den Essensgutschein hatten. Fuer die naechsten Stunden waren wir nur mit dem Essen beschaeftigt. Und eigentlich war ich ja schon nach der Vorspeise satt. Riesenportionen. Aber einen Gutschein verfallen lassen? Niemals! Deshalb hatte ich nicht nur eine Vorspeise, sondern auch eineinhalb Hauptspeisen und ein gigantisches Stueck Schokoladenkuchen mit Eiscreme als Nachtisch. Klingt jetzt zwar nicht besonders beeindruckend, aber die Portionen waren riesig!! (Falls ich es noch nicht erwaehnt haben sollte.) Allein das Stueck Kuchen wog bestimmt gut und gerne seine 350 Gramm – oder mehr. Trotz groesster Bemuehungen von D. und mir haben wir trotzdem nur 130 Dollar des Gutscheines verbraucht. Dennoch den Respekt (oder das Entsetzen?) der Restaurant-Angestellten geerntet. Aber mehr ging beim besten Willen nicht mehr. Wir waren so vollgefuttert, wir konnten kaum noch laufen. Ein Erlebnis!

Abends dann eine weitere Show des Fringe Festivals. Die musste ich mir allerdings alleine ansehen, weil D. vom vielen Essen schlecht war. Meinem Saumagen hat das natuerlich nichts weiter ausgemacht, er verdaute froehlich vor sich hin. Doch zurueck zum Fringe Festival: Es waren nie mehr als 30 Zuschauer pro Vorstellung da, der Raum fasst insgesamt vielleicht 40. Man war deshalb nah am Geschehen und die Theaterstuecke waren durchaus gut. Kann ich nur empfehlen.

Am Sonntag ging es dann weiter mit dem Sightseeing-Programm. Auf zur Lygon Street (= Little Italy) und danach in das Old Melbourne Gaol, das alte Gefaengnis. Hier wurde Australiens beruehmt-beruechtige Volksheld-Verbrecher Ned Kelly gefangen gehalten und gehaengt. Hat mir sehr gut gefallen, wir verbrachten auch fast zwei Stunden dort! Der juengste Insasse war uebrigens ganze drei Jahre alt. Sein Vergehen: Ungezogenes Benehmen. Hach, die guten alten Zeiten. Es geht eben auch ohne Supernanny.

Im Anschluss daran eine Rundfahrt mit der kostenlosen City Circle-Tram, die alle wichtigen Touri-Highlights anfaehrt. Ein Abstecher zu den Queen Victoria Markets, die wirklich alles verkaufen. Sowie zu den Arts Centre Markets, ein Kunst- und Handwerkermarkt. Da es doch recht kuehl war, verzogen wir uns danach wieder in ein warmes Gebaeude: Die National Gallery of Victoria. Durchaus empfehlenswert. Ebenso wie das Ian Potter Centre am Federation Square, welches ebenfalls zur National Gallery gehoert. Ach ja, Eintritt kostenlos.

Abends Show Nr. 2 des Arts Festivals: “Monumental”, eine Performance der australischen Taenzerin Ros Warby. Sie tanzte aber nicht wirklich, sondern improvisierte, stampfte, schrie und zuckte. Auf der Leinwand: Sterbende Voegel, eine ueberdimensional grosse Hand, ein ueberdimensional grosser Fuss, die Kuenstlerin selbst. Angeblich eine Hommage an Schwanensee. Dauerte Gott sei Dank nur 50 Minuten. War zwar nicht ganz so furchtbar wie die andere Show, aber mir fehlt eindeutig der Zugang zu dieser Art von Kunst. Bin halt ein kleiner Kulturbanause. Denn das ist mir an diesem Wochenende eindeutig klar geworden: Ich bin doch mehr der Verbrechen liebende Verdauungs- als der hohe Kunst schaetzende Kulturtyp. Tja.

Am Montag gingen wir in den Botanischen Garten. Zuerst den Shrine of Remembrance, der den im Kampf gefallenen australischen Soldaten gewidmet ist, besucht. Am Remembrance Day, dem 11.11., um 11.00 Uhr morgens wandert uebrigens ein Lichtstrahl der Sonne ueber den in der Mitte des Bodens eingelassenen Gedenkstein. Natuerlich nur, wenn die Sonne scheint. (Und woran musste ich die ganze Zeit denken? Genau: “Helau!”)
Anschliessend eine kostenlose Fuehrung durch den Botanischen Garten, wir beide waren die einzigen Tourteilnehmer. Der Garten ist wirklich wunderschoen, gefaellt mir noch um einiges besser als der in Sydney. Im Anschluss daran fuhren wir mit dem kostenlosen Tourist-Shuttlebus zum Parlament von Victoria. (Sightseeing ist sehr preisguenstig in Melbourne, das gefaellt mir!) Und dann war es ja auch schon wieder Zeit unser Gepaeck zu holen und zurueck zur Wellblechhuette zu fahren.

Alles in allem: Melbourne ist doch um einiges kleiner, kompakter und ruhiger als Sydney. Es ist bekannt fuer sein staendiges Aprilwetter, welches wir natuerlich auch zu spueren bekamen. Innerhalb von wenigen Minuten kann man wirklich zwei Lagen an- oder ausziehen. Und trotz der beiden Festivals haben wir doch recht viel von der Stadt selbst sehen koennen. Es war also mal wieder ein ereignisreicher Wochenendausflug.

Freitag, Oktober 13, 2006

Eva im Hinterland


Foto: Meine erste australische Schlange in freier Wildbahn

Das Wichtigste zuerst: Ich habe meine erste Schlange in freier Wildbahn hier in Australien gesichtet! War allerdings nur eine harmlose Diamond Python. Und natuerlich habe ich das gemacht, was jeder andere normale Tourist auch gemacht haette: Ich habe das obligatorische Beweisfoto geschossen. Ist sie nicht schoen? :)

Dann habe ich noch zusammen mit D. und einer Freundin von ihr das Nachtleben von Newcastle (= Industriestadt noerdlich von Sydney) erkundigt. Habe einen Bushwalk hinter mich gebracht. War wieder an den schoenen Straenden. Bin einmal quer durch den Blue Mountains National Park gefahren. (Allerdings ohne Zwischenstopp, da muss ich unbedingt noch mal hin.)

Und ich war in einer kleinen Stadt (naja, wir wuerden diese Ortschaft wohl liebevoll als „Kaff“ bezeichnen) namens Kandos in Central New South Wales nahe der Great Dividing Range. Dort haben wir Verwandte von D. besucht. In Kandos gibt es eine Zementfabrik, der dort produzierte Zement wurde unter anderem fuer den Bau der Sydney Harbour Bridge verwendet. (Wieder was dazu gelernt.) Ansonsten gibt es da – nichts. In der Touri-Broschuere wird voller Stolz erwaehnt, dass es noch nicht mal eine einzige Ampel oder einen Kreisverkehr gibt. Dafuer koenne man aber Staubsauger brummen oder Tueren zuschlagen hoeren. Kein Scherz!!! Gut, irgendwie mussten sie ja die DinA 4-Seite fuellen. Trotzdem merkwuerdig.

Ein Ausflug fuehrte uns daher nach Mudgee. Dort gibt es viele Weingueter und ein recht chaotisches Museum, das Colonial Inn Museum. Dieses Museum beherbergt unter anderem ein Zimmer vollgestopft mit altem Spielzeug. Der Garten ist vollgestopft mit alten Traktoren und Pfluegen. Eine kleine Kirche im Garten ist vollgestopft mit alten Naehmaschinen und hunderten von Puppen. Das Konzept ist mir immer noch nicht ganz klar. Ich glaube, es steht unter dem Motto: Alle Raeume mit irgendwelchem alten Kram von Leuten aus Mudgee vollstopfen. Obwohl der Kram manches Mal noch nicht mal wirklich alt ist. Im Zimmer, welches mit Brautkleidern von Braeuten aus Mudgee vollgestopft ist, gibt es zum Beispiel ein Brautkleid aus dem historischen Jahr – haltet euch fest – 1990! Wow! Lang, lang ists her...

Ausserdem wurde ich von D.s Verwandten auf eine kleine, private Kaengurusafari eingeladen. Hatte ihnen gegenueber naemlich erwaehnt, dass ich bisher nur tote Kaengurus am Strassenrand und noch kein einziges lebendes Exemplar gesehen hatte. Diese Safari war aeusserst erfolgreich und ich habe viele, viele, VIELE lebende Kaengurus gesehen. Eins sogar mit einem kleinen Baby-Kaenguru im Beutel. Ein anderes haetten wir fast ueberfahren. (Diese possierlichen Tierchen sind hier uebrigens Unfallursache Nummer 1, weshalb man nachts besser kein Auto mehr fahren sollte.) Schlange und Kaenguru kann ich also von meiner Liste streichen, fehlen noch Koala, Schnabeltier und Emu. Die kriege ich aber auch noch zu sehen! *teuflischen Koala-Sichtungsplan schmied*

Ansonsten werde ich heute trotz des schoenen Wetters (Sonne, 28 Grad) mal meine Sachen fuer meinen naechsten Wochenendausflug packen. Am Nachmittag gehts los. Ziel: Melbourne. Mehr darueber dann in Kuerze. Zum Schluss noch ein herzliches Dankeschoen fuer die Karte vom Kriterium!

Freitag, September 29, 2006

Die letzten Wochen im Zeitraffer


Foto: "Chalk the Walk" in Darling Harbour

Mein letzter vernuenftiger Blog-Eintrag ist schon ein Weilchen her, entschuldigt. Andererseits ist dies auch ein gutes Zeichen: Ich war mit anderen Dingen beschaeftigt. Daher mal auszugsweise, was ich in letzter Zeit so getrieben habe.

Zunaechst hatte ich das Vergnuegen, an einem “Meat Raffle” teilzunehmen. Sprich: Einer Fleischverlosung. Ja, richtig gelesen: Eine Fleischverlosung. Hin und wieder gibt es auch Fruechteverlosungen, aber Fleischverlosungen sind viel populaerer. Australier grillen gerne und sie essen Fleisch gerne, viel und oft, weshalb einen die Einrichtung eines “Meat Raffles” nur ein klein wenig stutzen laesst. D. hatte ein Ticket gekauft und mit diesem Ticket gleich zwei Mal gewonnen. Das Glueck scheint momentan auf unserer Seite zu sein!

Und wenn ich schon beim Thema Fleisch und Grillen bin, kann ich euch gleich mal mit den wichtigsten Grundregeln vertraut machen.
Regel Nr. 1: Alles, was essbar ist, kann gegrillt werden.
Regel Nr. 2: Sollte es etwas Essbares geben, das nicht gegrillt werden kann, tritt Regel Nummer 1 in Kraft.
Regel Nr. 3: Man kann Barbecue-Sosse zu wirklich allem essen. (Zum Beispiel Spiegelei. Das man selbstverstaendlich auch grillen kann. Und beim Pizza-Lieferservice “Domino’s” ist die Grundzutat jeder zweiten Pizza – neben der obligatorischen Tomatensosse – eben auch Barbecuesosse. Aehm, ja. Geschmaecker sind eben doch verschieden. Was zudem die Standardzutat “Rote Bete” auf australischen Hamburgern beweist.)

Dann habe ich ein paar der noerdlichen Straende Sydneys kennen gelernt, unter anderem Palm Beach, Drehort eines wahren Juwels des australischen Fernsehens: “Home and Away”. Ich habe diese Serie zwar noch nie gesehen, aber man hat mir in blumigen Farben davon erzaehlt. Wuerde es mal in die qualitativ hochwertige Kategorie “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” und Co. einordnen.

Apropos Palm Beach: Australier sind sehr kreativ, was Ortsnamen angeht. (Achtung, Sarkasmus!) So heisst zum Beispiel jeder gefuehlte zweite Platz oder Strasse in Sydney “Macquarie”. Oder man klaut einfach aus anderen Laendern: Toronto, Brooklyn, Heidelberg, alles ist hier zu finden. Manche Namen werden auch mehrfach verwendet, wie eben zum Beispiel “Palm Beach”.

Oben bei den Straenden war ich dann auch in, Zitat: “Australia’s Largest Waterfront Beergarden” in Newport. Zwar recht nett, mit huebschem Blick aufs Wasser sowie einen buschigen Nationalpark, aber nicht unbedingt ein Muss – meiner Meinung nach.

Dann habe ich noch meine handwerklichen Faehigkeiten unter Beweis stellen koennen beim Zusammenbau diverser Ikea-Moebel. (Ikea gibt es uebrigens genau drei Mal in ganz Australien: In Sydney, Melbourne und in Brisbane.) Habe mir eine Digeridoo-Show angesehen, die sehr interessant und informativ war. Sah ausserdem verschiedene Strassengemaelde beim “Chalk the Walk”-Festival in Darling Harbour. War auf einer Job-Boerse im Rathaus, die sich als leicht chaotisch und nicht gerade durchdacht erwiesen hat. (Vielleicht habe ich mich aber auch einfach nur vom Namen irritieren lassen. Schliesslich gab es dort viel mehr Reisebroschueren und Urlaubsinfomaterial als Arbeitgeber-Informationen.) Habe zudem ein paar nette Deutsche kennen gelernt.

Doch mein persoenliches Highlight: Eine einstuendige Fuehrung durch - *trommelwirbel* - das Opernhaus! D. und ihr Freund hatten sich einen Tag frei genommen und zusammen mit mir einen Tag Touristen gespielt und diese Fuehrung mitgemacht. Die ich uebrigens waermstens empfehlen kann. Nicht so sehr deshalb, weil man dann auch etwas vom Inneren sieht, sondern eher wegen den geschichtlichen Infos. Und falls es jemanden immer noch nicht klar geworden sein sollte: Die Oper ist mein neues Lieblingsgebaeude! Leider sind die Opernhaus-Souvenirs alle haesslich und/oder kitschig, ich werde wohl nie eine Mini-Oper besitzen. Aber es geht doch nichts um das Original! Verflucht sei das Gepaecklimit. (Obwohl ein Sydney-Opernhaus-Klau nicht gerade realistisch ist, wie man mir mitgeteilt hat. Verdammt!) Muss halt noch ein paar Erinnerungsfotos mehr schiessen. :)

Das war das Wichtigste in Kuerze. Am kommenden Montag ist uebrigens Labour Day, also Feiertag, und damit steht ein langes Wochenende bevor. Am Wochenende ist ausserdem das grosse Finale der Australian Football League (AFL). Doch ueber diese Sportart werde ich mich vielleicht ein anderes Mal auslassen, sie ist einfach zu bizarr. Heute Nachmittag fahren wir wieder zu D.s Eltern und zu den schoenen Straenden, ich freue mich schon riesig! Das Wetter soll warm und sonnig bleiben, perfekt. Und die paar Buschfeuer werden uns hoffentlich auch nicht in die Quere kommen.

Zum Schluss fuer heute noch ein Danke fuer die Karte aus Florenz! Und fuer die Leuchttuerme!

Donnerstag, September 28, 2006

Reisen bildet

Wusstet ihr schon, dass…

…man vor Krokodilen im Zickzack weglaufen sollte?

…es in – fuer europaeische Verhaeltnisse – kostenguenstigen Laendern hin und wieder mal zu einem Putsch kommen kann?

…das Dach des Opernhauses zweifarbig ist, damit es das Licht nicht zu stark reflektiert? (Ich zitiere: cream and off-white.)

…man hier immer zuerst nach rechts schauen sollte, bevor man eine Strasse ueberquert?

…mein Lieblingsname fuer ein Thai-Restaurant “Thaitanic” ist?

…man den Busfahrern in Sydney via Handzeichen signalisieren muss “Bitte halte an und nimm mich mit!”?

…als Tiere fuer das australische Staatswappen das Kaenguru und das Emu ausgewaehlt wurden, weil beide nicht rueckwaerts laufen koennen? (Fortschrittsgedanke!)

…Fussgaengerampeln Computerspielgeraeusche von sich geben koennen?

…der 305 Meter hohe Sydney Tower das hoechste oeffentliche Gebaeude der gesamten suedlichen Hemisphaere ist?

…es die Adresse “48 Wallaby Way” gar nicht in Sydney gibt?

…die anfaenglich geschaetzten Baukosten des Opernhauses sich auf 7 Millionen Dollar beliefen, es dann endgueltig aber 102 Millionen Dollar waren?

…”Burger King” hier aus dubiosen Gruenden “Hungry Jack’s” heisst?

…ich noch viel mehr gelernt habe, aber mir jetzt gerade nicht mehr einfaellt?

Dienstag, September 26, 2006

Freitag, September 15, 2006

Der Feuilleton-Blog-Beitrag: Kultur und Australien

Da das Aufzaehlen all der Dinge, die ich bisher so gemacht und erlebt habe, mit der Zeit vielleicht ein wenig langweilig wird, steht der heutige Beitrag unter dem Motto “Kultur”. Schliesslich bin ich inzwischen gut drei Wochen hier, habe so einige Museen besucht und mich bei echten Australiern informiert. Ich bin deshalb ohne jeden Zweifel dazu in der Lage, ein fundiertes und lueckenloses Bild der australischen Kultur zu zeichnen.

Und wie koennte man dies besser machen als sich intensiv mit dem aktuellen Fernsehprogramm auseinanderzusetzen?!

Allgemeines zum australischen Fernsehprogramm
Es gibt laut meinen Informanten nur fuenf oeffentliche Fernsehsender: ABC, Channel 7, Channel 9, Channel 10 und SBS. Die restlichen Sender sind PayTV, welches wir nicht empfangen. Daher kann ich nur auszugsweise die Sendungen der oeffentlichen Programme vorstellen. Da waere zuallererst zu nennen:

“Neighbours” (Channel 10): Die ultimative und wohl bekannteste Soap Opera Australiens. Aehnlich wie die Lindenstrasse bei uns eine feste Institution. Aehnlich wie die Lindenstrasse von den Australiern gehasst und geliebt, jeder kennt sie. Anders als die Lindenstrasse ist diese Serie ebenfalls dafuer bekannt, dass sich eine grosse Anzahl von weiblichen Schauspielerinnen als Saengerinnen versuchen. Unter anderem erfolgreich mit dieser Strategie waren Kylie Minogue, Natalie Imbruglia, Holly Valance oder Delta Goodrem. (Mutter Beimer als Saengerin? Nee, nee! Obwohl…hatte sie es nicht mal versucht? *gruebel*)

“Bert’s Family Feud” (Channel 9): Familienduell auf australisch. Nur vier Mitspieler pro Mannschaft, ansonsten aber ziemlich identisch. Und ich schwoere: Bert’s Peruecke hat dieselbe Frisur wie unser Werner Schulze-Erdel. Ob das wohl im Arbeitsvertrag festgelegt ist?

“Bananas in Pyjamas” (ABC): Fuer die Jungen und Junggebliebenen. Der Titel sagt alles: Gelbe Plueschbananen, die Schlafanzuege tragen. Ein Klassiker. Riesen-Marketingidee. Warum nicht auch bei uns?!

“Thank God you’re here” (Channel 10): Impro-Comedy. Jemand geht kostuemiert durch eine Tuer und wird mit einer Situation, die ihm vorher unbekannt ist, in entsprechender Kulisse konfrontiert (“Thank God you’re here!”). Simples Prinzip, aber je nach Schauspieler sehr, sehr witzig.

“Jamie’s Kitchen Australia” (Channel 10): He, wie waere es, wenn man Fernsehkoch Jamie Oliver mit exakt derselben Show, die er u.a. schon in England durchgezogen hat, nach Australien holt? Waere das nicht absolut einfallslos und ein garantierter Quotenbringer?!

“Australian Idol” (Channel 10): Australien sucht den Superstar. Das bekannte Prinzip, die bekannte Erkennungsmelodie, die bekannten Typen im Finale (der Balladensinger, der Rocker, der etwas Ausgeflippte usw.). *gaehn*

Zu guter Letzt meine absolute Lieblingsshow:

“Meerkat Manor” (Channel 10): Zwar habe ich noch nie eine komplette Folge gesehen, tatsaechlich sogar nur einmal den Vorspann und die ersten drei Minuten, aber dennoch liebe ich diese Reality-Serie fuer ihre Trailer:

*dramatische Musik* *todernste Stimme*
“She’s a teenage mom.”
*dramatische pause, stimme wird noch ernster*
“But her partner doesn’t know.”
*pause, dramatisch*
“And now her mother -
*superdramatische musik und unertraeglich lange pause*
is about to KILL her!!”

Um was es geht? Man filmt Erdmaennchen in einem Gehege in Suedafrika. Big Brother fuer Erdmaennchen. Wow! Ehrlich: Diese Show ist so absurd, man muss sie einfach moegen! Auch wenn man sie sich gar nicht ansieht. :)

Abgesehen von den kurz vorgestellten Serien gibt es die ueblichen amerikanischen Importe, ein oder zwei Dinge aus Japan und “Inspector Rex”. Und unertraeglich viele Werbepausen. Soviel zu meinem Feuilleton-Blog-Beitrag, Bereich Kultur.

VIVA LA TELEVISION!

Samstag, September 09, 2006

Eurobeat - Now playing in Sydney

Nach all den Museen wurde es mal langsam Zeit fuer Kultur der anderen Art. D. hatte von einer Kollegin Freikarten fuer die Show bzw. das interaktive Musical “Eurobeat – Almost Eurovision” bekommen. Das traf sich besonders gut, denn ich hatte schon diverse Anzeigen dafuer gesehen und sowieso beschlossen mir das Ganze anzusehen. Deshalb fuhren wir gestern Abend - das Auto mit drei Freundinnen von ihr vollgepackt - ueber die Anzac Bridge (exzellenter Blick auf die Harbour Bridge, leider nicht auf das Opernhaus) in die Stadt. Wie sich herausstellte, fand das Ganze im State Theatre statt und es war Opening Night! Unsere Sitzplaetze: Die fuenfte Reihe von der Buehne aus gesehen, wirklich perfekte Sicht.

Aber worum geht es dabei und warum wollte ich mir das ansehen? Ganz einfach: Dabei handelt es sich um eine Persiflage des von uns allen so heiss geliebten Eurovision Song Contest, ueber den ich mich uebrigens nie im Leben und in keinster Weise jemals irgendwann lustig gemacht habe. Damit das klar ist.

Und tatsaechlich war es ein ziemlich guter Eurovision Contest. Zwoelf Laender haben ihre Lieder vorgestellt (Deutschlands Beitrag war ein seltsamer Song ueber verschiedene Biersorten, wirklich schlecht) und das Publikum hatte Faehnchen zum Winken. Der Sitzplatz bestimmte das Heimatland – wir waren Irland. Der Wettbewerb fand in Sarajevo statt und die Gastgeber waren so ziemlich das Einzige, was etwas arg uebertrieben war. Denn so wuerde man beim echten Grand Prix nicht die verschiedenen Teilnehmerlaender vorstellen. Aber der Rest war ziemlich authentisch. Schockierend, aber wahr. Derart gehaeuft wuerde man es beim echten Eurovision Contest wahrscheinlich nie sehen. Aber jeder einzelne Beitrag fuer sich – absolut im Bereich des Moeglichen!

Es gab u.a. die obligatorische Boyband, ekstatische Background-Taenzerinnen, furchtbare Frisuren, einen skurrilen Beitrag, das obligatorische Liebesduett, den “Man zieht irgendwo an meinem Outfit und schon stehe ich als Saengerin in einem neuen hautengen Hauch von Nichts auf der Buehne”-Effekt, einige Beitraege in der Sprache des Heimatlandes (allerdings mit englischer Uebersetzung auf der Videoleinwand, so sang z.B. Frankreich ein tolles Lied, dessen Text aus so poetischen Versen wie “Ich esse Tomaten, ich esse Auberginen, ich esse Kartooooffeln” usw. bestand), Choreografien noch und noecher. Sowie natuerlich Pannen bei der Liveschaltung der Punktevergabe etc.

Ich hatte wirklich viel Spass, obwohl viele Witze und Anspielungen D. entgangen sind bzw. ohne mich entgangen waeren, weil sie das Original nicht kennt. So hatte zum Beispiel der maennliche Moderator des Abends bei jedem Buehnenauftritt eine neue Krawatte an. Vor der Pause wurde abgestimmt und nach der Pause gab es noch ein kleines Lied ueber die Geschichte von Bosnien-Herzegovina und dann die Bekanntgabe des Gewinners: Schweden mit ihrem Smash-Hit “Same Old Song”. Einige Songs waren uebrigens wirkliche Ohrwuermer. Eine von D.s Freundinnen meinte, dass der Produzent der Show angeblich mehrere Beitraege fuer das Original geschrieben hatte, die allerdings nie verwirklicht worden sind und dies quasi sein kleiner privater Rachefeldzug ist. Die Idee gefaellt mir. :)

Alles in allem: Praedikat absolut empfehlenswert! Zumindest fuer diejenigen, die brav den Eurovision Song Contest - das Original - sehen, ihn ausgiebig kommentieren und selbst Punkte vor dem Fernseher vergeben.

Ansonsten habe ich gestern noch einen Anruf bekommen: Ich habe ein verlaengertes Wochenende in Melbourne fuer zwei Personen inklusive Hin- und Rueckflug, Hotel und Tickets fuer das alljaehrliche “Fringe Festival” gewonnen. Hm. Wenns denn sein muss… (An dieser Stelle ein Extra-Gruss an Maria im Land OHNE Kaengurus! Denk dran: Nur wer mitspielt, kann gewinnen.)

Donnerstag, September 07, 2006

Mein Wochenendausflug

Siehe vorheriger Eintrag : "Eva in Sydney". Brav den Australien-Werbespot angesehen? Schoen! Das hatte naemlich - wie koennte es auch anders sein - einen Hintergedanken.

Dieser Strand war naemlich das Ziel meines ersten Ausfluges ausserhalb Sydneys vergangenes Wochenende. Ich wusste ja schon immer dank diverser Postkarten und Broschueren, dass meine Freundin D. in einer wunderschoenen Umgebung aufgewachsen ist. Aber das hatte ich dann doch nicht erwartet! Dank 30 Grad und strahlendstem Sonnenschein konnten wir diesen Strand fast fuer uns allein geniessen. Und wenn ihr denkt, er sieht schon im Werbespot gut aus, glaubt mir: das ist nichts im Vergleich dazu, wie dieser Traumstrand in Wirklichkeit ist! Sanfte Brandung, tuerkisblaues Wasser, feinster Sand, gruene Huegel und der endlose Horizont - besser als in jedem Prospekt. (Uebrigens keine zwei Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt. Die Eltern sind ebenfalls wahnsinnig lieb!)

Und das ist nur einer von mehreren Straenden, die in der Naehe sind. Ein anderer ist gleich am Ende der Strasse. Neid, anyone?!

Als ich dann nur meinte, dass dies eine traumhaft schoene Gegend ist, erwiderte D. nur, dass es bei mir daheim bestimmt auch schoen ist. Was ich ja nicht leugne. *wehmuetig an den Blick auf das KKW denk* (Nein, Quatsch: Ich finde unsere Gegend daheim ja auch schoen! Wir haben halt bloss keinen Strand...)

Und dann sind wir zu einer kleinen Bucht gelaufen, in der man elegant aus dem Wasser huepfende Delfine aus naechster Naehe beobachten konnte. Wo dieser Strand genau ist, lasse ich jetzt mal unerwaehnt. Denn obwohl diese Gegend selbstverstaendlich touristisch erschlossen ist, scheint sie doch bisher nur ein beliebtes Ziel fuer Australier zu sein. Zumindest wird sie nicht einmal in meinem Reisefuehrer erwaehnt. Gut, nicht dass ich glaube, dass irgendein Verlag fuer Reisefuehrer ueber meinen Blog stolpert und gierig diese Info aufsagt und in der naechsten Auflage abdruckt. Trotzdem.

Ansonsten hatten wir bestes Wetter Anfang der Woche, was ich unter anderem fuer einen ausgiebigen Besuch am Bondi Beach, Sydneys wohl bekanntestem Stadtstrand, nutzte. Dort gibt es einen Pfad entlang der Kueste, der wirklich wunderschoen ist. So lief ich von Bondi aus ueber Tamarama Beach (dieses Teilstueck ist besonders empfehlenswert) bis nach Cogee Beach. Aber bevor ihr jetzt glaubt, dass ich heute auch wieder am Strand liegen werde, sollte ich vielleicht ebenfalls erwaehnen, dass es letzte Nacht ziemlich gestuermt und richtig geschuettet hat. Weswegen teilweise Keller und Bahnstationen heute morgen ueberflutet waren. Wird also mal wieder ein Museumsbesuch werden.

Wollte nur die Gelegenheit nutzen, um ein paar meiner vorherigen Eintraege mit Bildern zu versehen. Fuer visuelle Eindruecke meiner bisherigen Reisestationen. Bis bald mal wieder!

Dienstag, September 05, 2006

Breaking News aus Australien

Ja, ihr seht richtig: Heute ein neuer Eintrag! Hatte ich schliesslich versprochen und aus aktuellem Anlass beschaeftigt er sich mit Steve Irwin - dem Crocodile Hunter. Seine Sendung lief bei uns auf RTL 2. Er ist gestern beim Tauchen im Great Barrier Reef von einem Stachelrochen gestochen worden und verstorben. (Mehr hier.)

Das ganze Land steht unter Schock, auf jedem Fernseh- und Radiosender gibt es kein anderes Thema. Damit ihr ungefaehr die Ausmasse davon verstehen koennt: Man vergleicht dieses Ereignis mit dem Tod von Prinzessin Diana, weil jeder Australier ihn kannte und sich auch noch in ein paar Jahren genau daran erinnern wird, was er getan hat und wo er war, als er von Steve Irwins Tod erfahren hat. Seine Homepage ist momentan nicht zu erreichen. Ausserdem hiess es heute frueh, dass er ein Staatsbegraebnis erhalten wuerde, falls das seine Familie wuenscht.

Wir hatten uns noch am Tag zuvor ausfuehrlich ueber den Crocodile Hunter und seinen Zoo ("Australia Zoo" in Queensland) unterhalten. Ich hatte zum Beispiel beim Flug nach Sydney ein Filmchen mit ihm gesehen, in dem er auf - mehr oder weniger - lustige Art und Weise darauf hingewiesen hat, was man verzollen muss und wo man die Lebensmittel entsorgt. Stichtwort: "Declare or beware!"

Morgen abend ein Special auf Channel 9 ueber ihn. Obwohl ich schon jetzt sehr viel ueber ihn erfahren habe, werden wir es uns aussehen, denn fuer die naechsten Tage wird es kein anderes Thema geben als seinen Tod.

Crikey, he was a real Aussie bloke...

Montag, September 04, 2006

Eva in Sydney :)

Und alle mitsingen:
"Eva ist in Sydney, Eva ist in Sydney...dumdidumdadaa!"

Okay, am Text werde ich noch arbeiten. Aber somit ist die Message clear, damit you all know wo ich bin. :)

Leider, leider habe ich wieder nur noch kurz Zeit. Dann mal im Zeitraffer, was ich bisher so getrieben habe. Am Flughafen wurde ich direkt von meiner Brieffreundin, jetzt Freundin (*freu*), und ihrem Freund abgeholt. Dann ging es zu ihnen nach Hause. Sie wohnen etwa eine halbe Stunde mit dem Bus von der Innenstadt entfernt (je nach Verkehr auch etwas kuerzer oder laenger. Ist eigentlich nicht weit, aber ungelogen: Der Bus haelt teilweise alle 200 Meter! Dafuer ist er puenktlich.) Und zwar wohnen sie westlich von der Innenstadt nahe der Olympia-Anlagen. Oder um genau zu sein wohne ich dort momentan auch noch in meinem eigenen Zimmer. Die beiden sind so lieb und nett, das koennt ihr euch nicht vorstellen! Wir verstehen uns gut und schauen auch immer brav "The Simpsons" zusammen. Ausserdem sieht es im Moment so aus, dass ich bis zum Ende des Jahres dort wohnen bleibe. Denn ich wurde schon fuer diverse Dinge eingeplant, inklusive Weihnachten und Silvester.

Da die beiden unter der Woche arbeiten, ist dies die Zeit fuer meine Sightseeing-Touren. Bis auf zwei Tage Schauer war das Wetter schoen. Und seit 1. September haben wir hier Fruehling, was im Moment so um die 24 Grad sind. (Letztes Wochenende hatten wir 30 Grad.)

Was ich bisher gesehen habe:
- Die Oper
- Die Harbour Bridge
- Town Hall (das Rathaus ist naemlich meine Bushaltestelle)
- Queen Victoria Building: Ein schoenes, viktorianisches Gebaeude, welches eine Art Einkaufszentrum ist und viele teure Geschaefte beherbergt
- Chinatown (Heimat meines Internetcafes - verdammt, wo ist dieser Akzentstrich?!)
- "Parliament of New South Wales": Kostenloser Eintritt, winzige Situngssaele und dunkle Moebel
- Das Opernhaus
- Hyde Park (ja, man merkt gar nicht, dass Australien irgendwie zum Commonwealth gehoert und eine britische Vergangenheit hat)
- Market City (chinesisches Einkaufszentrum)
- Stadtviertel Darling Harbour: Kuenstlich angelegt, aber nett. Dort unter anderem beherbergt das "National Maritime Museum" (kostenloser Eintritt), welches sehr interessant ist (zeigt unter anderem das schnellste Boot der Welt, ein Schiff, welches komplett aus leeren Bierdosen zusammengezimmert wurde fuer die jaehrliche Beer Can Regatta in Darwin und vieles mehr), sowie das Aquarium (noch nicht besucht) und "Sydney Wildlife", welches diesen Monat eroeffnet wird
- Das Opernhaus am Hafen mit dem sauberen, klaren Wasser
- Stadtviertel "The Rocks": Aeltestes Stadtviertel Sydneys, ausgiebig erkundigt
- "Australian Museum": Interessante Aboriginal-Ausstellung sowie tote Koalas, Giftschlangen, Schnabeltiere, Giftspinnen und Co.
- "Powerhouse Museum": Groesstes Museum in Australien, sehr sehenswert! Mein persoenliches Highlight ist die Schokoladenmaschine, die auf Knopfdruck Schokolade verteilt (Eva als Pawlowscher Hund, Milchschokolade war leider schon aus). Ansonsten noch Design, eine Ausstellung ueber 50 Jahre Australisches Fernsehen (1956-2006) und vieles mehr.
- Ach ja, die Oper!
- "National Opal Museum": Kostenloser Eintritt. Kenne nun die verschiedenen Opalarten, habe ein opalisiertes Skelett gesehen und einen wunderschoenen Opalring fuer nur knapp 1500 Dollar *seufz*
- "State Library of New South Wales": Buechereien sind fuer mich immer ein Muss!
- "Botanic Gardens": Palmen, Blumen, Kakteen, fantastischer Blick auf die Oper
- "Customs House": Dort kann ich kostenlos die ca. 5 Tage alte FAZ lesen und auf einem runden Tischtennistisch mit drehbarem Netz (sehr geniale Angelegenheit) Tischtennis spielen
- Sowie natuerlich die George Street und Pitt Stritt mit diversen Shops hoch- und runtergelaufen

Uff, das war nun wirklich die schnelle Version. Ihr muesst schon verzeihen, aber sonst wird das mit dem Blog hier gar nichts mehr. :)

Wichtig ausserdem: Es gibt vernuenftige Nachrichten (australische News allerdings auch nur bedingt, zumindest im Fernsehen), denn: Deutsche Welle-TV! Sogar mit Wetterkarte von Deutschland. Es gibt - zugegebenermassen verhaeltnismaessig teuer - Raffaello, Kinderschokolade, RitterSport und Mineralwasser sowie annehmbares Brot. He, das ist wichtig!!

Mist, ich muss gleich schon wieder los, dabei wollte ich doch das alles noch mit Links versehen! Naja, ein andern Mal. Bis dahin koennt ihr auch mal den euch sicher aus dem Fernsehen bekannten Werbespot fuer Australien noch mal ansehen. Achtet auf die Stelle, wo die Lady im Bikini sagt: "We saved you a spot on the beach" und am Ende des Spots dieselbe Dame noch mal fragt: "Where the bloody hell are you?!"

Bis denn, Eva :)

Dienstag, August 29, 2006

Fortsetzung von Bangkok...


Am naechsten Morgen ging es zum Grand Palace, dem Koenigspalast. Auf dem Weg dorthin laeuft man an einem Park vorbei. Die freundlichen Thais machen einen gerne darauf aufmerksam, dass er bzw. Wat Pho (die beiden Attraktionen liegen touristenfreundlicherweise direkt nebeneinander) heute geschlossen sind. Oh nein!! "But I show you Standing Buddha..." Wie nett von ihnen.

Ich ging natuerlich trotzdem weiter. Nun kamen andere Thais auf mich zu, die Plastiksaeckchen gefuellt mit Maiskoernern in den Haenden hielten. Zielstrebig steuerte der erste Maissack-Thai auf mich zu und will mir diese in die Hand druecken: "Happy New Year!" Freundlich lehne ich ab. Er zeigt mir nun, dass ich damit die zahlreichen Tauben, die den Buergersteig und den Park mit niedlichen weissen Flecken verschoenern, fuettern soll. Ach so. Was er wohl glaubt, was ich mit dem Mais gemacht haette?

Ich lehne erneut hoeflich ab. Nun klemmt er zwei Saecke Mais zwischen meinen Ruecken und den Rucksack. Ich gebe ihm den Mais zurueck, was eine laengere Prozedur ist. Aber ich habe Erfolg.

Hintergrund: Sobald man den Mais an die Tauben verfuettert, wollen sie natuerlich, dass man das Futter bezahlt. Und ich will nun mal keine Tauben fuettern. Und von dem, was ich mitbekommen habe, ist der Mais unverschaemt teuer. Davon koennte ich zwei Mal essen gehen.

Waehrend ich weiter den Tuermen des Grand Palace entgegen laufe, versuchen es immer wieder mal Leute mit der Maistaktik. Eine andere Variante: "It is good luck. You throw, good luck all year." Pech gehabt. Die Maisverkaeufer natuerlich, ich hoffentlich nicht. Nachdem man dann auch immer wieder die "Oh-ich-klemme-Mais-hinter-Rucksack-dann-wird-dumme-Touristin-ihn-sicher-nehmen"-Methoce probiert hat, hatte ich spaetestens beim vierten Mal keinerlei Probleme mehr damit, die Maissaecke einfach auf den Boden zu schmeissen.

Am Grand Palace angekommen wurde mir noch 50 Meter vom Eingang entfernt versichert , dass er heute geschlossen sei, weil eine Zeremonie stattfindet. Ich ging weiter und - welch Ueberraschung! - er war offen. Also rein und erst mal in die Tempelanlage Wat Phra. Dort gibt es den Smaragdbuddha zu sehen, ca. 60 cm gross. Vor allem das Drumherum ist sehr beeindruckend. Laut meiner Infobroschuere ist es der heiligste Tempel Thailands. Laut meiner Audiotour, die ich mir besorgt hatte, uebrigens auch. Wird wohl stimmen. (Alle Infos sind hier uebrigens ohne Gewaehr.) Und der Buddha selbst ist uebrigens aus Jade, nicht aus Smaragd. Das war wohl ein kleiner Uebersetzungsfehler des Woertchens "gruen", der sich bis heute gehalten hat.

Danach ging es direkt vom Wat Phra durch einen Durchgang zum Koenigspalast. Die Gebaeude waren zwar wirklich geschlossen, weil Wochenende, aber von aussen auch schon sehr beeindruckend.

Danach habe ich mir ueberlegt, was man denn noch so in Bangkok machen koennte. Also bin auch und ueber den Chao Praya-Fluss zum Wat Arun. Ein ueber 60 Meter hoher Tempel, mit vielen Porzellanteilchen verziert, direkt am Fluss gelegen. Huebsch anzusehen, aber leider teilweise schon etwas heruntergekommen. Und verdammt steile Stufen teilweise, ohne Gelaender.

So, diesen Tempel hatte ich also auch live erlebt. Was nun? Spontan entschloss ich mich, den Big Buddha anzusehen im Wat Indrawihan. (Ein Tempel uebrigens, wer haette es gedacht. Hatte ich schon erwaehnte, dass es in Bangkok ueber 400 Tempel gibt? Eine wahre Herausforderung fuer jeden Touristen.) "Big Buddha closed." Ich bin aber auch ein Pechvogel. "But I show you Lucky Buddha. Only open once a year, only today!" Was bin ich aber auch fuer ein Glueckspilz!

Big Buddha ist ueber 30 Meter gross und steht ziemlich imposant in der Gegend rum. Erstaunlicherweise waren dort so gut wie keine Touristen, dafuer aber umso mehr Katzen. (Anmerkung am Rande: Natuerlich war Big Buddha nicht geschlossen. Dafuer quaele ich mich jetzt aber mit der Frage: Wer ist Lucky Buddha und was macht ihn so lucky?!)

Danach habe ich den Rest des Abends mit Surfen im Internet verbracht (siehe vorherige Eintraege), was gegessen und dann ins Bett.

Am naechsten Morgen meine Sachen zusammengepackt, noch mal ein wenig ueber den Markt geschlendert und dann auf zum Flughafen. Der uebrigens ein Chaos ohne Gleichen ist. Dort dann der Schock: Ich musste noch mal 500 Baht Flughafensteuer zahlen. Und das mir, wo ich gerade so schoen meine letzten Baht ausgegeben hatte, um sie loszuwerden.

An Bord dann gab es wieder ICE, habe ein wenig Filmchen geguckt und relativ wenig Schlaf gehabt. (Vielleicht zwei oder zweieinhalb Stunden.) Dafuer einen sehr schoenen Fensterplatz. Die Enttaeuschung ueber Australien, sobald es hell war: Es war bewoelkt. Aber dafuer habe ich dann beim Landeanflug einen schoenen Blick auf Sydney gehabt. Wenn auch nicht auf die Oper, die konnten leider nur die Leute auf der anderen Seite sehen.

Und damit ergibt dieser Blog endlich einen Sinn, denn: Eva ist in Australien! :)

Wie ihr uebrigens schon mitbekommen haben solltet. Aehem. Am Flughafen wurde ich dann direkt von meiner Brieffreundin und ihrem Freund abgeholt. Bei ihr wohne ich uebrigens auch. Sehr nett und lieb. Mehr dann ueber meine Erlebnisse hier in Sydney soweit ein andern Mal. Habe schon viele Dinge gesehen (Die Oper von nah! Die Oper von fern! Die Oper von der Bruecke aus! Noch ein paar andere Sachen auch, aber nicht zu vergessen: Die Oper!!!) und erledigt (Ich habe eine australische Handynummer! Ich habe ein australisches Bankkonto!).

Vergesst mich nicht und wahrscheinlich naechste Woche dann ein neuer Eintrag. Diese Woche ist schon verplant und am Wochenende werde ich zum ersten Mal Sydney verlassen.

Gruss an alle, die hier vorbeischauen....

...und noch mal ein Extra-Gruss an die Leutchen, die hier kommentieren und mir liebe E-Mails schicken. *wink* Leider wird sich die Internetsituation fuer mich in naechster Zeit nicht allzu sehr verbessern, aber da ich in Sydney inzwischen schon einiges an Sightseeing erledigt habe und es die letzten beiden Tage immer wieder mal geregnet hat, stehen die Chancen nicht schlecht, dass ich bald mal einen ganzen Nachmittag und nicht immer nur eine Dreiviertelstunde ins Internetcafe komme. (Wobei das hier auch erst das zweite Mal im Internetcafe ist. Hm.) Sprich: Wie gut, dass ich ein Blog eingerichtet habe!! *gg*

Werde es jetzt noch mal mit der Bangkok-Fortsetzung probieren, moegen mir die Internetgoetter wohlgesonnen sein...

Freitag, August 25, 2006

Wichtige Information

Hatte gerade brav und zuverlaessig meinen Bangkok-Eintrag vervollstaendigt, als natuerlich hier im Internetcafe in Chinatown, Sydney, der Rechner abstuerzte und somit der Eintrag futsch ist. Keine Bange, ich mache ihn noch mal neu, habe momentan nur keine Zeit. Muesst euch also noch ein klein wenig gedulden.

Jetzt aber erst mal viele Gruesse aus Australien! Bin gut angekommen, Sydney ist toll. Mehr dann ein andern Mal...

Samstag, August 19, 2006

Die Prae-Australien-Phase, Teil 2: Bangkok



Foto: Die Kao Sanh Road bei Tage

Der Flug von Dubai nach Bangkok war aeusserst kurzweilig dank ICE. Habe mir dieses Mal gleich drei Filme angesehen und ein paar der installierten Computerspiele gespielt. Die hatte ich vergessen zu erwaehnen. (Bin z.B. im Elephant Memory wirklich gut!) Ausserdem hatte ich so richtig viel Beinfreiheit, weil ich direkt am Fenster bei einer Notausgangstuer sass und somit zwei oder drei Reihen vor mir fehlten. Den Monitor musste ich aus der Lehne ausklappen. Alles in allem, ein idealer Platz.

In "Gkrungh Thep Mahanakorn Amorn Rattanakosin Mahadirok Popnoparat Ratchathani Burirom Udommahastthan Amornpiman Awathansathit" (=offizieller thailaendischer Name von Bangkok) am Abend angekommen, wurde ich am Flughafen zum ersten Mal darauf aufmerksam gemacht, dass Thailand einen Koenig hat. Dank der dezenten LED-Anzeige, die ueber der Passkontrolle hing und auf der stand: we love our king!! Das "love" war sogar ein Herzchen. Suess. Ueberall sieht man Fotos von ihm. Ob das jetzt nur anlaesslich des 60. Thronjubilaeums ist oder ob das sonst auch der Fall ist, kann ich jetzt leider nicht beurteilen.

Nach der Passkontrolle ging es erst mal mit dem Bus in die Stadt. Das hat fast eine Stunde gedauert. Vor Ort angekommen, habe ich mir erst einmal ein Zimmer gesucht. Das klingt jetzt viel spektakulaerer und abenteuerlicher als es eigentlich ist. Kaum steigt man aus dem Bus aus, versuchen alle paar Meter irgendwelche Leute dir ein Zimmer anzudrehen. Hatte schlauerweise schon ein paar gute und empfehlenswerte Adressen aus dem Internet rausgesucht und bin einfach mal hinmarschiert. Dort angekommen dann einfach gefragt, ob ein Zimmer frei ist. War es. Zimmer angeschaut, fuer gut befunden, eingecheckt und das wars auch schon.

Da es schon ca. 21.30 Uhr war, habe ich nicht mehr viel gemacht. Natuerlich musste der obligatorische Gang zur Kao Sanh Road sein (ist nicht weit von mir weg), um mir dort eine Rolle Klopapier zu kaufen. Dann wieder heim, geduscht und ins Bett.



Meinen ersten richtigen Tag in Thailand habe ich dann ruhig angehen lassen. Erst mal ausgeschlafen, dann ins hauseigene Restaurant um zu fruehstuecken und schliesslich noch mal auf zur Kao Sanh Road. Bei Tag ist zwar auch viel los, aber bei weitem noch nicht so viel wie bei Nacht. Nachts ist sie uebrigens auch fuer den Verkehr gesperrt, bis auf ein paar Taxis oder Tuk Tuks die Backpacker ankarren und deshalb von der Polizei durchgelassen werden. Die Kao Sanh ist DIE Backpacker-Flaniermeile schlechthin. Links und rechts lauter Strassenstaende, Shops, Restaurants, Clubs, Backpackerunterkuenfte. Muss man mal gesehen haben. Nachts allerdings beeindruckender.

An dieser Stelle sei gesagt: Thailand ist verdammt guenstig. Und wenn ich verdammt guenstig sage, dann meine ich verdammt guenstig. Ich habe mir zum Beispiel den Luxus eines Doppelzimmers mit Klimaanlage gegoennt. Ein Bett fuer mich, ein Bett fuer meinen Rucksack und meine Waesche. Warum? Weil es einfach so verdammt guenstig ist! (Wiederhole ich mich etwa...?)

Zum Beweis ein paar Zahlen: 1 Euro sind ungefaehr 50 Baht. (Habe es mal aufgerundet, da es sich leichter rechnen laesst). Mit dem Boot ueber den Fluss fahren kostet z.B. 3 Baht. Sie verkaufen wirklich huebsche Bikinis fuer 200 Baht. CDs (okay, meist Raubkopien) fuer 100 Baht. Habe heute meine Schmutzwaesche waschen lassen in der Expressreinigung. Das hat unverschaemte 25 Baht pro Kilo gekostet. 80 Minuten hier im Internetcafe kosten mich 30 Baht. Eine Flasche Wasser 7 Baht. Ich kann sowohl fuers Fruehstueck, fuers Mittagessen und fuers Abendessen in ein Restaurant gehen. Und zahle trotzdem weniger als fuer ein Menue von McDonalds bei uns daheim.

Versteht ihr jetzt, was ich meine, wenn ich sage: Thailand ist verdammt guenstig? Wenn auch die Straende nur halb so schoen sind wie in den Prospekten, kann ich nur sagen: Auf nach Thailand! Das Flugticket ist zwar nicht ganz so guenstig, aber dafuer kann man hier mit einem kleinen Budget richtig grosse Spruenge machen. Also das ideale Semesterferienziel. Kann ich nur empfehlen. Und wenn ihr schon mal da seid, lasst euch doch fuer ca. 30 Euro ein Kleid als Massanfertigung schneidern. Oder einen Anzug fuer 50 Euro. Medikamente sind auch sauguenstig. Es rentiert sich wirklich! (Sie schneidern hier wirklich alles auf Mass. Ein Trip nach Thailand lohnt sich spaetestens wenn es um ein Hochzeitskleid geht. Heiratet nicht bald irgendwer von euch? Dann hierher! Sie schneidern auf Wunsch alle Modelle ziemlich genau nach, daher haben viele Schneidereien auch so tolle Namen wie "The Versace" oder "The Boss".)

So, aber zurueck zu dem, was ich am ersten Tag gemacht habe, ausser mich an den guenstigen Preisen zu erfreuen. Zuerst ging es zum Wat Pho. Auf dem Weg dorthin wurde mir von freundlichen Thais erzaehlt, dass Wat Pho heute geschlossen ist, weil a) ein Feiertag ist, b) heute eine Zeremonie stattfindet und c) der Eingang ueberflutet ist, weil es am Tag zuvor stark geregnet haette. Sie koennten mir aber eine andere tolle Sehenswuerdigkeit zeigen. Durch meine ausgiebigen Recherchen gewarnt, ging ich trotzdem hin. Und siehe da: Wat Pho war natuerlich offen. Das alles ist nur Taktik bzw. Verarsche von Tuk Tuk- und Taxifahrern, die einen dann woanders hinfahren wollen, um Geld zu machen. Wat Pho ist sehr beeindruckend. Dieser riesige, liegende Buddha ist der Wahnsinn (46 Meter lang, der Kopf ist 15 Meter hoch. Die Fuesse 3 Meter hoch und 5 Meter lang...). Und wenn es interessiert: Er hat keinen Po, sprich Hintern.

Und auch der Rest der Anlage ist aeusserst beeindruckend. Interessanterweise waren dort kaum Backpacker (sprich: Leute ungefaehr in meinem Alter), sondern hauptsaechlich aeltere Herrschaften. Ich habe mir Zeit gelassen und bin in aller Ruhe durch die Anlage gewandert. In der renommierten Wat Pho Thai Massage School habe ich mir dann eine halbstuendige Thai-Massage verpassen lassen. Ich wurde geknetet, gezogen, gedrueckt, getreten, geklopft und gewalkt.

Danach bin ich zum Golden Mountain, der aber nur bis 17.00 Uhr offen hatte, was ich um ein paar Minuten verpasst hatte. Habe ihn also leider nur von unten gesehen. Dann etwas essen und noch mal zur Kao Sanh Road, um mir jetzt die diversen Angebote in Ruhe anschauen zu koennen. Uebrigens: Hier gibt es Dutzende von Seven Eleven. Bin ehrlich am Zweifeln, ob das vielleicht nicht doch eine thailaendische Kette ist? Alle 24 Stunden geoeffnet natuerlich. Und meine Wassereinkaufsquelle Nummer Eins, da Getraenke gekuehlt sind.

Soweit zum ersten Teil aus Bangkok. Der Rest wird nachgeliefert und ich hoffe, dass ich dann auch bald mal die ersten Fotos hochladen kann.

Fortsetzung folgt...

Freitag, August 18, 2006

Die Prae-Australien-Phase, Teil 1: Dubai



Foto: Der Beweis - es gibt Regen in der Wueste!


Vor Australien hat Emirates Airlines erst mal Dubai und Bangkok gesetzt. In letzterem bin ich gerade, aber schliesslich soll das alles seine chronologische Ordnung habe, weswegen ich nun von meinem Aufenthalt in Dubai erzaehlen werde.

(Verdammt, ich vermisse die Umlaute ae, oe, und ue. Und das scharfe s. Daheim weiss man es nie zu schaetzen. *schnief*)

Doch halt: Zuerst ein Wort zu Emirates Airlines. Ohne Zweifel die beste Airline, mit der ich bisher geflogen bin. Und das liegt nicht zuletzt an ICE. Nein, ausnahmsweise mal kein Eis, sondern das Information Communication Entertainment-System an Board. Damit bekommt man z.B. die aktuellen BBC-Headlines rein. Konnte sich ueber Dubai informieren. Mit installierten Bord-Kameras nach vorne und nach unten schauen. Toll fuer die, die keinen Fensterplatz haben. Und natuerlich - neben diversen Radiosendungen, CDs und das Uebliche - eine unglaublich grosse Auswahl an Filmen und Serien! (Die Filmtitel-Liste umfasste 10 Seiten...) Daher habe ich auf dem Flug von Frankfurt nach Dubai natuerlich nichts gesehen. Gut, was heisst natuerlich: Da mein Abflug erst so spaet abends war, wollte ich schlafen um dem Jetlag zu entgehen. Was gelang.

Was mich daran erinnert: Ich muss ja eigentlich mit meinem Abflug in Frankfurt anfangen! (Na, liest das hier ueberhaupt noch jemand oder wird das schon zu lang? *gg*) Neben meiner lieben Familie ist naemlich auch noch spontan und ueberraschend Anna aufgetaucht. Ohne jemanden zu informieren. Und hat uns tatsaechlich gefunden! Riesenueberraschung, sehr schoen. Habe sogar noch ein Stueck Dick & Durstig mitbekommen. (Welches uebrigens noch existiert! Und wer nicht weiss, was Dick & Durstig ist, darf jetzt mal raten.)

Aber zurueck zu Dubai: Der Flughafen sehr luxurioes, sehr sauber. Mit dem Bus zu meinem Hotel gefahren (welches praktischerweise genau gegenueber einer groesseren Busstation gelegen war) und erst mal eingecheckt. Hatte sogar ein Doppelzimmer bekommen, obwohl ich nur ein Einzelzimmer gebucht hatte. :)

Nachdem ich mich dann frisch gemacht habe und erst mal dem Wetter entsprechend umgezogen, ging ich mit guten Tipps und einem Stadtplan von der Rezeption ausgestattet zum Gold Souk. Mein Hotel war keine zehn Minuten davon entfernt. (Souk=Markt). Im Prinzip ist das nur eine Einkaufsstrasse, wo links und rechts in den Laeden ueberall nur Gold verkauft wird. Verdammt billig. Dubai ist naemlich eine der wichtigsten Gold-Nationen. Und das Motto hiess oft: Mehr ist mehr. Noch mehr ist besser!! Was man aus diversen Bollywood-Filmen kennt ist ein Fliegendreck dagegen.

Danach begab ich mich auf die Suche nach dem Spice Souk. Was gar nicht so einfach war. Denn dort, wo er eigentlich sein sollte, waren zwar auch Geschaefte, aber die haben nur Kitsch verkauft. Und staendig haben die versucht armen Touristen wie mir Pashmina-Schals, Bauchtanzklamotten und Schuhe aufzuschwatzen.

Endlich habe ich ihn dann doch gefunden. Kleiner als gedacht, aber nett. Nur schade, dass ich davon nichts mit nach Australien nehmen darf, sonst haette ich Daniela was mitgenommen. Dort war dann auch das Dubai Municipality Museum, wo ich auch kurz rein bin. (Kostenlos! ABer wichtiger: Innen --> Klimaanlage!) Ein fuenfminuetiger Film ueber die diversen Projekte in Dubai (Bruecke 1, 2, 3 - in dem Stil), dann noch drei Mini-Raeume, wo ich dann die ausgemusterten Stempel und Fotos von den Dingen, die sie im Film gezeigt hatten, sehen durfte.

Zu dem Zeitpunkt habe ich dann beschlossen, zum Strand zu fahren und schwimmen zu gehen. Es hatte 48 Grad. Und das war sogar Eva Frostbeule zu heiss. Also, ab zum Jumeirah Beach Park - einer der wenigen oeffentlichen Straende in Dubai. Sehr nett, sehr gepflegt, nur zu empfehlen. Hatte Gott sei Dank auch ein paar schattige Plaetzchen. Das Wasser war ganz klar und man konnte ziemlich weit reinlaufen. Aber es war auch verdammt warm. Der Sand sehr fein. Mit Abkuehlung war also nicht wirklich viel drin. Habe mich dort gut mit zwei Englaenderinnen unterhalten. Erstaunlich fand ich die vielen Kraehen in den Palmen. Nicht gerade Tiere, die man am Strand erwartet. Genauso wenig wie Katzen uebrigens, von denen ich auch zwei oder drei gesehen habe. Aber andererseits gibt es in Florida ja auch Eichhoernchen am Strand, warum also nicht.

Das war mein erster Tag. Abends war ich dann relativ fertig wegen der Hitze und froh, dass mein Zimmer Klimaanlage hatte.

Am naechsten Tag habe ich eine Stadtrundfahrt mitgemacht. So habe ich natuerlich auch das Luxus-Hotel Burj Al Arab gesehen. Natuerlich nur von aussen und in einiger Entfernung, die lassen da einen nicht so einfach rein. Von den gigantischen "Wir-schuetten-Sand-zu-kuenstlichen-Inseln-in-lustigen-Formen-auf"-Projekten kann man vom Strand uebrigens nicht viel sehen. Was viele nicht wissen: Es ist nicht nur eine Palme, es sind drei an der Zahl. Plus die Welt. Habe beschlossen, selbst eine kuenstliche, eierfoermige Insel dort aufzuschuetten. Ich werde das Ei "Dub" nennen.

(Na, wer erkennt den Witz? Wer erkennt ihn?! Ich finde ihn gut...)

Ausserdem hat man gesehen, wie wahnsinnig die gerade in Dubai am Bauen sind. Es ist echt abartig. Interessant fuer euch vielleicht einige Projekte, die noch nicht fertig gestellt sind: So z.B. Burj Dubai, welcher der hoechste Turm der Welt werden soll mit etwa 800 Metern. (Burj heisst uebrigens Turm.) Momentan sind erst die ersten 60 Stockwerke hochgezogen. Oder auch Dubai-Land, welches in naher Zukunft der groesste Freizeitpark der Welt werden soll. Um einiges groesser als Disney World.

Dann war ich noch kurz in einer Shopping-Mall, bevor ich mich wieder auf den Rueckweg in mein Hotel gemacht habe. Dort wurde ich naemlich abgeholt, da ich einen Trip in die Wueste gebucht hatte. Wenn schon, denn schon!

Der Wuestentrip war wirklich gut! Aber natuerlich, was passiert, wenn ich mal in die Wueste fahre? Genau. Es regnet. Hat fuer ein paar Minuten sogar geschuettet wie aus Kuebeln. Habe natuerlich Beweisfotos geschossen, ich hoffe, die werden was.



Der Wuestentrip bestand erst mal aus der Hinfahrt zu der eigentlichen Duenen-Wueste. Duenen deshalb, damit man da mit den SUVs auch schoen rauf und runter fahren kann, um die Einzigartigkeit dieser Landschaft zu erhalten. Es ging ca. 12 km teilweise recht abenteuerlich durch die Duenen. Ungefaehr nach der Haelfte wurde einer aelteren Englaenderin bei uns im Auto allerdings schlecht, weshalb wir dann nur noch die Soft-Variante gefahren sind. Schade.

Unser erstes Ziel: Eine Kamelfarm. Viele Kamele. Ach ja, auf dem Weg dorthin haetten wir fast eine Kamelherde gerammt. Aber nur fast, waren noch gut 20 Meter Abstand. Man sieht halt nicht, was hinter einer Duene ist. (So am Rande: Vor allen Gefahren wurde ich daheim gewarnt, nur nicht vor den Kamelen.) Dann ging es auf zu einer huebschen Duene, um dort Sandboarding zu betreiben. Macht Spass und ist einfach. Nur wieder rauf zu stapfen ist weniger lustig. Danach ging es zu unserem Wuestencamp. Dort Kamel reiten. Dann Abendessen (leckeres Buffet - Tinchen, fast genauso wie damals in Tozeur!), Henna-Tatoo (ziert meinen rechten Fuss) und die obligatorische Bauchtaenzerin. Die ich jetzt nicht so gut fand. Aber war trotzdem nett. Das Ganze fand uebrigens ca. 60 km von der Grenze zum Oman statt. Und in der Wueste war die Temperatur richtig angenehm (33 Grad). Habe mich gut mit meinen Mitfahrern unterhalten, Englaender und Japaner. Japaner koennen Dreadlocks haben! Okay, er spielt auch in einer Band. Aber trotzdem! Sieht echt anders aus, bei uns ist man diesen Anblick ja schon gewohnt...

Das war es eigentlich schon mit meinem Aufenthalt in Dubai, am naechsten Morgen ging es frueh zum Flughafen und ab nach Bangkok. Davon mehr beim naechsten Mal.

Noch ein paar allgemeine Worte zu Dubai: Das zweitgroesste der Vereinigten Arabischen Emirate. Sprit mittlerweile 3.50 Dirham pro Liter, vor zwei, drei Jahren noch 1 Dirham. (1 Euro ungefaehr 4,6 Dirham) 50.000 US-Dollar-Millionaere. Und keinen getroffen. Zumindest weiss ich nichts davon. (Maria, das mit dem Scheich war wohl nix.) Ueber 200 Shopping Malls. Man zahlt keine Steuern. Fuer gar nichts. Daher auch ueber 200 Shopping Malls. Die Moscheen sind zeitgemaess mit Lautsprechern ausgestattet. Damit man halb schlafende Eva auch wecken kann. Ansonsten weniger luxurioes, als es am Flughafen und in diversen Prospekten und Postkarten den Anschein macht. Dubai hat es perfektioniert, schoene Postkartenmotive zu haben, indem sie aus geschickten Perspektiven fotografieren. Aber alles in allem: Nichts, wo ich noch mal unbedingt hin muesste. Ausser Rod Stewart oder Madonna laden mich mal auf ihre Privatinsel ein.

Nun mache ich mich auf dem Weg in mein Hotel hier in Bangkok, es ist kurz vor 22.00 Uhr und morgen will ich noch einiges sehen. Gute Nacht und bis zum zweiten Teil der Prae-Australien-Phase!

Montag, August 14, 2006

Der Countdown läuft...

Mein Rucksack ist gepackt. DIE Sensation schlechthin *trommelwirbel*: Er wiegt unter 20 Kilo! Tadaaa! Ich habe dieses Gepäcklimit sogar unfassbar weit unterschritten! Obwohl ich mehr mitgenommen habe an Hosen, als ich ursprünglich wollte.

He! Man sollte das Gewicht von Hosen nicht unterschätzen. Meine Jeans z.B. wiegt genau 550 Gramm. Faszinierend. Ich bin ein Packgenie! Die Göttin des Kofferbandes! Betet mich an, schenkt mir eure Kohle, denn ich habe Unmenschliches geleistet!

(An dieser Stelle sollte auf jeden Fall unerwähnt bleiben, dass Tausende anderer Passagiere das selbe Gepäcklimit habe und sie ebenfalls unter 20 Kilo bleiben. Diese banale Tatsache würde meine Sensationsnachricht schließlich nur schmälern...)

Auf jeden Fall ist soweit alles geregelt. Habe heute noch mal mit D., meiner Brieffreundin in Sydney, telefoniert. Und es haben gestern und heute noch viele liebe Leute angerufen, um sich zu verabschieden. Sehr nett. Aber jetzt muss ich zum Flughafen.

*auf die uhr schau* Ich muss weg!

Samstag, August 12, 2006

Was das hier eigentlich soll...

Ich bin Eva. (Huhu! *wink*)
Ich bin bald in Australien. (*freu*)
Das hier ist ein Blog. (*nachdenk* Stimmt.)
Hier werde ich im Internet in unregelmäßigen Abständen berichten, wie es mir so geht und was ich mache. (Die Betonung liegt auf unregelmäßig.)
Für alle die, die es interessiert. (Bravo!)
Und die, die es nicht interessiert, müssen es ja nicht lesen. (He, du stimmst zu?! Mach bloß, dass du hier weg kommst!)
Damit wäre das Wichtigste erst mal gesagt. (Nicht ganz: Der Atlantische Ozean ist nämlich salziger als der Pazifische. So etwas darf man uns doch nicht verschweigen!)