Freitag, September 29, 2006

Die letzten Wochen im Zeitraffer


Foto: "Chalk the Walk" in Darling Harbour

Mein letzter vernuenftiger Blog-Eintrag ist schon ein Weilchen her, entschuldigt. Andererseits ist dies auch ein gutes Zeichen: Ich war mit anderen Dingen beschaeftigt. Daher mal auszugsweise, was ich in letzter Zeit so getrieben habe.

Zunaechst hatte ich das Vergnuegen, an einem “Meat Raffle” teilzunehmen. Sprich: Einer Fleischverlosung. Ja, richtig gelesen: Eine Fleischverlosung. Hin und wieder gibt es auch Fruechteverlosungen, aber Fleischverlosungen sind viel populaerer. Australier grillen gerne und sie essen Fleisch gerne, viel und oft, weshalb einen die Einrichtung eines “Meat Raffles” nur ein klein wenig stutzen laesst. D. hatte ein Ticket gekauft und mit diesem Ticket gleich zwei Mal gewonnen. Das Glueck scheint momentan auf unserer Seite zu sein!

Und wenn ich schon beim Thema Fleisch und Grillen bin, kann ich euch gleich mal mit den wichtigsten Grundregeln vertraut machen.
Regel Nr. 1: Alles, was essbar ist, kann gegrillt werden.
Regel Nr. 2: Sollte es etwas Essbares geben, das nicht gegrillt werden kann, tritt Regel Nummer 1 in Kraft.
Regel Nr. 3: Man kann Barbecue-Sosse zu wirklich allem essen. (Zum Beispiel Spiegelei. Das man selbstverstaendlich auch grillen kann. Und beim Pizza-Lieferservice “Domino’s” ist die Grundzutat jeder zweiten Pizza – neben der obligatorischen Tomatensosse – eben auch Barbecuesosse. Aehm, ja. Geschmaecker sind eben doch verschieden. Was zudem die Standardzutat “Rote Bete” auf australischen Hamburgern beweist.)

Dann habe ich ein paar der noerdlichen Straende Sydneys kennen gelernt, unter anderem Palm Beach, Drehort eines wahren Juwels des australischen Fernsehens: “Home and Away”. Ich habe diese Serie zwar noch nie gesehen, aber man hat mir in blumigen Farben davon erzaehlt. Wuerde es mal in die qualitativ hochwertige Kategorie “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” und Co. einordnen.

Apropos Palm Beach: Australier sind sehr kreativ, was Ortsnamen angeht. (Achtung, Sarkasmus!) So heisst zum Beispiel jeder gefuehlte zweite Platz oder Strasse in Sydney “Macquarie”. Oder man klaut einfach aus anderen Laendern: Toronto, Brooklyn, Heidelberg, alles ist hier zu finden. Manche Namen werden auch mehrfach verwendet, wie eben zum Beispiel “Palm Beach”.

Oben bei den Straenden war ich dann auch in, Zitat: “Australia’s Largest Waterfront Beergarden” in Newport. Zwar recht nett, mit huebschem Blick aufs Wasser sowie einen buschigen Nationalpark, aber nicht unbedingt ein Muss – meiner Meinung nach.

Dann habe ich noch meine handwerklichen Faehigkeiten unter Beweis stellen koennen beim Zusammenbau diverser Ikea-Moebel. (Ikea gibt es uebrigens genau drei Mal in ganz Australien: In Sydney, Melbourne und in Brisbane.) Habe mir eine Digeridoo-Show angesehen, die sehr interessant und informativ war. Sah ausserdem verschiedene Strassengemaelde beim “Chalk the Walk”-Festival in Darling Harbour. War auf einer Job-Boerse im Rathaus, die sich als leicht chaotisch und nicht gerade durchdacht erwiesen hat. (Vielleicht habe ich mich aber auch einfach nur vom Namen irritieren lassen. Schliesslich gab es dort viel mehr Reisebroschueren und Urlaubsinfomaterial als Arbeitgeber-Informationen.) Habe zudem ein paar nette Deutsche kennen gelernt.

Doch mein persoenliches Highlight: Eine einstuendige Fuehrung durch - *trommelwirbel* - das Opernhaus! D. und ihr Freund hatten sich einen Tag frei genommen und zusammen mit mir einen Tag Touristen gespielt und diese Fuehrung mitgemacht. Die ich uebrigens waermstens empfehlen kann. Nicht so sehr deshalb, weil man dann auch etwas vom Inneren sieht, sondern eher wegen den geschichtlichen Infos. Und falls es jemanden immer noch nicht klar geworden sein sollte: Die Oper ist mein neues Lieblingsgebaeude! Leider sind die Opernhaus-Souvenirs alle haesslich und/oder kitschig, ich werde wohl nie eine Mini-Oper besitzen. Aber es geht doch nichts um das Original! Verflucht sei das Gepaecklimit. (Obwohl ein Sydney-Opernhaus-Klau nicht gerade realistisch ist, wie man mir mitgeteilt hat. Verdammt!) Muss halt noch ein paar Erinnerungsfotos mehr schiessen. :)

Das war das Wichtigste in Kuerze. Am kommenden Montag ist uebrigens Labour Day, also Feiertag, und damit steht ein langes Wochenende bevor. Am Wochenende ist ausserdem das grosse Finale der Australian Football League (AFL). Doch ueber diese Sportart werde ich mich vielleicht ein anderes Mal auslassen, sie ist einfach zu bizarr. Heute Nachmittag fahren wir wieder zu D.s Eltern und zu den schoenen Straenden, ich freue mich schon riesig! Das Wetter soll warm und sonnig bleiben, perfekt. Und die paar Buschfeuer werden uns hoffentlich auch nicht in die Quere kommen.

Zum Schluss fuer heute noch ein Danke fuer die Karte aus Florenz! Und fuer die Leuchttuerme!

Donnerstag, September 28, 2006

Reisen bildet

Wusstet ihr schon, dass…

…man vor Krokodilen im Zickzack weglaufen sollte?

…es in – fuer europaeische Verhaeltnisse – kostenguenstigen Laendern hin und wieder mal zu einem Putsch kommen kann?

…das Dach des Opernhauses zweifarbig ist, damit es das Licht nicht zu stark reflektiert? (Ich zitiere: cream and off-white.)

…man hier immer zuerst nach rechts schauen sollte, bevor man eine Strasse ueberquert?

…mein Lieblingsname fuer ein Thai-Restaurant “Thaitanic” ist?

…man den Busfahrern in Sydney via Handzeichen signalisieren muss “Bitte halte an und nimm mich mit!”?

…als Tiere fuer das australische Staatswappen das Kaenguru und das Emu ausgewaehlt wurden, weil beide nicht rueckwaerts laufen koennen? (Fortschrittsgedanke!)

…Fussgaengerampeln Computerspielgeraeusche von sich geben koennen?

…der 305 Meter hohe Sydney Tower das hoechste oeffentliche Gebaeude der gesamten suedlichen Hemisphaere ist?

…es die Adresse “48 Wallaby Way” gar nicht in Sydney gibt?

…die anfaenglich geschaetzten Baukosten des Opernhauses sich auf 7 Millionen Dollar beliefen, es dann endgueltig aber 102 Millionen Dollar waren?

…”Burger King” hier aus dubiosen Gruenden “Hungry Jack’s” heisst?

…ich noch viel mehr gelernt habe, aber mir jetzt gerade nicht mehr einfaellt?

Dienstag, September 26, 2006

Freitag, September 15, 2006

Der Feuilleton-Blog-Beitrag: Kultur und Australien

Da das Aufzaehlen all der Dinge, die ich bisher so gemacht und erlebt habe, mit der Zeit vielleicht ein wenig langweilig wird, steht der heutige Beitrag unter dem Motto “Kultur”. Schliesslich bin ich inzwischen gut drei Wochen hier, habe so einige Museen besucht und mich bei echten Australiern informiert. Ich bin deshalb ohne jeden Zweifel dazu in der Lage, ein fundiertes und lueckenloses Bild der australischen Kultur zu zeichnen.

Und wie koennte man dies besser machen als sich intensiv mit dem aktuellen Fernsehprogramm auseinanderzusetzen?!

Allgemeines zum australischen Fernsehprogramm
Es gibt laut meinen Informanten nur fuenf oeffentliche Fernsehsender: ABC, Channel 7, Channel 9, Channel 10 und SBS. Die restlichen Sender sind PayTV, welches wir nicht empfangen. Daher kann ich nur auszugsweise die Sendungen der oeffentlichen Programme vorstellen. Da waere zuallererst zu nennen:

“Neighbours” (Channel 10): Die ultimative und wohl bekannteste Soap Opera Australiens. Aehnlich wie die Lindenstrasse bei uns eine feste Institution. Aehnlich wie die Lindenstrasse von den Australiern gehasst und geliebt, jeder kennt sie. Anders als die Lindenstrasse ist diese Serie ebenfalls dafuer bekannt, dass sich eine grosse Anzahl von weiblichen Schauspielerinnen als Saengerinnen versuchen. Unter anderem erfolgreich mit dieser Strategie waren Kylie Minogue, Natalie Imbruglia, Holly Valance oder Delta Goodrem. (Mutter Beimer als Saengerin? Nee, nee! Obwohl…hatte sie es nicht mal versucht? *gruebel*)

“Bert’s Family Feud” (Channel 9): Familienduell auf australisch. Nur vier Mitspieler pro Mannschaft, ansonsten aber ziemlich identisch. Und ich schwoere: Bert’s Peruecke hat dieselbe Frisur wie unser Werner Schulze-Erdel. Ob das wohl im Arbeitsvertrag festgelegt ist?

“Bananas in Pyjamas” (ABC): Fuer die Jungen und Junggebliebenen. Der Titel sagt alles: Gelbe Plueschbananen, die Schlafanzuege tragen. Ein Klassiker. Riesen-Marketingidee. Warum nicht auch bei uns?!

“Thank God you’re here” (Channel 10): Impro-Comedy. Jemand geht kostuemiert durch eine Tuer und wird mit einer Situation, die ihm vorher unbekannt ist, in entsprechender Kulisse konfrontiert (“Thank God you’re here!”). Simples Prinzip, aber je nach Schauspieler sehr, sehr witzig.

“Jamie’s Kitchen Australia” (Channel 10): He, wie waere es, wenn man Fernsehkoch Jamie Oliver mit exakt derselben Show, die er u.a. schon in England durchgezogen hat, nach Australien holt? Waere das nicht absolut einfallslos und ein garantierter Quotenbringer?!

“Australian Idol” (Channel 10): Australien sucht den Superstar. Das bekannte Prinzip, die bekannte Erkennungsmelodie, die bekannten Typen im Finale (der Balladensinger, der Rocker, der etwas Ausgeflippte usw.). *gaehn*

Zu guter Letzt meine absolute Lieblingsshow:

“Meerkat Manor” (Channel 10): Zwar habe ich noch nie eine komplette Folge gesehen, tatsaechlich sogar nur einmal den Vorspann und die ersten drei Minuten, aber dennoch liebe ich diese Reality-Serie fuer ihre Trailer:

*dramatische Musik* *todernste Stimme*
“She’s a teenage mom.”
*dramatische pause, stimme wird noch ernster*
“But her partner doesn’t know.”
*pause, dramatisch*
“And now her mother -
*superdramatische musik und unertraeglich lange pause*
is about to KILL her!!”

Um was es geht? Man filmt Erdmaennchen in einem Gehege in Suedafrika. Big Brother fuer Erdmaennchen. Wow! Ehrlich: Diese Show ist so absurd, man muss sie einfach moegen! Auch wenn man sie sich gar nicht ansieht. :)

Abgesehen von den kurz vorgestellten Serien gibt es die ueblichen amerikanischen Importe, ein oder zwei Dinge aus Japan und “Inspector Rex”. Und unertraeglich viele Werbepausen. Soviel zu meinem Feuilleton-Blog-Beitrag, Bereich Kultur.

VIVA LA TELEVISION!

Samstag, September 09, 2006

Eurobeat - Now playing in Sydney

Nach all den Museen wurde es mal langsam Zeit fuer Kultur der anderen Art. D. hatte von einer Kollegin Freikarten fuer die Show bzw. das interaktive Musical “Eurobeat – Almost Eurovision” bekommen. Das traf sich besonders gut, denn ich hatte schon diverse Anzeigen dafuer gesehen und sowieso beschlossen mir das Ganze anzusehen. Deshalb fuhren wir gestern Abend - das Auto mit drei Freundinnen von ihr vollgepackt - ueber die Anzac Bridge (exzellenter Blick auf die Harbour Bridge, leider nicht auf das Opernhaus) in die Stadt. Wie sich herausstellte, fand das Ganze im State Theatre statt und es war Opening Night! Unsere Sitzplaetze: Die fuenfte Reihe von der Buehne aus gesehen, wirklich perfekte Sicht.

Aber worum geht es dabei und warum wollte ich mir das ansehen? Ganz einfach: Dabei handelt es sich um eine Persiflage des von uns allen so heiss geliebten Eurovision Song Contest, ueber den ich mich uebrigens nie im Leben und in keinster Weise jemals irgendwann lustig gemacht habe. Damit das klar ist.

Und tatsaechlich war es ein ziemlich guter Eurovision Contest. Zwoelf Laender haben ihre Lieder vorgestellt (Deutschlands Beitrag war ein seltsamer Song ueber verschiedene Biersorten, wirklich schlecht) und das Publikum hatte Faehnchen zum Winken. Der Sitzplatz bestimmte das Heimatland – wir waren Irland. Der Wettbewerb fand in Sarajevo statt und die Gastgeber waren so ziemlich das Einzige, was etwas arg uebertrieben war. Denn so wuerde man beim echten Grand Prix nicht die verschiedenen Teilnehmerlaender vorstellen. Aber der Rest war ziemlich authentisch. Schockierend, aber wahr. Derart gehaeuft wuerde man es beim echten Eurovision Contest wahrscheinlich nie sehen. Aber jeder einzelne Beitrag fuer sich – absolut im Bereich des Moeglichen!

Es gab u.a. die obligatorische Boyband, ekstatische Background-Taenzerinnen, furchtbare Frisuren, einen skurrilen Beitrag, das obligatorische Liebesduett, den “Man zieht irgendwo an meinem Outfit und schon stehe ich als Saengerin in einem neuen hautengen Hauch von Nichts auf der Buehne”-Effekt, einige Beitraege in der Sprache des Heimatlandes (allerdings mit englischer Uebersetzung auf der Videoleinwand, so sang z.B. Frankreich ein tolles Lied, dessen Text aus so poetischen Versen wie “Ich esse Tomaten, ich esse Auberginen, ich esse Kartooooffeln” usw. bestand), Choreografien noch und noecher. Sowie natuerlich Pannen bei der Liveschaltung der Punktevergabe etc.

Ich hatte wirklich viel Spass, obwohl viele Witze und Anspielungen D. entgangen sind bzw. ohne mich entgangen waeren, weil sie das Original nicht kennt. So hatte zum Beispiel der maennliche Moderator des Abends bei jedem Buehnenauftritt eine neue Krawatte an. Vor der Pause wurde abgestimmt und nach der Pause gab es noch ein kleines Lied ueber die Geschichte von Bosnien-Herzegovina und dann die Bekanntgabe des Gewinners: Schweden mit ihrem Smash-Hit “Same Old Song”. Einige Songs waren uebrigens wirkliche Ohrwuermer. Eine von D.s Freundinnen meinte, dass der Produzent der Show angeblich mehrere Beitraege fuer das Original geschrieben hatte, die allerdings nie verwirklicht worden sind und dies quasi sein kleiner privater Rachefeldzug ist. Die Idee gefaellt mir. :)

Alles in allem: Praedikat absolut empfehlenswert! Zumindest fuer diejenigen, die brav den Eurovision Song Contest - das Original - sehen, ihn ausgiebig kommentieren und selbst Punkte vor dem Fernseher vergeben.

Ansonsten habe ich gestern noch einen Anruf bekommen: Ich habe ein verlaengertes Wochenende in Melbourne fuer zwei Personen inklusive Hin- und Rueckflug, Hotel und Tickets fuer das alljaehrliche “Fringe Festival” gewonnen. Hm. Wenns denn sein muss… (An dieser Stelle ein Extra-Gruss an Maria im Land OHNE Kaengurus! Denk dran: Nur wer mitspielt, kann gewinnen.)

Donnerstag, September 07, 2006

Mein Wochenendausflug

Siehe vorheriger Eintrag : "Eva in Sydney". Brav den Australien-Werbespot angesehen? Schoen! Das hatte naemlich - wie koennte es auch anders sein - einen Hintergedanken.

Dieser Strand war naemlich das Ziel meines ersten Ausfluges ausserhalb Sydneys vergangenes Wochenende. Ich wusste ja schon immer dank diverser Postkarten und Broschueren, dass meine Freundin D. in einer wunderschoenen Umgebung aufgewachsen ist. Aber das hatte ich dann doch nicht erwartet! Dank 30 Grad und strahlendstem Sonnenschein konnten wir diesen Strand fast fuer uns allein geniessen. Und wenn ihr denkt, er sieht schon im Werbespot gut aus, glaubt mir: das ist nichts im Vergleich dazu, wie dieser Traumstrand in Wirklichkeit ist! Sanfte Brandung, tuerkisblaues Wasser, feinster Sand, gruene Huegel und der endlose Horizont - besser als in jedem Prospekt. (Uebrigens keine zwei Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt. Die Eltern sind ebenfalls wahnsinnig lieb!)

Und das ist nur einer von mehreren Straenden, die in der Naehe sind. Ein anderer ist gleich am Ende der Strasse. Neid, anyone?!

Als ich dann nur meinte, dass dies eine traumhaft schoene Gegend ist, erwiderte D. nur, dass es bei mir daheim bestimmt auch schoen ist. Was ich ja nicht leugne. *wehmuetig an den Blick auf das KKW denk* (Nein, Quatsch: Ich finde unsere Gegend daheim ja auch schoen! Wir haben halt bloss keinen Strand...)

Und dann sind wir zu einer kleinen Bucht gelaufen, in der man elegant aus dem Wasser huepfende Delfine aus naechster Naehe beobachten konnte. Wo dieser Strand genau ist, lasse ich jetzt mal unerwaehnt. Denn obwohl diese Gegend selbstverstaendlich touristisch erschlossen ist, scheint sie doch bisher nur ein beliebtes Ziel fuer Australier zu sein. Zumindest wird sie nicht einmal in meinem Reisefuehrer erwaehnt. Gut, nicht dass ich glaube, dass irgendein Verlag fuer Reisefuehrer ueber meinen Blog stolpert und gierig diese Info aufsagt und in der naechsten Auflage abdruckt. Trotzdem.

Ansonsten hatten wir bestes Wetter Anfang der Woche, was ich unter anderem fuer einen ausgiebigen Besuch am Bondi Beach, Sydneys wohl bekanntestem Stadtstrand, nutzte. Dort gibt es einen Pfad entlang der Kueste, der wirklich wunderschoen ist. So lief ich von Bondi aus ueber Tamarama Beach (dieses Teilstueck ist besonders empfehlenswert) bis nach Cogee Beach. Aber bevor ihr jetzt glaubt, dass ich heute auch wieder am Strand liegen werde, sollte ich vielleicht ebenfalls erwaehnen, dass es letzte Nacht ziemlich gestuermt und richtig geschuettet hat. Weswegen teilweise Keller und Bahnstationen heute morgen ueberflutet waren. Wird also mal wieder ein Museumsbesuch werden.

Wollte nur die Gelegenheit nutzen, um ein paar meiner vorherigen Eintraege mit Bildern zu versehen. Fuer visuelle Eindruecke meiner bisherigen Reisestationen. Bis bald mal wieder!

Dienstag, September 05, 2006

Breaking News aus Australien

Ja, ihr seht richtig: Heute ein neuer Eintrag! Hatte ich schliesslich versprochen und aus aktuellem Anlass beschaeftigt er sich mit Steve Irwin - dem Crocodile Hunter. Seine Sendung lief bei uns auf RTL 2. Er ist gestern beim Tauchen im Great Barrier Reef von einem Stachelrochen gestochen worden und verstorben. (Mehr hier.)

Das ganze Land steht unter Schock, auf jedem Fernseh- und Radiosender gibt es kein anderes Thema. Damit ihr ungefaehr die Ausmasse davon verstehen koennt: Man vergleicht dieses Ereignis mit dem Tod von Prinzessin Diana, weil jeder Australier ihn kannte und sich auch noch in ein paar Jahren genau daran erinnern wird, was er getan hat und wo er war, als er von Steve Irwins Tod erfahren hat. Seine Homepage ist momentan nicht zu erreichen. Ausserdem hiess es heute frueh, dass er ein Staatsbegraebnis erhalten wuerde, falls das seine Familie wuenscht.

Wir hatten uns noch am Tag zuvor ausfuehrlich ueber den Crocodile Hunter und seinen Zoo ("Australia Zoo" in Queensland) unterhalten. Ich hatte zum Beispiel beim Flug nach Sydney ein Filmchen mit ihm gesehen, in dem er auf - mehr oder weniger - lustige Art und Weise darauf hingewiesen hat, was man verzollen muss und wo man die Lebensmittel entsorgt. Stichtwort: "Declare or beware!"

Morgen abend ein Special auf Channel 9 ueber ihn. Obwohl ich schon jetzt sehr viel ueber ihn erfahren habe, werden wir es uns aussehen, denn fuer die naechsten Tage wird es kein anderes Thema geben als seinen Tod.

Crikey, he was a real Aussie bloke...

Montag, September 04, 2006

Eva in Sydney :)

Und alle mitsingen:
"Eva ist in Sydney, Eva ist in Sydney...dumdidumdadaa!"

Okay, am Text werde ich noch arbeiten. Aber somit ist die Message clear, damit you all know wo ich bin. :)

Leider, leider habe ich wieder nur noch kurz Zeit. Dann mal im Zeitraffer, was ich bisher so getrieben habe. Am Flughafen wurde ich direkt von meiner Brieffreundin, jetzt Freundin (*freu*), und ihrem Freund abgeholt. Dann ging es zu ihnen nach Hause. Sie wohnen etwa eine halbe Stunde mit dem Bus von der Innenstadt entfernt (je nach Verkehr auch etwas kuerzer oder laenger. Ist eigentlich nicht weit, aber ungelogen: Der Bus haelt teilweise alle 200 Meter! Dafuer ist er puenktlich.) Und zwar wohnen sie westlich von der Innenstadt nahe der Olympia-Anlagen. Oder um genau zu sein wohne ich dort momentan auch noch in meinem eigenen Zimmer. Die beiden sind so lieb und nett, das koennt ihr euch nicht vorstellen! Wir verstehen uns gut und schauen auch immer brav "The Simpsons" zusammen. Ausserdem sieht es im Moment so aus, dass ich bis zum Ende des Jahres dort wohnen bleibe. Denn ich wurde schon fuer diverse Dinge eingeplant, inklusive Weihnachten und Silvester.

Da die beiden unter der Woche arbeiten, ist dies die Zeit fuer meine Sightseeing-Touren. Bis auf zwei Tage Schauer war das Wetter schoen. Und seit 1. September haben wir hier Fruehling, was im Moment so um die 24 Grad sind. (Letztes Wochenende hatten wir 30 Grad.)

Was ich bisher gesehen habe:
- Die Oper
- Die Harbour Bridge
- Town Hall (das Rathaus ist naemlich meine Bushaltestelle)
- Queen Victoria Building: Ein schoenes, viktorianisches Gebaeude, welches eine Art Einkaufszentrum ist und viele teure Geschaefte beherbergt
- Chinatown (Heimat meines Internetcafes - verdammt, wo ist dieser Akzentstrich?!)
- "Parliament of New South Wales": Kostenloser Eintritt, winzige Situngssaele und dunkle Moebel
- Das Opernhaus
- Hyde Park (ja, man merkt gar nicht, dass Australien irgendwie zum Commonwealth gehoert und eine britische Vergangenheit hat)
- Market City (chinesisches Einkaufszentrum)
- Stadtviertel Darling Harbour: Kuenstlich angelegt, aber nett. Dort unter anderem beherbergt das "National Maritime Museum" (kostenloser Eintritt), welches sehr interessant ist (zeigt unter anderem das schnellste Boot der Welt, ein Schiff, welches komplett aus leeren Bierdosen zusammengezimmert wurde fuer die jaehrliche Beer Can Regatta in Darwin und vieles mehr), sowie das Aquarium (noch nicht besucht) und "Sydney Wildlife", welches diesen Monat eroeffnet wird
- Das Opernhaus am Hafen mit dem sauberen, klaren Wasser
- Stadtviertel "The Rocks": Aeltestes Stadtviertel Sydneys, ausgiebig erkundigt
- "Australian Museum": Interessante Aboriginal-Ausstellung sowie tote Koalas, Giftschlangen, Schnabeltiere, Giftspinnen und Co.
- "Powerhouse Museum": Groesstes Museum in Australien, sehr sehenswert! Mein persoenliches Highlight ist die Schokoladenmaschine, die auf Knopfdruck Schokolade verteilt (Eva als Pawlowscher Hund, Milchschokolade war leider schon aus). Ansonsten noch Design, eine Ausstellung ueber 50 Jahre Australisches Fernsehen (1956-2006) und vieles mehr.
- Ach ja, die Oper!
- "National Opal Museum": Kostenloser Eintritt. Kenne nun die verschiedenen Opalarten, habe ein opalisiertes Skelett gesehen und einen wunderschoenen Opalring fuer nur knapp 1500 Dollar *seufz*
- "State Library of New South Wales": Buechereien sind fuer mich immer ein Muss!
- "Botanic Gardens": Palmen, Blumen, Kakteen, fantastischer Blick auf die Oper
- "Customs House": Dort kann ich kostenlos die ca. 5 Tage alte FAZ lesen und auf einem runden Tischtennistisch mit drehbarem Netz (sehr geniale Angelegenheit) Tischtennis spielen
- Sowie natuerlich die George Street und Pitt Stritt mit diversen Shops hoch- und runtergelaufen

Uff, das war nun wirklich die schnelle Version. Ihr muesst schon verzeihen, aber sonst wird das mit dem Blog hier gar nichts mehr. :)

Wichtig ausserdem: Es gibt vernuenftige Nachrichten (australische News allerdings auch nur bedingt, zumindest im Fernsehen), denn: Deutsche Welle-TV! Sogar mit Wetterkarte von Deutschland. Es gibt - zugegebenermassen verhaeltnismaessig teuer - Raffaello, Kinderschokolade, RitterSport und Mineralwasser sowie annehmbares Brot. He, das ist wichtig!!

Mist, ich muss gleich schon wieder los, dabei wollte ich doch das alles noch mit Links versehen! Naja, ein andern Mal. Bis dahin koennt ihr auch mal den euch sicher aus dem Fernsehen bekannten Werbespot fuer Australien noch mal ansehen. Achtet auf die Stelle, wo die Lady im Bikini sagt: "We saved you a spot on the beach" und am Ende des Spots dieselbe Dame noch mal fragt: "Where the bloody hell are you?!"

Bis denn, Eva :)