Australien Blog: Eva in Australia

Dienstag, Februar 12, 2008

Evas Australien im Kino - coming soon!

Lang, lang, laaaaaaaaaaaaang ists her. Lichtjahre, Jahrhunderte über Jahrhunderte - oder zumindest Jahrzehnte entfernt. Doch merke: Das Blog lügt nie. Also wohl doch erst ein knappes Jahr. Wovon ich rede? Die Filmcrew auf Hamilton Island, meiner australischen Heimatinsel auf Zeit.

Wer sich nicht mehr daran erinnern kann, einfach im Archiv "Januar 2007" nach meinem umjubelten, Pulitzerpreisnominierten und von der US-Regierung völlig ignorierten Eintrag (Roswell! Roswell!!! Alles nur wegen Roswell!!!!) mit dem traumhaften Titel "Gestattten: Eva Paparazza" suchen. Da habe ich nämlich ein wenig von der Filmcrew erzählt, die auf Hamilton Island eine Woche gewohnt und einen Film gedreht.

Der Film: "Fool's Gold". Hauptdarsteller: Kate 'Paparazza-Opfer' Hudson und Matthew 'Ich jogge immer halbnackt' McConaughey. In den USA ist der Film gerade angelaufen. Einen Trailer findet ihr hier, unbedingt ansehen. Doch erst weiterleisen!! Heftiges Heimweh nach Australien macht sich bei mir breit. Denn wirklich viele, viele, vielvielviele Szenen, die im Trailer gezeigt werden, spielen auf oder bei Hamilton Island oder in den Whitsundays. Habe schon mit U. telefoniert und mit ihr zusammen den Trailer systematisch auseinandergenommen. Auch von Hill Inlet (Matthew mit Metalldetektor am Strand) und Whitehaven Beach sieht man was. Die Unterwasserszenen wurden teilweise nachts vor Hamilton Island gedreht. Yacht: Kenn ich. Und ich könnte jetzt auch auf die eine tolle Szene mit den Bäumen hinweisen, an denen ich immer vorbeigelatscht bin, um mich illegalerweise ins Internet zu hacken... äh, um... Sonnencreme (ja, Sonnencreme ist unverfänglich, gut gemacht, Eva!)...ja, Sonnencreme zu kaufen. Doch das tue ich nicht.

Mein Befehl an euch, die sich hierher verirrt haben: Einfach nur den Trailer des Films anschauen und das Panorama genießen. Hach, das Wasserflugzeug erinnert mich an meinen traumhaften Valentinstagsrundflug - ohje, in ein paar Tagen ist der auch schon wieder genau ein Jahr her! Und ja: Der Film klingt absolut hohl, die Story dürftig und überhaupt darf man bei dem Titel eigentlich auch kein anspruchsvolles Drama erwarten. Die deutsche Übersetzung lautet übrigens "Ein Schatz zum Verlieben" und der Film soll im April bei uns in den Kinos anlaufen. Aber he: Der Hauptdarsteller Queensland macht sich prima! Kein Wunder, dass der Film auf Platz 1 der amerikanischen Box Office Charts gelandet ist. (Beweis unter anderem hier.)

Aber jetzt: Schauen und Strand anschmachten! Ich seh ihn mir vorsichtshalber auch noch mal an. Kaum zu glauben, dass ich da fast ein halbes Jahr gelebt habe...

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Montag, Oktober 15, 2007

Eva auf der Frankfurter Buchmesse

Die weltweit größte Buchmesse in Frankfurt => viele, viele, furchtbar viele Bücher = > Besuch von Eva! Gut, ist schon ein Weilchen her, aber dennoch eine kurze Berichterstattung von meinem diesjährigen Buchmessenbesuch. Besser spät als nie.

Traditionell öffnet die Buchmesse ja am letzten Wochenende seine Pforten für Privatbesucher. Ich war am Samstag da. Taktisch äußerst geschickt, da sonntags Bücher verkauft werden dürfen und ich so samstäglich erst gar nicht in die Versuchung zahlreicher Spontankäufe und Adoptionsaktionen der Richtung "Evas Bücherregal hilft heimatlosen Büchern" verfallen konnte. Samstag = sehr geldbeutelfreundlich.

Im Grunde genommen war die Buchmesse auch nicht viel anders als sonst. Ausnahme: Dieses Jahr hatte ich zum ersten Mal keine Bücher zum Signieren dabei, die ich stundenlang zwischen den diversen Messeständen rumschleppen musste. Da ich mich folgerichtig auch nirgends zwecks Signierstunde anstellen musste, hatte ich auf einmal viel Zeit für andere Dinge übrig. Gastland: Katalonien.

Was mir besonders auffiel: Diverse Tier-Strategien. Habt ihr schon einmal etwas vom "Pinguin-Prinzip" gehört? Eine Fabel für Manager und Co., die sehr erfolgreich war. Anhand von Pinguinen, deren Eisberg schmilzt und die umziehen müssen, wird dem Leser beigebracht, wie man erfolgreich mit Veränderungen umgehen kann. Das nur als kleine Hintergrundinfo. Denn ich vermute schwer, dass aufgrund des riesigen Erfolgs des "Pinguin-Prinzips" nun furchtbar viele, besonders kreative Leute auf die Idee gekommen sind, Fabeln für Manager zu schreiben. Denn ich habe unter anderem gesehen: Die Mäuse-Strategie, die Kakerlaken-Strategie oder auch die Eisbär-Strategie. Eisbär Knut übrigens auf furchtbar vielen Kalendern zu sehen.

Auch gab es dieses Jahr viel mehr Manga-Fans, die wie ihre Comic-Helden verkleidet waren. Die Promi-Dichte war meines subjektiv Eindrucks nach niedriger. (Könnte allerdings auch nur daran liegen, dass - wie schon erwähnt - kein für mich interessanter Schriftsteller vor Ort war.) So sah ich zwar Alice Schwarzer, Roger Willemsen und Konstantin Wecker, aber das war es dann auch schon.

Draußen auf dem Freigelände konnte ich dabei zusehen, wie eine 7-"stöckige" Menschenpyramide aufgebaut wurde. Sehr beeindruckend. Dort gab es dann auch einen nebelspuckenden Eisbär in Rüstung: Werbung für DEN Weihnachtsfilm des Jahres 2007: "Der goldene Kompass". Mit Nicole Kidman. Habe mir den Trailer zweimal angesehen und immer noch keine Ahnung, wovon der Film handelt. Aber falls ich nicht völlig falsch liege, werden die in Kürze recht massiv Werbung dafür machen. Wo es doch DER Weihnachtsfilm des Jahres 2007 ist. (Nicole Kidman nicht zu vergessen.) Gut, so habe ich wenigstens ein Lesezeichen von diesem Film und übrigens gerade selbst Werbung dafür gemacht. Wobei ich doch gar keine Ahnung habe, wovon er handelt. Weswegen ich einfach mal die Empfehlung ausspreche: Nicht ansehen, solange ihr den Trailer nicht versteht. Vielleicht wird der aber noch mal überarbeitet. Falls also jemand weiß, worum es da eigentlich geht, lasst es mich wissen. Obwohl... nein, muss nicht sein.

Was mir sonst noch auffiel: Viel mehr Kochbücher als sonst. Es herrschen immer noch die üblichen Rangeleien am Langenscheidt-Stand, um eine der riesigen, kostenlosen Taschen abzustauben. Und wie zuvor sind auch die Riesentaschen des ZVAB (Zentralverzeichnis antiquarischer Bücher) ebenfalls sehr begehrt.

Und dank meines Vorsatzes, dieses Mal keine Taschen, Broschüren und Lesezeichen mitzunehmen, sind es tatsächlich nur zwei Taschen voll geworden. Das ist richtig gut und mein absoluter Rekord! (Das meine ich übrigens ausnahmsweise mal ernst. So wenig hatte ich noch nie!) Mit vielen tollen Weihnachtsgeschenkideen und diversen Leseabsichten ausgestattet kehrte ich von der Buchmesse und ihren Bücherbergen zurück in die Heimat, wo ich mich gleich hinter die ersten Schmöker klemmte.

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Donnerstag, September 27, 2007

Eva in Wien

Foto: Der Stephansdom

Die zehntgrößte Stadt der Europäischen Union ist die Hauptstadt der Alpenrepublik Österreich: Wien. Nein, liebe Wiener, für einen Platz 10 müsst ihr euch nicht schämen. Es kommt ja schließlich nicht auf die Größe an. Schämt euch lieber für den Satz: "Wir Wiener Waschweiber würden weiße Wäsche waschen, wenn wir wüssten, wo weißes Waschwasser wär'." Abgründe eures mangelnden und überaus seltsam anmutenden Hygienebewusstseins tun sich damit auf! Doch milde gestimmt lasse ich eure seltsamen Waschgewohnheiten wohlwollend in der Versenkung verschwinden, um mich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren.

Kurz zum Anlass meines spontanen und kurzen Wienbesuches: Maria. (Die sich im Übrigen über ihr abgekürztes Dasein als M. in meinem Blog lautstark beschwert hat und nun mit den Konsequenzen leben muss. So! Auch wenn ich traurig bin, dass mein Name nun der Kürzeste ist. *schnief*) Maria haut nämlich in wenigen Stunden für viele Monate ins Ausland ab. Unverschämt, wie kann man so etwas nur machen?! Tja, und genau darum fuhr ich nach Wien. Wäre ich nämlich nicht nach Wien gereist, hätten wir uns fast zwei Jahre lang nicht gesehen. Das wäre doch schade. Wien zu sehen war auch wieder schön, denn es handelt sich dabei - bisher zumindest - um meine Lieblingsstadt. Hinfahren, sofort! Also bitte nicht sauer werden, liebe Österreicher, falls ich mich über die ein oder andere Seltsamkeit lustig mache. (Tipp am Rande für Wienbesucher: Nur die Wäsche lieber daheim waschen. Sicher ist sicher.)

Am Westbahnhof wurde ich netterweise von Maria abgeholt und dann nicht ganz so netterweise von ihr mit einer Zeitungsschlagzeile eines journalistisch höchst wertvollen Printmediums Österreichs begrüßt: "Sind wir die Dümmsten Europas?" (Es bezog sich auf die aktuelle OECD-Studie.) Unterzeile, sinngemäß: "Nur die Deutschen sind noch dümmer als wir." Auch diese Aussage lasse ich unkommentiert hinter mir liegen und stelle lediglich fest, dass ich keinen Zettel an meinem Küchenschrank kleben habe, wo drauf steht, für was eigentlich die Abkürzung OECD steht. (Fies, ich weiß. Aber die Bemerkung konnte ich mir nicht verkneifen! Außerdem finde ich die Zettelidee für Dinge, die man sich schlecht merken kann, wirklich gut.) Angesichts dieser Schlagzeile fiel ein deutsches Schwein, welches dank meiner Mithilfe in Österreich eingebürgert wurde, in eine tiefe Identitätskrise und ist nunmehr nur noch als "Bob, der Bär" bekannt. Tragische Sache.

Anyway: Zuerst fuhren wir zu Marias neuer Wohnung bzw. WG. Sehr hübsch gelegen. Allerdings spreche ich hier noch einmal eine wichtige Warnung aus: Österreicher zählen Stockwerke anders! Sie pflegen nämlich nach Lust und Laune solche Etagenbezeichnungen wie Parterre, Hochparterre, Mezzanin, noch ein Mezzanin und ähnliches einzufügen. Warum auch immer. Und so kann es dann schon mal passieren, dass man zwar "offiziell" im 3. Stock wohnt, es sich dabei tatsächlich aber um den 9. Stock handelt. Die Zeitungsträger lassen sich davon jedoch nicht irritieren und legen die abonnierte Zeitung direkt vor die Haustüre. Egal in welchem Stockwerk. Das nenne ich Arbeitsmoral.

Auf dem Dach des Hauses, in dem Maria wohnt, hat man eine wunderbare Aussicht auf ganz Wien. Ich fühlte mich sofort in die Szene der österreichischen Version von "Mary Poppins" versetzt. Ach ja, wen es interessiert: Das Dach heißt Dach. Es geht doch, wenn ihr wollt, liebe Ösis! :)

Da ich schon öfters in Wien war, kann ich euch beruhigen: Es folgt nun keine detaillierte Beschreibung der einzelnen Sehenswürdigkeiten. Natürlich war ich auch mal wieder in der Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe, UNESCO-Weltkulturerbe!), flegelte im Innenhof des Museumsquartiers auf lustigen, überraschend gemütlichen Sitzblöcken herum und startete einen überaus erfolglosen - zumindest für mich - Shoppingversuch auf der Mariahilfer Straße. Außerdem schnupperten wir in die Welt der wohlhabenden Wiener hinein: Ein Besuch bei Tiffany am Graben, die vor kurzem einjähriges feierten, und der wohl teuerste Milkshake im Café Landtmann waren Teil dieses Schnupperprogramms.

Wir waren auch andersweitig gut verplant: Eine Freundin Marias feierte ihr Diplom, eine andere Freundin an einem anderen Tag ihren Junggesellinnenabschied. Bei letzterem stand u.a. eine Führung im Botanischen Garten zum Thema "Liebespflanzen und Aphrodisiaka" auf dem Plan. Sehr interessant! Nun weiß ich, dass Viagra hunderten Nashörnern das Leben gerettet hat und demnächst vielleicht sogar den Tigern. Weiterhin weiß ich, wie früher oft Opiumrauch äußerst effektiv konsumiert wurde. (Allerdings werde ich auf keinen Fall näher ANALysieren, wieso dieses Wissen heute noch erhalten ist.) Des Weiteren sah ich einen harmlos aussehenden Cocastrauch - Erythroxylum coca. (Coca Cola leugnet übrigens, dass Kokain - trotz der Namensgleichheit - jemals ein Bestandteil ihres braunen Zuckerwassers war. In einem Liter Cola befinden sich angeblich ca. 36 Würfelzucker. Schon gewusst?) Dafür konnten wir die Alraune und den Hanf nicht sehen, weil die geklaut und grausam entwurzelt worden waren.

Das am einfachsten selbst herzustellende Aphrodisiakum soll übrigens kalter Kaffee mit einer untergerührten Lebkuchenwürzmischung sein. Aha. Im Anschluss an diese lehrreiche Führung gab es ein herrliches Picknick bei schönstem Wetter, ebenfalls im Botanischen Garten. Apropos Wetter: Es war sagenhaft, täglich strahlend blauer Himmel! Da habe ich es eindeutig besser erwischt als der Papst bei seinem kürzlichen Österreichbesuch.

Weiterhin besuchten wir das "Lichterlfest" am Donaukanal, quasi fast nebenan von Maria. Das versprochene "Lichtermeer" war zwar eher ein "Lichterrinnsal", dafür war das Feuerwerk toll! Von beiden Brücken fiel ein dichter Funkenvorhang auf die Wasseroberfläche und bunte Feuerwerkslichter trieben auf dem Kanal an den Schaulustigen vorbei. (Leider macht meine Kameras miserable Nachtfotos, dennoch ein kleiner Eindruck.) Dann besuchten wir einen Bücherflohmarkt (Bücher!!) und am Samstagmorgen den bekannten Naschmarktflohmarkt, der 30jähriges Bestehen feierte. (Noch mehr Bücher!!) Als anspruchsvolle Leserin kommt es selten vor, dass ich mir ein Buch nur wegen des Titelbildes kaufe, aber bei "Rucksackmörder in Australien" musste ich dann doch eine Ausnahme machen. Schönes Geschenk für meine Mutter. Außerdem genossen Maria und ich den Spätsommer an der Copa Cagrana auf der Donauinsel und im Prater. Das war dann auch schon mein Wienbesuch. Das Schuhmuseum hatte leider zu, dann eben beim nächsten Mal.

Was ich jedem Wienbesucher uneingeschränkt empfehle:
- Das Bestattungsmuseum (Skurril, aber faszinierend. Ich sage nur: Sarg-Recycling!)
- Opera Toilet Vienna (Opernpassage/Kärntnerstraße, 50 Cent, Walzer inklusive)
- Das öffentliche Kunstwerk "BIT.FALL" von Julius Popp oben am Karlsplatz (Es regnet Buchstaben!)

Noch ein Tipp: Beim Kauf einer Wochenkarte nicht davon ausgehen, dass diese ab Kaufdatum eine Woche lang gültig ist. Tatsächlich handelt es sich dabei immer um eine Kalenderwoche. Dufte.

Und zu guter Letzt ein Dankeschön und das Motto schlechthin für Wiener Hundehalter.
1. Ein Dankeschön: Dankeschön, Deutsche Bahn, für eure Klimaanlagen! Schockgefrostet fährt es sich viel besser und von einer Erkältung als Souvenir haben schließlich alle etwas.
2. Das Motto schlechthin für Wiener Hundehalter: "Nimm ein Sackerl für mein Gackerl."
Der Wiener Schmäh ist halt einzigartig.

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Sonntag, September 16, 2007

Einer geht noch: Eva in Slowenien

Foto: Die Kirche in Hrastovlje

Die erschreckende Eva-Erkenntnis: Ich kann hier auch weiterhin immer einen Eintrag schreiben, wenn ich etwas Weltbewegendes mitzuteilen habe. Schließlich habe ich mich so an mein Blogileinchen gewöhnt. *gg* Denn, Eva-Erkenntnis Nr. 2: Ich kann hier ja machen, was ich will! *die hände reib* *meine macht missbrauch* Also, weiter gehts!

Nachdem ich nach meiner sagenumwobenen, umjubelten, von Konfettiparaden begleiteten Rückkehr aus dem Land der Krokodile, Kängurus und Koalas nun fast 14 Tage am Stück, hintereinander, ununterbrochen in Deutschland verweilte, wurde es wieder Zeit, dem Fernweh nachzugeben. Und weil es explizit gewünscht wurde (Ich bin Opfer, nicht Täter! Man hat mich dazu gezwungen!), dazu noch ein kleiner Eintrag. Der zwar so gar nichts mit Australien zu tun hat, lustigerweise auch nichts mit Österreich und Italien (wo ich ja viel länger war), dafür aber ganz viel mit Slowenien. Denn diese Geschichte muss erzählt werden! Und schließlich gibt es doch so einige Gemeinsamkeiten zwischen Australien und Slowenien. Die Endsilbe "-ien" zum Beispiel. Von daher passt der folgende Bericht also hervorragend in mein Blog.

Der Hat-beim-besten-Willen-nix-mehr-mit-Australien zu-tun-Bericht:
Eva in Slowenien. Oder auch: Straße des Schlüssels

Es begab sich also, dass eine inzwischen recht erfahrene Reisende ihren Koffer (!!) packte, um neue Orte zu erkunden. Fürwahr, ihren Koffer. Ihrem Rucksack hatte sie nämlich in ihrer Funktion als Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins "Koffer für Backpacker e.V." eine Auszeit gegönnt.

Da eben besagte Reisende ein bekennender Fan von UNESCO-Weltkulturerbestätten ist, schnappte sie sich eine Karte und machte eine ihr noch unbekannte, aber nicht allzu weit von ihrem italienischen Urlaubsort entfernte Kirche in Slowenien aus. Eine waschechte Weltkulturerbe-Kirche! (Gerüchteweise ist zwar hier und da zu vernehmen, dass der Tagesausflug nach Slowenien lediglich einem regnerischen Urlaubstag in Italien zu verdanken war. Aber dabei handelt es sich eindeutig und ganz klar nur um Gerüchte. Na gut, ziemlich sicher um Gerüchte. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Gerüchte. Obwohl es sich eigentlich doch recht plausibel anhört. Dennoch: Alles nur rufschädigende Gerüchte! Pfui!!)

Diese besagte Kirche befindet sich in einem kleinen Ort namens Hrastovlje. Und dieser Ort wiederum befindet sich ein paar Kilometer östlich von der slowenischen Hafenstadt Koper. Hrastovlje ist ein sehr kleiner Ort. Wichtel-winzig. Die Hauptstraße ist die meiste Zeit einspurig und windet sich in der Abwesenheit dringend benötigter Verkehrsspiegel ca. 10 cm an diversen Hauswänden vorbei einen kleinen Hügel entlang. Hinweisschilder für die Kirche, das großartige Weltkulturerbe? Fehlanzeige. Offensichtlich werden diese für unnötig erachtet. Schließlich gibt es dort nur eine Kirche. Eine sehr kleine Kirche, um die herum eine Mauer errichtet wurde und die sich auf einer kleinen Anhöhe befindet. Das muss sie wohl sein, die berühmte Dreifaltigkeitskirche.

Also das Hügelchen hinaufgestapft und den Eingang gesucht. Ah, da ist er ja! Und so hübsch vergittert! *rüttel* Und so hübsch abgeschlossen!! *noch mehr rüttel* Schock: Sind wir jetzt etwa völlig umsonst hierher gefahren?!

Moment: Ein Schild. *vergewisser*

Hurra, ein Schild! *neugierig das schild les*

Und so ein informatives Schild! Zum einen steht dort die Zeit der Mittagspause. Siesta für das Weltkulturerbe, süß. Kurzer Blick auf die Uhr - nein, die Mittagspause ist schon seit über einer Stunde vorbei. Was steht denn da noch? *studier* *les* Aha: Man muss bei einer Telefonnummer anrufen, damit sie die Kirche aufsperren. Alternativ dazu kann man den Schlüssel für die Kirche in der Touristen-Info abholen.

Ach so.

WIE BITTE?!

Zeuge XY: "Ja, ja, die deutschen Touristen an der Kirche habe ich gesehen. Sehr unhöflich. Ich habe ganz genau gehört, wie eine von denen entsetzt gerufen hat: "Weltkulturerbe mein Arsch! Wir müssen erst mal den blöden Schlüssel holen!!!!" Tut mir leid, aber genau das hat sie gesagt. Leute gibts..."

Kurze Zeit später: Wir suchen die Touristen-Info. Ein Hinweisschild: Nach der Kurve rechts ab zur Info. Nach der Kurve rechts kein weiteres Hinweisschild. Nur ein paar Häuser und Weinberge. In die einzige Straße reingefahren - keine Touri-Info. Schließlich fragt Eva einen der Männer, die gerade fleißig Weintrauben pflücken, wo denn die Touri-Info sei.

"The what? No, no, sorry, sorry. We have no tourist information."

Zeuge XY: "Ja, natürlich bin ich den Deutschen gefolgt. Ich ahnte schon, dass die nix Gutes im Schilde führen. Und dann sah ich, wie die eine einfach einen Arbeiter von der Arbeit abhielt. Ich weiß zwar nicht, worüber sie sich unterhalten haben. Aber sie hat ziemlich irritiert aus der Wäsche geguckt. Schade, dass ich kein Fotohandy mithatte, um festzuhalten, wie sie versuchte unsere Volkswirtschaft zu schädigen."

Ungläubiges Schweigen.

Weinbergarbeiter: "Oh, do you want the key for the church?" - Endlich: Ein Hoffnungsschimmer!

Ja ja, genau, den will ich doch! Freudig zeigt der Weinleser mir den Weg zu dem Haus, wo man den Schlüssel abholen kann. Weg trifft es übrigens gut, da es sich um keine Straße, sondern um einen landschaftlichen Weg handelte.

Zeuge XY: "Na, auf einmal hüpfte die mit dem dämlichen Gesichtsausdruck in der Gegend herum und machte sich aus dem Staub. Ist ja noch mal gut gegangen, der hätte ich alles zugetraut."

Und siehe da: Endlich auf dem richtigen Weg! Denn war vorher die Beschilderung nach Hrastovlje eher sporadisch und für die Kirche überhaupt nicht vorhanden, so gab es doch hier das ultimative Hinweissschild, dass wir uns auf dem richtigen Weg befanden. (Beweisstück A: Siehe rechts.) Dort drückte mir ein anderer freundlicher Herr noch unzählige, frisch gepflückte Weintrauben in die Hand und versprach, die Kirche in fünf Minuten zu öffnen.

Also zurück zur Kirche. Tatsächlich war sie mittlerweile aufgeschlossen worden und wir konnten sie endlich von innen begutachten. Zum Weltkulturerbe wurde die Dreifaltigkeitskirche deshalb erklärt, weil sämtliche Wände und Decken mit Szenen aus der Bibel bemalt sind. Eine Pilgerstätte für Kunsthistoriker. Denn hierbei handelt es sich um eine Art Bilder-Bibel für den analphabetischen Kirchengänger des Mittelalters. Also eine echte naive Bibel, eine biblia pauperum. *mit dem lateinischen begriff prahl* *wichtigtuerisch einen auf kulturbeflissen mach* Fotografieren verboten, zumindest einen kleinen Eindruck von den Bildern erhält man hier.

Diese Malereien sind Ende des 15. Jahrhunderts, also im Spätmittelalter, entstanden und wurden erst 1949 unter sage und schreibe acht Farbschichten entdeckt und in jahrelanger Arbeit freigelegt. Respekt, da haben die wirklich beeindruckende Arbeit geleistet. Besonders gut gefallen hat mir die Audioführung, die in verschiedenen Sprachen - so auch auf Deutsch - die einzelnen Bilder erklärt und zusätzliche Informationen liefert. Und natürlich gefiel mir die Hauptattraktion ebenfalls sehr: Der Totentanz von Johannes aus Kastav, ein - ich zitiere - "Meisterwerk von europäischem Rang". (Frage: Was genau ist der europäische Rang und gibt es auch einen deutschen?) Der Tod führt alle Leute, ungeachtet ihres Alters, Standes oder Reichtums, an der Hand ins Grab. Sei es Kind, Mönch, Edelmann, König oder Papst. Wie wahr. Sterben müssen alle und gestorben wird immer. Somit endete mit dieser Auseinandersetzung mit meiner eigenen Sterblichkeit mein Besuch dieses slowenischen Weltkulturerbes.

Trotz kleiner Irrfahrt und Schlüsselsuche kann ich einen Besuch der Kirche nur empfehlen, wenn man sowieso mal in der Kante ist. Die Kirche ist zwar wirklich winzig, vielleicht das kleinste Weltkulturerbe der Welt, aber die Leute sind sehr freundlich. Und schon allein das Schild mit dem Schlüssel war es wert, diesen Ausflug zu unternehmen. Das ist wahrscheinlich weltweit der einzige Schlüssel, zu dem ein Straßenschild führt. Sachen gibts...

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Dienstag, August 14, 2007

Das Comeback des Jahres!

HALLO HEIMAT! Huhu, hier! HIER! *wink* Genau! Bin daha, wer nohooch!?! *mich umseh*

Und für diejenigen, die es immer noch nicht kapiert haben sollten: Ja, es stimmt! Nach noch nicht einmal einem ganzen Jahr bin ich wieder zurück im kalten Deutschland. (Die hübschen, fäntästischen Umlaute sind der Beweis.) Auf der letzten Teilstrecke meines Fluges, Dubai - Frankfurt, wurde ich - weshalb auch immer - in die Business Class upgegradet (<-- schönes Wort). Sonst passiert das ja nur Leuten im Fernsehen, da hatte ich mal wieder richtiges Glück. Die Business Class war sehr nett: Porzellangeschirr, Silberbesteck, viel Beinfreiheit, ganz viele Knöpfe, um mit dem Sitz rumzuspielen, herrlich. Der krönende Abschluss meiner einjährigen Reise! Am Flughafen in Frankfurt wurde ich netterweise von einer Flasche Mineralwasser (mit Kohlensäure!) in Begleitung meiner Familie und Anna abgeholt, worüber ich mich riesig gefreut habe. Außerdem habe ich mich sehr über die Willkommensschilder von Familie W. und Familie E. sowie die Begrüßungspost (danke, danke Kristina und Frani) gefreut. Und dank dem Geschenk von Iris (ein Reiseführer für Deutschland), werde ich jetzt auch erst mal ein Weilchen hier im Lande bleiben. Als wäre ich immer weg, also wirklich. Darum, falls wir nicht sowieso schon in Kontakt miteinander getreten sind, meldet euch bei mir! Die Telefonleitungen sind ab sofort frei geschaltet! Wie gehabt, meine alte Handynummer ist auch immer noch gültig. Und nein, für den ersten Anrufer gibt kein Messerset gratis dazu, das wurde mir am Flughafen abgenommen. (Wieso wurde immer ich nach explosiven Stoffen durchforstet? Sollte mir das zu denken geben??)

Demnächst werde ich übrigens ein paar zusätzliche Fotos in mein Blog einbinden. Ansonsten sei kurz erwähnt, wie toll Kleiderschränke (geniale Erfindung!), mein Bett und all die anderen kleinen Dinge des heimatlichen Alltags sind. Schließlich sei noch mal in aller Deutlichkeit für die Leute, die sich über die viel zu kleinen Fotos in meinem Blog beschwert haben, gesagt: Einfach Fotos anklicken und abrakadabra, sie werden groß! Huiii! Gleich mal ausprobieren... :)

An dieser Stelle noch mal vielen, vielen Dank an all die, die mein Blog aufmerksam verfolgt haben. Besonders natürlich an die, die sich via Kommentar bei mir gemeldet haben! Leider habe ich ja kein Gästebuch, daher freue ich mich um eure Kommentare um so mehr. Ich werde bei Gelegenheit übrigens noch ein, zwei neue Beiträge verfassen, zu denen ich während des Reisens nicht gekommen bin.

Tja, das ist fast das Ende meines Blogs. Die Zeichen der Zeit: So wurde aus "Eva in the USA" (damals noch mit Massen-Emails) "Eva in Australia" mit diesem bezaubernden Blog. Was die Zukunft bringt? Podcasts, eine eigene Reisesendung, eine Therapiebehandlung gegen meinen Größenwahn? Wer weiß?! Sponsoren sind jederzeit herzlich willkommen. Ich würde dann auch geschickt und unauffällig für Sie werben! *sponsornamen auf sämtlichen fotos in die kamera halt* Nicht vergessen: Wer zuerst ein Angebot macht, ist Erster! (Hach, meine Weisheit kennt keine Grenzen.) Bis bald also!

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Sonntag, August 05, 2007

Die Post-Australienphase: Eva in Thailand, Teil 6 (Yoga, Full Moon Party, Bangkok)

Foto: Die Full Moon Party auf Ko Phangan

Yoga - das macht doch Madonna. Oder schon nicht mehr? Egal, auf jeden Fall ist es bzw. war es mal so richtig angesagt. In Thailand kann man waehrend seines Urlaubes viel lernen, wenn man denn moechte. Man kann zum Beispiel an einem Thai-Kochkurs teilnehmen oder auch die hohe Kunst des Thai-Boxens erlernen. Yoga-Kurse sind natuerlich ebenfalls im Angebot. Und wenn man - so wie ich - einen Gutschein fuer eine Gratis-Yoga-Unterrichtsstunde hat, muss man den ja einloesen. Ist schliesslich kostenlos! Und so kam es, dass ich frohen Mutes zu einer Yoga-Schule marschierte, die ein wirklich angenehmes Ambiente ausstrahlte. So ein bisschen rum-"ooohmmmmmm"en kann ja so schwer nicht sein. Und farblich passte ich prima zur Yoga-Matte! Wenn das mal kein Zeichen ist.

Zugegeben, als mich die Dame an der Rezeption freundlich anlaechelte und fragte, ob ich genug zum Trinken dabei haette, ahnte ich schon, dass vielleicht doch ein bisschen mehr dazu gehoert. Des Raetsels Loesung: Hot Flow Yoga. Denn wo macht Yoga mehr Spass als in einer Sauna? Okay, keine richtige Sauna, sondern ein Raum mit erfrischenden 37 Grad Zimmertemperatur. Trotzdem heiss! So schwitzten wir alle froehlich vor uns hin und nach einer Stunde wurde mir klar, dass die kostenlose Unterrichtsstunde laenger dauerte als eine Stunde. Naemlich eineinhalb Stunden. Dennoch hielt ich durch. Abgesehen von der Aufforderung durch meine Fersen zu atmen und ein wenig Ohhmmm am Anfang und am Ende war es ganz nett. Ich war am Schluss zwar hochrot und vollkommen verschwitzt, aber seltsamerweise hat es mir dennoch Spass gemacht. Meine deutsche Yoga-Begleiterinm, ein alter Yoga-Profi, liess mich wissen, dass dies eine Art Hardcore-Yoga war und ich mich wacker geschlagen habe. Ha! Das hatte ich mir zwar sowieso schon gedacht, da irgendwo in meinem Hinterkopf das Wissen rumspukte, dass man eigentlich bei hohen Temperaturen und in einer Sauna keinen Sport betreiben sollte, aber was weiss ich schon.

He, ich weiss zum Beispiel, dass einmal im Monat auf Ko Phangan, der Nachbarinsel Ko Samuis, die groesste Strandparty der Welt stattfindet: Die Full Moon Party! Nach einigem Hin- und Herueberlegen entschied ich mich dann doch fuer einen Besuch derselbigen. Direkt von meinem Hausstrand fuhr ein Speed-Boot partywillige Backpacker zum Zentrum des Geschehens, also zum Strand Haad Rin im Sueden Ko Phangans. Und was Speed-Boot heisst, muss auch ein Speed-Boot sein! So einen Aussenmotor von 200 PS braucht es da schon. Obwohl, warum denn nur einen? Lieber zwei. Ach nein, doch lieber drei! Und so brausten wir mit unseren drei Aussenbordmotoren mit insgesamt 600 PS ueber das Wasser dahin. (Die Frage nach einer Art thailaendischem TUEV hatte sich spaetestens bei meiner Fahrt mit der Faehre nach Ko Phi Phi eruebrigt. Ein Wunder, dass hier nicht alle zwei Monate eine Faehre mit Touristen untergeht.)

Der hell erleuchtete Strand strahlte uns schon von weitem entgegen und es war klar, dass sich hier die Partymeile befindet! (Laut Angaben befinden sich hier bis zu 10.000 Partywillige!) Am Strand konnte man sich mit Farbe, die im Schwarzlicht leuchtet, bemalen lassen. Bodypainting also. Oder sich die immer beliebten Disco-Leuchtarmbaendchen und Co. kaufen. Ueberhaupt spielten Licht und Feuer eine grosse Rolle. Man kann zum Beispiel Feuerballons in die Luft schicken. (Das sind eine Art Miniatur-Heissluftballons.) Und natuerlich den allseits beliebten Feuershows zusehen, wo Thais mit Feuersticks um sich wirbeln und auch schon mal mit einem brennenden Seil Seilhuepfen veranstalten. Ausserdem relativ oft ihre Feuersticks fallen lassen. Manchmal auch ins Publikum rein, um die Stimmung so richtig anzuheizen. video

Der Strand selbst ist dann doch kleiner, als ich erwartet hatte. Sogar eine offizielle Sleep-Area war waehrend der Party eingerichtet, die bewacht wurde. Hier koennen sich betrunkene oder mit Drogen zugedroehnte Backpacker am Strand hinlegen ohne befuerchten zu muessen ausgeraubt zu werden. Ja, ueberall wird eindringlich vor Taschendieben gewarnt. Und tatsaechlich sah ich mindestens einmal zwei maennliche Thais, die sich durch die Menge draengten und unauffaellig auffaellig saemtliche Taschen beaeugten. *demonstrativ meine tasche an mich presste* Ansonsten droehnte Musik lauthals aus den Boxen und man konnte natuerlich am Strand selbst als auch in den Clubs tanzen. Allerdings spielten die irgendwie ueberall das Gleiche. Was die meisten jedoch nicht stoerte oder ihnen bestimmt nicht auffiel, da sie sich hingebungsvoll ihren "Buckets" widmeten. Das sind kleine Plastikeimer, wie man sie zum Sandburgenbauen verwendet, in denen man sich seine eigenen alkoholischen Mixgetraenke mischen kann (siehe Foto rechts). Praktischerweise wird alles zusammen verkauft, also z.B. Eimer, Red Bull plus Flasche Wodka, fuer wenig Geld, weswegen es auf dieser Party eine besonders beeindruckende Anzahl von schwer Betrunkenen zu begutachten gibt. Irgendwann hatten wir dann genug und warteten auf unser Boot zurueck nach Ko Samui, welches natuerlich eine halbe Stunde zu spaet auftauchte und ziemlich weit vom Strand entfernt vor Anker ging, weswegen wir bis zur Huefte ins Wasser waten mussten. (Erinnert das noch jemanden irgendwie an eine Sekte?) So beendete ich meinen Besuch dieser beruehmt-beruechtigten Party pitsche-patsche-nass. Aber wie Silvester am Times Square in NY ist es meiner Meinung nach nichts, was man ein zweites Mal mitmachen muss. Egal, ich kann nun wenigstens sagen: Ich war dabei!

Apropos dabei: Momentan bin ich dabei, meine letzten Tage in Bangkok zu verbringen. Sightseeing betreibe ich nun hauptsaechlich in Supermaerkten (ein LCD-Mini-Bildschirm als Werbeflaeche am Regal, gibt es das bei uns auch schon?) und in diversen Geschaeften. So habe ich dem "Central Chidlom", einem grossen Kaufhaus, einen Besuch abgestattet. Es handelt sich hierbei um eine Art besserer Kaufhof. Ansprechend eingerichtet und eine tolle Geschenkabteilung im 3. Stock. Mit dem Skytrain (eine Art oberirdische U-Bahn, sehr schick!) fuhr ich von dort aus zurueck zum absoluten Shopping-Mekka am Siam Square. Natuerlich war ich auch wieder im MBK und ausserdem im Kino: "Hairspray". Nichts, was man sich unbedingt ansehen muesste. Aber wenn es so billig ist, spricht schliesslich nichts dagegen. Der Simpsons-Film laeuft hier leider noch nicht. Dennoch hat ihn sicher schon halb Bangkok gesehen, weil es natuerlich ueberall Raubkopien davon zu kaufen gibt. (Die momentan uebrigens das Fuenffache eines Kinobesuches kosten!) So langsam muss ich ans Rucksack packen denken, das Gepaecklimit (20 Kilo) bereitet mir allerdings grosses Kopfzerbrechen. Ohje. Drueckt mir die Daumen, dass ich am Flughafen nichts extra zahlen muss!

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Sonntag, Juli 29, 2007

Die Post-Australienphase: Eva in Thailand, Teil 5 (Ko Samui)

Foto: Big Buddha auf Ko Samui

Ko Samui ist die drittgroesste Insel Thailands (nach Phuket und Ko Chang) und befindet sich im Golf von Thailand, also oestlich des Festlandes. Und seit einiger Zeit befindet sich auf dieser Insel auch eine Touristin deutschen Ursprung namens Eva. Allerdings hat Eva schnell, sehr schnell sogar, festgestellt, dass sie bei weitem nicht die einzige Touristin ist. Und schon gar nicht eine der wenigen Touristen deutschen Ursprungs. Um es anders zu sagen: Man spricht deutsch! Man kann sich viele deutsche Zeitungen und Magazine kaufen, die Speisekarten der meisten Restaurants sind nicht nur ins Englische, sondern auch ins Deutsche uebersetzt und wie es sich fuer das Urlaubsziel eines deutschen Pauschaltouristens so gehoert, gibt es hier einen "Biergarten" nach dem anderen, Schnitzel, importiertes Bier und vieles mehr. Sobald man zu erkennen gibt, dass man aus Deutschland kommt, wird man von geschaeftstuechtigen Thais auf deutsch begruesst: "Hallo! Wie gehts?", bevor eiligst auf die Ware gedeutet wird mit dem Hinweis: "Saubillig!" Willkommen in Thailand! Willkommen auf dem Mallorca Thailands!

Obwohl ich mich insgeheim mit der Frage beschaeftige, warum alle Thai-Verkaeufer "saubillig" anstatt "billig" sagen, von wem sie das gelernt haben und ob es etwa eine extra "Deutsch fuer erfolgreiche Thai-Verkaeufer"-Schule gibt (Wer hat die gegruendet? Und wo ist die?!), habe ich mich damit abgefunden. Es bleibt mir ja auch nichts anderes uebrig. Allerdings tarne ich mich seither als Niederlaenderin ("Hollaendisch fuer Thai-Verkaeufer" wird anscheinend nicht angeboten), um am Strand vollkommen verkaeufer-ungestoert lesen zu koennen. Ich habe einen kleinen Holzbungalow mit Bad und Balkon, von dem aus ich genau 38 Sekunden zum Sandstrand brauche. (Wofuer hat man schliesslich eine Uhr mit Stoppuhrfunktion?) Der Strand, bei dem ich wohne, heisst Bophut und befindet sich im Norden der Insel. Er ist recht nett und vor allen Dingen ruhig. Natuerlich gibt es auch hier ein paar Restaurants und Bars, doch die meisten befinden sich am anderen Ende beim "Fisherman's Village". Wo sich uebrigens ganz viele franzoesische Restaurants befinden sowie moderne Bars. (Ueberhaupt sind auffallend viele Touristen aus Frankreich und Israel in Thailand unterwegs.) Hier in Bophut liege ich einfach nur faul am Strand herum und geniesse es, die trivialste Trivialliteratur zu verschlingen.

Natuerlich habe ich mir den Hauptstrand Ko Samuis, Chaweng, ebenfalls angesehen. Hier befindet sich der Grossteil der Resorts und Backpackerunterkuenfte. Und was bin ich froh, dass ich dort nicht gelandet bin! Ich glaube, die Bezeichnung Chawengs als "Ballermann Thailands" trifft es am Besten. Der Sand ist zwar fein und schoen, das Meer auch; das Ganze wird allerdings durch die Grosszahl der Touristen, Jetskis und Bars, die ihre Lautsprecher Richtung Strand ausgerichtet haben und in maximaler Lautstaerke Musik auf die Partymenge, die entweder gerade im Sand liegend ihren Rausch ausschlaeft und sich dabei einen furchtbaren Sonnenbrand zuzieht oder in einer der Strandbars dafuer sorgt, dass der Alkoholpegel nicht unter 1,5 Promille (mindestens!) faellt, erheblich beeintraechtigt.

Ueberhaupt muss Werbung anscheinend vor allen Dingen eins sein: Laut! Als ich zum ersten Mal Musik vernahm, die so laut war, dass sich daneben das Startgeraeusch eines Jumbo-Jets wie ein leises Saeuseln anhoeren wuerde, nahm ich irrigerweise an, dass nun eine Art Loveparade-Verschnitt auf mich zurollen wuerde. Nur lauter. Tatsaechlich war es lediglich ein Pick-Up, links und rechts der Ladeflaeche mit Postern inklusive Werbebotschaft versehen sowie mit einem Paar besonders leistungsfaehiger Lautsprecher ausgestattet. Ach so, Thai-Boxing tonight! Nein danke, ich bin schon von dieser Attacke auf meine Hoerorgane voellig erschlagen. Ich hoffe nur, dass bei uns daheim niemand auf so eine Idee kommt. Selbst wenn, wuerde dies wohl eindeutig unter Ruhestoerung, Laermbelaestigung oder aehnliches fallen und gar nicht erst erlaubt werden. Gott sei Dank!


Neben dieser ganz besonderen akustischen Bedrohung muss man laermtechnisch ebenfalls damit rechnen, dass man alle Nase lang angehupt wird, wenn man die Strasse entlang laeuft: Taxis, Moped-Taxis und sogar Busse hupen naemlich, um auf sich aufmerksam zu machen. Was einerseits recht praktisch ist, wenn man tatsaechlich ein Taxi, Moped-Taxi oder einen Bus nehmen will, weil man nichts weiter zu tun braucht als zu warten und dem Hupenden ein kleines Zeichen zu geben. (In Thailand winkt man uebrigens anders, ist allerdings schwer zu beschreiben.) Andererseits ist es ziemlich zermuerbend, wenn man etwa nur zu der ca. eine Viertelstunde entfernten Postfiliale laeuft, und gerade *HUP* loslaeuft, natuerlich *HUP HUP* die Strasse entlang, um *HUUUP* - nein, danke, ich brauche kein Taxi! - wo war ich? Achja, um *HUP* - ... also, um *HUUUP*. Mist, Faden verloren. Aber vielleicht koennt ihr ja ahnen, was ich meine.

Auf Ko Samui gibt es neben den Straenden auch sonst ein wenig was zu sehen. Zum Beispiel - surprise, surprise! - Tempel. Wenn ich jetzt gemein waere, koennte ich ja behaupten, dass diese lediglich auf der Insel sind, damit die Pauschaltouris sich auch mal fuer eine Viertelstunde einen buddhistischen Tempel ansehen und dann daheim damit prahlen koennen, wie sehr sie sich fuer die hiesige Kultur interessieren. Aber ich bin ja nicht gemein. *drohend in die runde schau* Da waere zum einen der Plai Leam Tempel, der auf einer Art Plattform im Design einer Lotusbluete in einem Teich schwimmt. Direkt daeben befindet sich auch ein grosser Buddha und der Chinese Lady Monk. Dann waere da Big Buddha im Wat Phra Yai Tempel: 12 Meter hoch, eines der Wahrzeichen der Insel. Mit Blick aufs Meer; ihm zu Ehren ist der dortige Strand als Big Buddha Beach bekannt. Mein Favorit ist jedoch der Khunaram Tempel, da er Heimat des "mummified monk", des mumifizierten Moenches, ist. Ja, richtig gehoert. Ein mumifizierter Moench. Und zwar handelt es sich dabei um Phra Kru Samathakittikhun. Das war ein Thai, der sich im Alter von 50 Jahren entschlossen hat, ein Moench zu werden. Er hat seinen eigenen Tod vorausgesehen und starb im hohen Alter von 79 Jahren und 8 Monaten. Ja, richtig gelesen. (Warum eine derart genaue Altersangabe? Ist das hier so ueblich? Erinnert mich ja eher an die Kindergartenzeit. Irgendwie kann ich mir folgendes Gespraech zwischen Rentnern nicht wirklich vorstellen: "Hallo, ich bin der Heribert, ich komme aus Muenchen und bin 69 Jahre und 2 Monate alt." - "Servus, Heribert! Ich bin der Willi und 71 Dreiviertel.") Zurueck zum mumifizierten Moench: Der ist mittlerweile schon ueber 30 Jahre tot. Und weil sein Koerper einfach nicht verwesen wollte (Zu viele Konservierungsstoffe im Thai-Food?), ist seine Familie auf die Idee gekommen, ihn sitzend, in meditierender Haltung, in einem Glaskasten im Khunaram Tempel "auszustellen". Als Symbol, um zukuenftige Generationen dazu zu inspirieren den buddhistischen Lehren zu folgen und von ihren Leiden erloest zu werden. Tja, irgendwie bin ich ja skeptisch, ob dies tatsaechlich auch nur eine Person dazu inspiriert hat. Nichtsdestotrotz wird der Leichnam - wie schon Schneewittchen und Lenin - in einem Glaskasten zur Schau gestellt, wo ihn taeglich ganz viele Touristen fotografieren. Schliesslich hat er auch eine besonders schicke Sonnenbrille an. Ob die wohl ebenfalls zum Buddhismus inspirieren soll?

Ein weiteres Highlight und angeblich das meistfotografierte Motiv der Insel sind die zwei Felsformationen bekannt als Grandmother + Grandfather Rock. Es ist eindeutig erkennbar, welcher der beiden die Grossmutter und welcher der Grossvater ist. Doch warum nur heissen sie so? Und was hat sich die Natur dabei gedacht? Ich hatte immer angenommen, dass Felsen jugendfrei sind. Schwer getaeuscht.

Sehr beliebt und ein Muss fuer Touristen sind die "Monkey Shows". Klingt spannend, aufregend, exotisch, nicht wahr? So ein echtes Affentheater! Und tatsaechlich ist es grandios einer solchen Veranstaltung beiwohnen zu duerfen: Ein Affe klettert die Kokosnusspalme hinauf, schmeisst ein paar Kokosnuesse herunter, klettert die Kokosnusspalme wieder hinab, dreht eine Kokosnuss um die eigene Achse - Ende. Bravoo, bravooo! Zu-ga-be, Zu-ga-be! (Anmerkung: Der letzte Absatz war nicht wirklich ernst gemeint. Wie man so etwas ueberhaupt als Show bezeichnen darf, ist mir ein Raetsel. Egal, nun habe ich gesehen, wie ein Affe Kokosnuesse erntet und bin dadurch in eine andere Bewusstseinssphaere gerueckt, so lebensveraendernd war dieses Erlebnis.) (Noch eine Anmerkung: Der letzte Satz der vorherigen Anmerkung war uebrigens auch nicht ernst gemeint!)

Was noch? Ach ja: Ein Wasserfall. Ich besuchte den Namuang 2 Wasserfall. Seltsamer Name? Ob es auch einen Namuang 1 Wasserfall gibt? Ja, den gibt es schon, aber den besucht keiner. Denn der Namuang 2 Wasserfall ist viel hoeher, schoener, besser, und ueberhaupt: Wie kommt ihr nur darauf, dass es da noch einen anderen Wasserfall geben muss?!

Schliesslich habe ich noch Nathon, der groessten Stadt Ko Samuis, einen kurzen Besuch abgestattet und bin ueber die Maerkte geschlendert. Da sich hier der Bootspier befindet, der Strand nicht wirklich fuer den anspruchsvollen Strandtouristen geeignet ist und sich viele Touris gar nicht erst hierher verirren, gibt es die meisten Dinge um die Haelfte guenstiger als auf all den anderen Maerkten auf der Insel. Ansonsten gibt es hier nicht viel. Und damit haette ich all die Highlights Ko Samuis abgeklappert und kann mich nun wieder in Ruhe an den Strand legen. Schoen.

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